1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis München

Die „jungen Wilden“ der Sportschule

Erstellt:

Von: Umberto Savignano

Kommentare

Neubiberg – Die meisten bayerischen Amateursportler befinden sich wegen Corona schon in der Weihnachtspause. Für die drei Badminton-Teams des TSV Neubiberg gelten allerdings unterschiedliche Regelungen, wie Benjamin Placzek zu berichten weiß: „Der Spielbetrieb wird in den bayerischen Ligen erstmal ins neue Jahr verschoben, die Regionalliga spielt die Hinrunde mit den letzten beiden Spieltagen am kommenden Wochenende dagegen noch fertig“, so der Mannschaftsführer der ersten Mannschaft, die in der Regionalliga Südost am Samstag (16 Uhr) beim ESV Flügelrad Nürnberg und am Sonntag (11 Uhr) beim TV 1884 Marktheidenfeld II antritt.

Beide Gastgeber sind zwar im Freistaat beheimatet, doch die dritthöchste Spielklasse ist an sich eben eine länderübergreifende. Für die zweite und dritte TSV-Mannschaft, die in der Oberliga Bayern und der Bezirksoberliga spielen, ist hingegen bereits Schluss.

Placzek betrachtet beide Regionalliga-Gastspiele als „schwierige Aufgabe. Am Samstag geht es gegen die ,jungen Wilden’, die fast alle an der Sportschule in Nürnberg unterrichtet werden, und am Sonntag gegen die zweite Mannschaft von Marktheidenfeld, die bis dato schon ordentlich gepunktet hat und mehrere gute Ergebnisse erzielen konnte.“ Zählbares soll trotzdem herausspringen: „Mit zwei, im Idealfall drei Punkten wären wir zufrieden“, so der TSV-Spielführer.

„Ich habe versucht, das Beste aus der ganzen Situation rauszuholen und jeden Moment zu genießen.“

Auch international wird übrigens noch Badminton gespielt: So fand unter strengen Corona-Auflagen Ende November/Anfang Dezember in Huelva/Spanien die Senioren-WM statt, eine imposante Veranstaltung mit mehr als 1200 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen, bei der 45 Titel in neun Altersklassen vergeben wurden. Und das ebenfalls unter Beteiligung des TSV Neubiberg: Tanja Eberl (54) holte dabei als einzige von 14 Aktiven aus Bayern eine Medaille, nämlich Bronze im Einzel der Altersklasse W50, in der 64 Spielerinnen gemeldet waren. Nach drei Partien ohne Satzverlust scheiterte die an Nummer zwei gesetzte TSV-Akteurin an der Engländerin Betty Blair. Nach dem klaren 7:20 im ersten Durchgang schaffte es Eberl im zweiten zwar in die Satzverlängerung, unterlag aber mit 20:22. Im Mixed schied Eberl mit ihrem englischen Partner Nick Reid in der zweiten Runde aus, im Damendoppel musste sie an der Seite der Niederländerin Elke Nijsse-Drews nach einem spannenden Viertelfinalmatch die Segel streichen. Schon vor zwei Jahren bei der WM in Kattowitz hatte Eberl, die auch als Trainerin im TSV-Nachwuchsbereich erfolgreich tätig ist, Einzel-Bronze gewonnen. Allerdings seien die Bedingungen diesmal völlig andere gewesen, wie sie verriet: „Es war ein besonderes Turnier unter besonderen Vorzeichen, angefangen von der Vorbereitung mit coronabedingten Unterbrechungen beim Hallentraining, bis hin zu den vielen Regeln vor Ort. Daher war es schwieriger als sonst, sich konzentriert vorzubereiten. Letztlich wusste man eigentlich bis zum Schluss nicht, ob so ein großes Turnier überhaupt stattfinden kann. Umso mehr freut es mich, dass es für eine Medaille gereicht hat. Ich habe versucht, das Beste aus der ganzen Situation rauszuholen und jeden Moment zu genießen.“

Auch interessant

Kommentare