Zweitliga-Badminton wird es beim TSV Neubiberg (Lucas Böhnisch, links) vorerst nicht mehr geben.
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Zweitliga-Badminton wird es beim TSV Neubiberg (Lucas Böhnisch, links) vorerst nicht mehr geben.

Badmintonteam des TSV Neubiberg zieht sich aus 2. Bundesliga zurück – Personelle Probleme

Ende einer langen Erfolgsgeschichte

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Neubiberg – Eine lange Erfolgsgeschichte in Sachen Spitzen-Badminton geht zu Ende: Nach fast zwei Jahrzehnten in der Zweitklassigkeit und einem einjährigen Intermezzo im Oberhaus zieht sich der TSV Neubiberg aus der 2. Bundesliga zurück. Dabei ist der Coronavirus in diesem Falle einmal nicht verantwortlich.

Lucas Böhnisch führt vielmehr grundsätzliche personelle Probleme an: „Aktuell haben wir einfach nicht genug Herren-Stammspieler. Felix Hoffmann wird sich aus persönlichen Gründen zurückziehen, Julian Edhofer ist aktuell noch verletzt und möchte in Zukunft nicht mehr aktiv spielen und ich habe leider auch immer noch große Probleme mit meinem Rücken. Somit fehlen uns drei Stammspieler, deren Ausfall wir schlichtweg nicht kompensieren können“, so der TSV-Mannschaftsführer. „Das war für uns alle eine schwere Entscheidung, da Neubiberg ja sehr, sehr lange in der 2. Bundesliga aufgeschlagen hat, und wir natürlich nicht diejenigen sein wollten, die diese lange Serie beenden müssen.“

Es ist in der Tat schon eine Weile her, dass die Neubiberger ihr Zweitliga-Kapitel aufschlugen: Böhnisch war sechs, Edhofer drei Jahre alt, als der TSV 2002 in die 2. Bundesliga Süd aufstieg. Schon vier Jahre später, 2006 also, wurden die Neubiberger Meister ihrer Staffel, setzten sich in der Relegation gegen den Ersten der Gruppe Nord, BV Gifhorn, durch und schafften so den Sprung in die Erstklassigkeit. Nach einem Jahr stiegen sie allerdings schon wieder ab. Zwar beendeten sie die Punkterunde als Siebter von acht Teams, doch in der anschließenden Play-Down-Runde mussten sie sich Schlusslicht Wiebelskirchen in beiden Partien geschlagen geben. Danach hegte der TSV aus finanziellen Gründen keine ernsthaften Erstliga-Ambitionen mehr, hielt die Klasse aber meist recht souverän. In der laufenden, zum Jahresende abgebrochenen Saison, sah es sportlich mit fünf Niederlagen in fünf Partien allerdings nicht rosig aus, was wohl auch an den Personalproblemen lag.

Zwar hätte wegen Corona kein Team absteigen müssen, doch mehr als die Regionalliga, in der bislang die zweite TSV-Mannschaft spielte, ist eben nicht mehr zu stemmen. In dieser Spielklasse wird sich künftig eine teilweise neuformierte Neubiberger Mannschaft präsentieren. „Helena Storch und Julian Blaumoser werden sich vorerst auch diesem Team anschließen und ich werde mal sehen, was die Zukunft so bringt“, sagt Böhnisch. „Andere Teammitglieder wie Pia Becher, Kevin Feibicke sowie die Geschwister Max und Paula Kick werden aber voraussichtlich den Verein wechseln.“

Unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit sind die Badminton-Cracks derzeit ohnehin noch aufgrund der wegen der Pandemie zuletzt ständig geschlossenen Hallen ausgebremst. Einem gemeinsamen Training im Freien erteilt Böhnisch eine Absage: „Die meisten Teammitglieder kommen aus unterschiedlichen Städten oder Stadtteilen, da wäre der Aufwand doch zu groß. Im Freien ist sowieso nur Ausdauer oder Footwork-Training möglich.“ Bis zum Regionalliga-Start wird also einige Aufbauarbeit nötig sein. „Jeder hält sich selbst ein bisschen fit, aber leider ist ja kaum etwas machbar, was zumindest bei mir dazu führt, dass die körperliche Beschaffenheit sehr leidet“, sagt Böhnisch. „Auch alle anderen sind nicht mal ansatzweise auf einem vergleichbaren Niveau wie vor Corona.“

Und so hofft der 24-Jährige, dass es bald wieder losgeht, im Herbst dann auch wieder um Punkte: „Meines Wissens ist die neue Saison erst mal normal geplant. Bis dahin kann sich jedoch noch viel ändern, wobei wir hoffen. dass es sich, wenn, dann zum Besseren wendet. Schlimmer geht’s ja nicht.“

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