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Verfollt das Finale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft mit großem Interesse: Patrick Steuerwald, Trainer des TSV Unterhaching. 

Steuerwald fiebert mit den Häflern

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Finale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft Unterhaching Trainer Steuerwald fiebert mit dem VfB Friedrichshafen.

UnterhachingAuf den letzten Metern scheint sich der Seriensieger der vergangenen Jahre tatsächlich wieder durchzusetzen: Die Finalserie um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft nach dem Modus Best-of-5 könnte nämlich bereits mit dem heutigen dritten Spiel zu Gunsten der Berlin Recycling Volleys entschieden werden, die um 18 Uhr beim ewigen Rivalen und Rekordmeister VfB Friedrichshafen gastieren. Seit 2012 triumphierten bis auf 2015 (Titelgewinner Friedrichshafen) und 2020 (kein Meister wegen Corona) immer die Hauptstädter. In der Punkterunde hatten diese phasenweise noch geschwächelt, wurden nur Dritter. Die Häfler vom Bodensee marschierten hingegen als Spitzenreiter mit nur einer Niederlage durch. Doch in den ersten zwei K.o.-Duellen siegte Berlin auswärts mit 3:2 und zuhause mit 3:0. Heute geht es für die Teams mit den Ex-Hachingern Marcus Böhme (Friedrichshafen) und Denys Kaliberda (Berlin) somit schon um alles. Patrick Steuerwald, Trainer des TSV Unterhaching, beobachtet das Finale besonders aufmerksam: Er war in der vergangenen Saison Co-Trainer in Friedrichshafen, wo zudem sein Bruder Markus spielt. Im Gespräch mit unserer Zeitung taxiert der 35-Jährige, der als Zuspieler mit Haching dreimal den deutschen Pokal holte, die Chancen im Titelkampf.

Warum haben die Berliner, die nach der Punkterunde nur Dritter waren, schon nach zwei Partien der Best-of-5-Serie diesen Matchball gegen den Hauptrunden-Primus aus Friedrichshafen?

Das erste Spiel war wirklich sehr knapp und das war auch ausschlaggebend dafür, dass das zweite dann so glatt für Berlin ausging. Friedrichshafen hatte im ersten Duell, die Chance zu gewinnen und wäre das gelungen, wäre das zweite ganz anders gelaufen.

Ihr Bruder Markus spielt beim VfB Libero. Haben Sie in diesen Finaltagen Kontakt zu ihm? Können Sie ihm vielleicht sogar Tipps geben?

Wir hatten schon ein bisschen Kontakt, und sicher redet man auch kurz übers Endspiel. Aber am Ende ist er erfahren genug, er hat ja auch schon das eine oder andere Finale gespielt und gewonnen. Und was soll ich ihm, gerade für die Libero-Position, Tipps geben? Da hat er wirklich genügend Ahnung. Es gibt auf der Welt nur wenige, die ihm als Libero Tipps geben könnten.

Glauben Sie noch an die Wende in der Endspielserie?

Friedrichshafen steht mit dem Rücken zur Wand, hat nichts mehr zu verlieren. Vielleicht hilft das. Dazu ist es ein Heimspiel, das ist auch noch mal was anderes. Trotzdem wird es sehr schwierig.

Sie drücken Ihrem Bruder und dem VfB aber vermutlich die Daumen, oder?

Natürlich. Ich war ja auch selbst vergangene Saison Co-Trainer in Friedrichshafen und kenne das ganze Trainerteam.

Kommen wir zum TSV Unterhaching, Ihrer jungen Truppe, die als Schlusslicht der Liga zwar nicht absteigen musste, aber es natürlich auch nicht in die Play Offs schaffte und schon Anfang März die Saison beendet hat. Trainiert die Mannschaft zurzeit eigentlich?

Ich selbst mache gerade eher weniger, habe noch viel an meinem Haus zu tun. Mihai (Paduretu, TSV-Geschäftsführer, Kaderplaner und Ex-Erfolgscoach; die Red.)trainiert zweimal in der Woche mit der Mannschaft. Ich habe ergänzend mit Juro Petrusic zur Vorbereitung auf die Junioren-Nationalmannschaft, und mit Benny Sagstetter, der zum erweiterten Kader des Nationalteams gehört, gearbeitet. Die sind noch jung und brauchen viele Ballkontakte und Wiederholungen.

Die weitere Bundesliga-Zukunft des TSV ist, vor allem wegen der finanziellen Fragen, noch ungewiss. Mihai Paduretu sagte kürzlich, er hoffe auf eine Lösung bis Juni. Haben Sie schon Neuigkeiten zu berichten?

Nein, ich lasse das mal auf mich zukommen. Aber ich hoffe, dass man da sogar vor Juni schon etwas mehr weiß.


Das Gespräch führte
Umberto Savignano.

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