Die Oberhachinger Patrick Eschenburg (l.) und Stefan Wolf (r.) können sich trotz Überzahl nicht entscheidend durchsetzen. Foto: bro

Der entscheidende Unterschied

Oberhaching - Zwei Minuten am Ende der Partie waren es, die den Unterschied ausmachten und verdeutlichten, warum die Dresden Titans in der Ersten Regionalliga souverän als Tabellenführer ihre Kreise ziehen, die Tropics aus Oberhaching dagegen auf dem sechsten Platz rangieren. Die „Crunch-Time“ dieser letzten beiden Spielminuten beim 82:87 (33:35) gehörte den Gästen aus Sachsen.

Mit fünf Punkten Vorsprung waren die Gelbhemden aus Oberhaching in diese Crunch-Time gestartet - am Ende jedoch hatten die Gäste in 120 Sekunden durch Dreier ihres Go-To-Guys Jason-Michael Boucher sowie eiskalt verwandelte Freiwürfe die Oberhand behalten. Die Tropics dagegen trafen nur noch zweimal von der Freiwurflinie und vergaben andere Gelegenheiten aus dem Spiel.

„Es ist jetzt schon das dritte Toppspiel, das wir auf diese Weise in der Schlussphase verlieren“, haderte TSV-Trainer Misel Lazarevic nach dem neuerlich vermeidbaren Nackenschlag. „Man hat allerdings gesehen, warum Dresden erst eine, wir dagegen jetzt fünf Saisonniederlagen auf dem Buckel haben - uns fehlt einfach in entscheidenden Phasen noch die nötige Cleverness.“

Insgesamt konnten sich die gut 200 Zuschauer im Gymnasium Oberhaching an einer gutklassigen Spitzenpartie erfreuen. Von Beginn an war die Partie hart umkämpft, hielten die Gelbhemden mit einer geschlossenen Teamleistung volll dagegen und boten dem bislang überragenden Team der Liga toll Paroli. Kritisch wurde es nur gegen Ende des ersten Viertels, als die Titans - angetrieben vom überragenden Playmaker Boucher - kurzzeitig auf zehn Punkte enteilten (9:19) - doch die Tropics schlugen mit einem 8:0-Run sofort zurück. Ausgeglichen gestalteten sich das zweite und dritte Viertel der Partie. Den Tropics spielte die hohe Foulbelastung Bouchers in die Karten. Der US-Amerikaner musste in den Mittelabschnitten wegen früher vier Fouls lange auf der Auswechselbank Platz nehmen. Allerdings zeigten die Sachsen auch in dieser Phase ihre Klasse - trotz diverser erfolgreicher Distanzwürfe der Tropics und einem starken Center-Spiel über Hoffmann und Wohlers blieben die Gäste vor allem von außen immer gefährlich - Dölle (18 Punkte) und Zobel (13) überbrückten die „Boucher-freie-Zeit“ mit ihren Punkterfolgen.

Doch auch der Amerikaner sollte noch seinen Auftritt bekommen. Beim Stand von 80:77 für die Tropics kam er auf den Court zurück und platzierte prompt einen Dreier zum Ausgleich in die Maschen. Für Oberhaching ein offenbar die Kräfte lähmendes Ereignis: denn die Crunch-Time ging am Gastgeber dann fast völlig vorbei. „Wir haben in der entscheidenden Phase vor allem offensiv die falschen Entscheidungen getroffen und mit den falschen Spielzügen agiert“, so Lazarevic enttäuscht. Allerdings lobte er sein Team für die geschlossene Mannschaftsleistung gegen das stärkste Team der Liga. „Wir haben heute am Ende die entscheidenden Fehler gemacht und viel bitteres Lehrgeld bezahlt.“

Harald Hettich

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