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Der Torjäger: Maximilian Siebald (Mitte) hat in 207 Spielen 43 Tore für den FC Ismaning erzielt.

Transferhammer: Fritz, Ehret, Siebald und Fischer wechseln vom Bayern- zum Landesligisten

FC Unterföhring  schnappt sich vier Leistungsträger des FC Ismaning

  • vonNico Bauer
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Überall in Bayern sehnen sich die Sportvereine danach, mit dem Wiederbeginn des Amateurfußballs endlich wieder der schönsten Nebensache der Welt nachzugehen. Noch größer ist die Vorfreude beim Landesligisten FC Unterföhring, der die Transferbombe einmal so richtig hat platzen lassen. Vom Nachbarn FC Ismaning kommen vier absolute Leistungsträger mit Sebastian Fritz, Nils Ehret, Maximilian Siebald und Bastian Fischer. Dazu kehrt Patrick Nirschl vom Bezirksligisten FC Alte Haide zu seinem Heimatverein zurück.

Ismaning/Unterföhring – Unterföhrings Sportlicher Leiter Zivan Zivanovic vermeldet die Supertransfers und ist auf die Blicke von Außen vorbereitet. Wenn Hallbergmoos und Erlbach bei einem Saisonabbruch aufsteigen und es möglicherweise keine Absteiger aus der Bayernliga gibt, dann ist Unterföhring mit diesem Personal der Aufstiegsfavorit Nummer eins. Zivan Zivanovic freut sich auf einen spannenden Kader, bleibt bei Zielsetzungen aber vorsichtig und macht auf Understatement: „Wir wollen definitiv einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.“

Sebastian Fritz ist ein Unterföhringer, der zu seinem Heimatclub zurückkehrt. Der 28-jährige Unterföhringer spielte von 2012 bis 2017 beim FCU und verabschiedete sich mit dem Regionalligaaufstieg Richtung Ismaning. Fritz hat mittlerweile die Erfahrung von 186 Bayernligaspielen. Mit ihm zusammen kommt auch der zweite Ismaninger Torwart Fabio di Salvo, der 2018/19 vier Partien für den FC Unterföhring II in der Kreisklasse absolvierte.

Der beim SC Freiburg ausgebildete Nils Ehret (27) machte 2014/15 insgesamt 25 Regionalligaspiele für den SV Heimstetten, bevor er nach Ismaning wechselte. 128 Spiele (acht Tore) absolvierte der Abwehrchef in Ismaning mit einem zwischenzeitlichen Kurzabstecher zum FC Moosinning. In den vergangenen Jahren stand immer wieder eine Heimkehr Ehrets in den Schwarzwald im Raum.

Ein Herzstück des FC Ismaning ist Maximilian Siebald (28), der bei seinem Ex-Verein Unterhaching schon zwei Einsätze in der 3. Liga hatte, bevor er 2013 nach Ismaning übersiedelte. Der Offensivspieler auf der rechten Außenbahn schoss in 207 Spielen für den FC Ismaning 43 Tore und bereitete unzählige Treffer vor. Für die Landesliga ist Siebald ein absoluter Sensationstransfer.

Ein nicht minder großer Kracher ist Bastian Fischer, der vom FC Bayern II als Stammspieler 2015 nach Ismaning ging. 150 Mal lief er im Ismaninger Trikot auf, machte 43 Tore. Fischer passt perfekt in das Konzept des Unterföhringer Trainers Zlatan Simikic, der gerne mit der falschen Neun spielt. Diese hängende Spitze können sowohl der weiter zur Verfügung stehende Andreas Faber als auch Bastian Fischer spielen. Damit ist auch die legendäre Taktik denkbar, mit der Unterföhring einst völlig unberechenbar war. Seinerzeit hatte man vier offensive Mittelfeldspieler- unter anderem die heutigen Profis Efkan Bekiroglu (1860) und Albion Vrenezi (Regensburg) – und aus diesem Quartett rückte mal der eine und mal der andere in die Spitze.

Angesichts des Ismaninger Quintetts geht Rückkehrer Patrick Nirschl fast unter. Er spielte bis 2016 bei seinem Heimatverein, bekam mit sechs Bayernligaspielen (ein Tor) in zwei Jahren aber nicht wie erhofft dran. Nirschl wechselte dann für ein Jahr zum Kreisligisten FC Aschheim und zog dann weiter zum FC Alte Haide, mit dem er den Aufstieg in die Bezirksliga feierte. Nun holte ihn der FCU zurück und hat einen Kader beisammen, der eine Kampfansage an die Landesligisten in der neuen Saison ist. Die Kicker von der Bergstraße haben offenbar den klaren Plan, künftig als Bayernligist in den neuen Unterföhringer Sportpark einzuziehen.

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