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Der ERSC Ottobrunn bot den Fans am Haidgraben ein echtes Spektakel. 

Ein irres Spiel

Eishockey-Bezirksligist ERSC Ottobrunn schlägt den EV Aich in einem packenden Spiel 8:7

Ottobrunn – „Wahnsinn!“ Ottobrunns Teammanager Winni Schäffer brachte die Vorgänge im Ottobrunner Eisstadion am späten Sonntag abend exakt auf den Punkt. Der packende 8:7 ( 2:2/ 4:2/ 2:3) Erfolg des ERSC Ottobrunn gegen den EV Aich in der Eishockey Bezirksliga Süd förderte alles an Ereignissen und Emotionen zutage, was der faszinierende Sport unter Flutlicht in der Ottobrunner Freiluft-Version zu bieten hat. Als wäre die Handlung auf dem Eis nicht dramatisch genug gewesen, schickte Petrus pünktlich zum ersten Bully auch noch eisigen Stumregen. Wegen des prasselnden Platzregens wäre die Partie um ein Haar zu Beginn des Mittelabschnittes abgebrochen worden. Doch die Referees zeigten sich im steten Regen-Sturm-Mix geduldig und vertrauten auf die Künste der Eismeister. Die taten einen bestmöglichen Job und präparierten die Eisfläche erneut spielfertig.

Lohn der Mühen für die fleißigen Helfer, die Teams und die 30 eisern ausharrenden Erz-Eishockeyfans: Auch Petrus zeigte ab dem Mitteldrittel ein Einsehen. Das garstige Wetter besserte sich und das mitreißende Match konnte fortgesetzt werden. Durch den Erfolg bleibt Ottobrunn vor seinem letzten Match am kommenden Freitag gegen den Münchner EK zwar Siebter. Doch die wackeren Schützlinge von Trainer Marcel Breil haben mit 18 Punkten nach wie vor Chancen sogar noch auf Platz fünf. Dann müsste die besser platzierte Konkurrenz aus Aich und Berchtesgaden aber noch patzen. Für Spannung vor dem Saisonfinale ist gesorgt. Spannung war auch das Stichwort für die Partie gegen Vorjahresmeister EV Aich. Dass sich die Ottobrunner viel vorgenommen hatten nach der unglücklichen 1:3-Niederlage gegen Berchtesgaden am Freitag (wir berichteten), war den Breil-Jungs von Beginn an anzumerken.

Doch im Anfangsdrittel gestaltete sich das Spiel für den ERSCO nicht nur aufgrund der Wetterkapriolen schwierig. Favorit Aich ging beim 0:1 und 1:2 (4. / 11. Minute) zweimal in Führung. Doch die Ottobrunner hatten zweimal Antworten. Zunächst wirbelte beim 1:1 (10.) das an diesem Abend überragende Sturmduo Andreas Huber und Markus Hulm für den Gegner nicht greifbar über das Eis, ehe Hulm das erste seiner vier Tore erzielte. Beim 2:2 (19.) brachte Rik Knopf nach schöner Kombi über Adrian und Thomas Huber den Puck über die Linie. Im zweiten Drittel legte der Gastgeber nach getaner Arbeit der Eismeister los wie die Feuerwehr. Oliver Huber, Max Knispel und erneut Hulm erarbeiteten einen 5:2-Vorsprung (25./33./34.). Doch Aich steckte keinesfalls auf und nachte die Partie durch zwei Treffer zum 5:4 (34./36.) wieder spannend. Moritz Barth auf Vorlage von Stefan Tornow ließ aber den ERSCO in der Schlussminute von Abschnitt zwei beim 6:4 nochmals jubeln. Nachdem der allgegenwärtige Hulm im Schlussabschnitt per Raketenstart in Minute 41 das 7:4 fixierte, schien eine Vorentscheidung gefallen. Aber Aich ließ sich nicht lumpen und kam in einer starken Drangphase binnen sechs Minuten mit drei Toren zum 7:7-Ausgleich. Di Gäste agierten kämpferisch und kamen auch in Unterzahl zum Torefolg. Die Partie wurde härter und gewann nochmals an Dramatik. Umjubelt dann der sportliche Schlusspunkt: Markus Hulm krönte seine Leistung fünf Minuten vor dem Abpfiff mit dem Siegtreffer - erneut auf gefühlvolles Zuspiel von Andreas Huber. Am Ende hatte der Regen zwar längst wieder die Regie übernommen. Doch die Ottobrunner kugelten jubelnd auf dem glitschigen Eis. „Wahnsinn“ war wirklich die passende Vokabel für diesen Abend am Haidgraben.

ERSC Ottobrunn–
EV Aich 8:7 (2:2/ 4:2/2:3)

Zuschauer: 30
Strafminuten 16 / 16

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