Freuen sich nach einem beeindruckenden Spiel: Tropics-Trainer Mario Matic und Joris Ortega. 

Basketball - 2. Liga

Tropics wie im Rausch

  • vonHarald Hettich
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Furiose Aufholjagd: Basketballer des TSV Oberhaching wie im Rausch

Oberhaching – Ein furioser Außenseitersieg der Oberhachinger Tropics zum Start der neuen Basketball-Zweitligasaison gegen die BIS Baskets Speyer beim spannungsgeladenen 103:99 (45:58) stand als ein Erfolgsfaktor am Ende eines denkwürdigen Basketball-Abends in der Sporthalle der Grundschule Deisenhofen. Aber auch der Pandemie hatte der TSV zumindest an diesem Abend getrotzt. 80 hoch disziplinierte Zuschauer als Obergrenze und über 1 000 Fans im neuen Livestream auf Youtube schrieben zumindest in der positiven Momentaufnahme eine Erfolgsgeschichte mitten in der Krise. „Fassungslos von dieser Leistung“ zeigte sich im direkten Nachklang einer höchst wechselvollen Partie Oberhachings Chefcoach Mario Matic und traf mit der Eigeneinschätzung wohl auch den Kern der Meinung all derer, die die spannungsgeladene Partie zuvor verfolgt hatten.

Denn lange Zeit war für den Underdog im Match gegen den erklärten Meisterschaftsfavoriten aus Rheinland-Pfalz kein Kraut gewachsen. Während die Tropics drei Viertel lang sehr nervös agierten und neben einer ordentlichen Offensivleistung in der Defenive viele Schwächen aufwiesen, zogen die Gäste dem Heimteam vor allem aus der Distanz den Nerv. 13 Dreier packte Speyer neben anderen starken Offensivaktionen durch die Reuse. Besonders die beiden Gäste-Neuverpflichtungen Jordan Rezendes (29 Punkte) und Eric Curth (25) schalteten und walteten lange nach Belieben. Zur Pause hatten die Baskets folgrerichtig einen 13-Punkte-Vorsprung herausgeworfen. Lediglich den Oberhachinger Neuzugängen Joris Ortega und Bernhard Benke im Verbund mit einem starken Kapitäne-Duo Moritz Wohlers und Janosch Kögler war es zu danken, dass die Hausherren nicht noch zurücklagen.

Auch nach der Pause zeichnete sich zunächst keine Besserung ab. Speyer dehnte den Vorsprung durch weitere Dreier-Treffer Curths Mitte des dritten Viertels auf sogar über zwanzig Punkte aus. Bei immer noch 16 Punkten Rückstand schien am Ende des dritten Viertels (62:78) das Spiel gelaufen.

Was dann aber folgte, beschrieb Mario Matic hinterher als das stärkste Viertel seiner bislang fünfjährigen Trainerlaufbahn auf dem Kyberg. Vor allem zwei Spieler bei den Oberbayern übernahmen jetzt. Janosch Kögler als wuseliger Antreiber mit viel Übersicht und noch mehr Drang zum Korb im Duett mit einem bärenstarken Joris Ortega wirbelten in der Offense. In der Defense hatte Matic auf eine Zonenpresse umgestellt, die im Schlussabschnitt Speyers Trefferreigen abwürgte.

Als Ortega Mitte des Schlussviertels mit zwei schnellen Dreiern zum 85:90 verkürzt hatte, stand die Halle trotz Notbesetzung Kopf. Angriffszug um Angriffszug arbeiteten sich die Tropics heran, während Speyer fast ausschließlich nur noch von der Freiwurflinie traf. Auch das foulbedingte Ausscheiden des zuvor starken „Double-Double“ Benke irritierte auf Seiten der Gelben niemand mehr. Der überragende Kögler schaffte beim 95:95 in der Schlusssequenz den Ausgleich. Augenblicke später traf Torsten Walter nach Speyer-Foul beim Dreierversuch eiskalt dreimal von der Linie zur erstmaligen Führung (98:97). Ein technisches Foul der Gäste zusammen mit einem Trefferduett der beiden bestimmenden Protagonisten Kögler und Ortega sorgten für den positiven Schlussstrich. Die Fans jubelte durch die Masken. So furios war dieser Abend - Da durfte man auch einmal fassungslos sein.

Score TSV:Kögler (27 Punkte / 5 Rebounds /5 Assists), Ortega (27/2/ 2 Steals), Benke (20 /11/ 5 Ass.), Wohlers (15/7/-), Walter (8/3/2), Kleber (6/3/-), Bode (-/3/3), Rauch (-/3/-), Bekteshi (-/-/2), Zeis nicht eingesetzt

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