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Daniel Weber: „Ich habe mir selten Gedanken gemacht, weshalb wieso und wie lange ich das noch mache.“
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Bauchlandung nur auf dem Spielfeld: Daniel Weber beginnt 2007 als Torwart beim VfR und wird dort bald Spielertrainer in der Bezirksliga Nord.

Fußball – Regionalliga 

„So lange ich Spaß habe, mache ich weiter“

Garching – Am 1. Januar 2007 begann die Ära von Daniel Weber bei dem damaligen Fußball-Bezirksligisten VfR Garching. Zuerst als Torwart. Mit Beginn der Saison 2007/2008 folgte er, zunächst als Spielertrainer, auf Andreas Süss. Zehn Jahre später wird der Trainer von seinen Kollegen bewundert, Garching spielt Regionalliga und die Ära Weber ist noch lange nicht am Ende. Ein Gespräch mit dem 43-Jährigen über sein Trainerjubiläum.

Herr Weber, ist Otto Rehhagel Ihr Vorbild?

Ich habe keine Vorbilder. Es gibt Leute, die mich beeindrucken und natürlich sind lange Trainerkarrieren auch sehr beeindruckend. Ich blicke mehr auf mich und mein Feuer, den Job gut zu machen.

Otto Rehhagel hat einst als Trainer von Werder Bremen in der 1. Bundesliga 14 Jahre geschafft. Sie und der VfR Garching sind nicht mehr weit von dieser Zeitspanne entfernt. Ist das ein Ziel?

Es gibt da keine Ziele. Ich habe mir selten Gedanken gemacht, weshalb wieso und wie lange ich das noch mache. So lange ich den Job gut mache und Spaß daran habe, mache ich weiter.

Wie schafft man das, bei einer Mannschaft die Spannung so lange hoch zu halten?

Das muss man meine Spieler fragen. Ich bin da der falsche Ansprechpartner. Ich versuche nur das umzusetzen, was ich mir vorstelle. Dazu möchte ich mich immer weiter entwickeln und meinen Spielern neue Anreize setzen. Beim VfR Garching bieten die vielen verschiedenen Ligen, die wir in den zehn Jahren gespielt haben, auch viele Anreize. Ich denke nicht, dass wir das so geschafft hätten mit zehn Jahren nur in einer Liga. Unterschiedliche Ligen, verschiedene Gegner und immer wieder andere Namen sind das Interessante für uns. Je höher du spielst, desto dünner wird dann normalerweise die Luft. Aber auch das scheinen wir ganz gut zu machen. Wenn ansonsten alles passt, verfällt bei uns auch bei einem Abstieg niemand in Panik. Das ist das Erfolgsrezept des VfR Garching. Dazu kommt, dass nur wenige Spieler so lange dabei waren. Es gibt nur noch einen einzigen Spieler, den ich vom ersten Tag an trainiert habe.

Wen meinen Sie?

Das ist Dennis Niebauer. Er ist ein langjähriger Weggefährte und als Einheimischer aus Garching unser Aushängeschild. Dennis hat einmal einen Spruch gebracht, dass er das so lange mitmacht, so lange ich es schaffe, dass wir uns weiter entwickeln und vorwärtskommen. Er hätte viel früher die Chance gehabt, höherklassig Fußball zu spielen.

Hätten Sie am ersten Tag als ganz normaler Spielertrainer der Bezirksliga gedacht, dass sie über Bezirksoberliga, Landesliga und Bayern in die Regionalliga vier Spielklassen nach oben kommen?

Auch da ist es das Geheimnis, nicht irgendwelche Ziele auszugeben und sich dann darauf zu fokussieren. Wir haben uns Schritt für Schritt verbessert und alles so angenommen, wie es passiert ist. Die größte Überraschung war es für mich, dass wir nach dem Aufstieg in die Bayernliga sofort dort vorne mitgespielt haben. Da kam dann die Überraschung dazu, dass der designierte Meister Aichach zurückgezogen hatte und wir das erste Mal in die Regionalliga aufgestiegen sind. Wir setzen uns immer kurzfristige Ziele.“

Aufstiegstrainer sind in der Fußballszene sehr sexy. Wie viele gute Angebote hatten Sie?

Null. Gar keins.

Wirklich keines? Keine Sekunde der Überlegung?

Es gab nicht einmal einen Anruf. Vor einigen Jahren war eine lockere Anfrage da, als wir noch Bezirksoberliga gespielt haben.

Beneiden Sie Ihr ehemaliges Torwart-Gegenüber Manuel Baum, der als Trainer des Bundesligisten FC Augsburg nun das Hobby zum Beruf gemacht hat?

Manuel hat sehr zielstrebig an dieser Karriere gebastelt und alles dafür in Kauf genommen inklusive der Ausbildung zum Fußball-Lehrer. Er hat sich vom Schuldienst als Lehrer beurlauben lassen und viel auf sich genommen. Es ist schön, dass Fleiß noch belohnt wird. Ich schaue nicht neidisch hin. Vielleicht wäre er an meiner Stelle auch noch da, wo wir in Garching jetzt sind, wenn er diesen kontinuierlichen Erfolg gehabt hätte. Ich finde es beeindruckend, dass er das geschafft hat und wünsche ihm viel Glück.

Welche Ziele haben Sie noch in Garching? Über der Regionalliga gibt es nicht viel mehr.

Für uns ist es die größte Kunst, mit den besten Vereinen in Bayern zu messen und uns in dieser Liga zu halten. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, von dem ich felsenfest überzeugt bin, geht es Jahr für Jahr um diesen Spagat, als reine Amateurfußballer in dieser Liga zu bestehen.

Erleben wir irgendwann Daniel Weber als Trainer eines anderen Vereins oder beenden Sie ihre Trainerkarriere irgendwann in Garching?

Dafür bin ich noch zu jung. Denn dann würde ich ja alle Rekorde erreichen. Vielleicht habe ich irgendwann das Interesse und den Reiz, etwas anderes zu tun. Aber bis dahin fühle ich mich in Garching sehr wohl und bin glücklich. Deswegen mache ich mir über solche weitläufigen Dinge keine Gedanken.

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