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Im zweiten Satz lief es für die Hachinger grandios: Simeon Topuzliev (l.) und Jonas Sagstetter.

Volleyball - 1. Bundesliga

Erleichterung beim TSV Unterhaching: Jungspunde können mithalten

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Super-Erfolg trotz Niederlage: So ließe sich das 1:3 (20:25, 25:20, 18:25, 13:25) der Volleyballer des TSV Unterhaching gegen den VfB Friedrichshafen wohl angemessen betiteln.

Unterhaching – Der erste gewonnene Durchgang im fünften Saisonspiel überraschte auch Roy Friedrich: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir heute gegen den VfB unseren ersten Satz holen“, strahlte der 32-jährige Kapitän, dem es gar nichts ausmachte, dass er an der Teil-Sensation nicht aktiv mitwirken durfte, weil sein Trainer Patrick Steuerwald gegen den Rekordmeister vor allem auf die Jugend setzte.

So startete als Libero der 16-jährige Leonard Graven, der für seine starke Leistung später die MVP-Medaille bekam. Auf Friedrichs Mittelblocker-Position agierten Fabian Suck, 18, und Paul Gehringer, 20, als Zuspieler der 19-jährige Benedikt Sagstetter sowie als Außenangreifer dessen Bruder Jonas, 21, und Simeon Topuzliev, 20. Als „Oldie“ ergänzte der 26 Jahre alte Diagonalangreifer George Alexandru Zahar das Team, das von Beginn an prächtig mithielt und schon im ersten Satz bis zum 4:3 vorne lag.

Als der VfB dann etwas aufdrehte, schien alles den erwarteten Verlauf zu nehmen. Doch eine Auszeit von Steuerwald beim 12:19 wirkte offenbar: Die Hausherren um den nun immer stärker werdenden Jonas Sagstetter zeigten in der Schlussphase des Durchgangs wieder eine couragierte Leistung und verkürzten den Rückstand auf 20:25. Was sich im ersten Satz angedeutet hatte, nämlich ein Männer-Volleyballspiel auf Augenhöhe statt einer Lehrstunde für den TSV-Nachwuchs, das fand im zweiten seine Fortsetzung und schließlich sogar noch eine Steigerung: Nach anfänglichem Rückstand übernahmen die Hachinger zunehmend das Kommando und bei 8:7 erstmals die Führung, die sie auf 13:8 ausbauten und bis zum 25:20 hielten.

Vor allem Jonas Sagstetter hatte seine Nebenleute mitgerissen. „Er ist unser bester Spieler zurzeit. Man merkt, dass er der einzige ist, der Erfahrung hat“, lobte Hachings Ex-Coach und TSV-Geschäftsführer Mihai Paduretu den Außenangreifer, der nicht nur kräftig punktete, sondern auch immer wieder seinen Mitspielern Ratschläge gab. Er selbst erklärte die Wendung mit der Unbeschwertheit des Außenseiters: „Wir haben vor dem Spiel gesagt, wir haben nichts zu verlieren. Mitte der zweiten Satzes haben wir ein paar Punkte hintereinander gemacht. Da sind wir in einen Flow gekommen. Den musst du dann halten, da darfst du nicht nachlassen.“

Und natürlich habe auch der Gegner mitgespielt: „Friedrichshafen ist dann ein bisschen hektisch geworden und wir haben die Fehler genutzt.“

Neben Sagstetter, der am Ende 16 Punkte aufwies, entwickelte in dieser Phase auch Zahar enorme Durchschlagskraft. Mit 17 Zählern wies der Rumäne, der in der vergangenen Saison noch für das Zweitligateam des TSV aufschlug, den besten Wert aller Akteure auf dem Feld auf. Kein Zufall also, dass ausgerechnet er die zweite Chance zum Satzgewinn nutzte. „Er war on fire“, meinte Sagstetter anerkennend. Aber das galt im Grunde für das ganze Unterhachiinger Team, auch wenn der VfB sich dann doch noch schadlos hielt.

Positive Auswirkungen des Satzgewinns aufs Hachinger Selbstvertrauen waren trotzdem sofort zu spüren, wie Friedrichs folgende Aussage verriet: „Letztlich ist es ein bisschen ärgerlich, dass wir keinen zweiten Satz geholt haben. Das wäre heute durchaus drin gewesen, aber nach dem ersten Satzgewinn fiel den Jungs einfach ein Stein vom Herzen und dann war die Konzentration nicht mehr so da.“

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