„Mit Maske zu spielen, ist Quatsch“

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Fußballer zum Vorschlag des Professors Wackerhage: „Mit Maske zu spielen, ist Quatsch“

Landkreis – Fußballspielen mit Schutzmaske? Zumindest bei den Kickern im Landkreis ruft diese Idee – vorsichtig gesagt – viel Skepsis hervor. Ins Spiel gebracht hat den Vorschlag Henning Wackerhage, Sportbiologe an der Technischen Universität München, der kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung über eine Zwei-Stufen-Lösung für eine baldige Rückkehr auf die Amateurfußballplätze sinniert hat.

Dem Experten zufolge könnten die Hobbykicker womöglich schon früher wieder beginnen – dafür aber „eine Zeitlang mit Infektionsschutz, wie einem Mund-Nasen-Schutz“. Dieser fange Tröpfchen effektiv ab, werde von den meisten gesunden Menschen gut toleriert und mindere die maximale Leistungsfähigkeit nur wenig. Daher spricht sich Henning Wackerhage dafür aus, ein Zwei-Stufen-Lösung und Fußball mit Schutzmaske als Möglichkeit zum früheren Start des Amateursports mit allen Beteiligten zu diskutieren.

Würde der Wissenschaftler diesbezüglich bei Lukas Riglewski nachfragen, dann wäre die Diskussion jedoch schnell wieder vorbei. „Fußball mit Maske ist für mich unvorstellbar“, sagt der Kapitän des Regionalligisten SV Heimstetten. „Ich halte diese Idee für einen völligen Quatsch.“ Er plädiert vielmehr dafür, im Zweifelsfall länger zu warten – „bis die Inzidenzwerte passen“, so Riglewski. Ähnlich äußert sich Dominik Mooser. „Ich fange lieber drei Wochen später an, als dass ich beim Fußball eine Maske trage“, sagt der Spielertrainer des A-Klassisten TSV Haar. „Die nervt ja schon im Alltag. Und auf dem Platz, gerade beim Zweikampf, würde sie wahrscheinlich runter rutschen.“ Sollte es tatsächlich zu einer Maskenpflicht im Amateurfußball kommen und sich die Mehrheit seiner Mannschaft für diese Maßnahme aussprechen, sagt Mooser, „dann sollen die damit spielen. Aber ich stehe dann nur am Seitenrand.“

Als „unvorstellbar“ bezeichnet auch Christian Kraus das Spielen mit Maske. Der Trainer des A-Klassisten FC Hochbrück ist Polizist und trägt bis zu sechs Stunden am Tag einen Mund-Nasen-Schutz. „Danach bin ich abends kaputt, obwohl ich körperlich fit bin“, sagt Kraus. Einen so intensiven Sport wie Fußball mit Maske zu betreiben, erachtet er daher als „absolut nicht sinnvoll“. Das unterstreicht auch Fabian Löns, spielender Co-Trainer beim Landesligisten Kirchheimer SC. „Wenn ich richtig schnaufe und schwitze, dann verrutscht die Maske doch. Deshalb stelle ich mir das sehr schwierig vor.“ Aus seiner Sicht könnte ein Mund-Nasen-Schutz höchstens eine Option fürs Training sein. „Wenn man gerade wieder anfängt und sich den Ball auf Abstand zuspielt – da könnte ich mir eine Maske vielleicht noch vorstellen“, sagt Löns. „Im richtigen Spielbetrieb glaube ich aber nicht, dass das viel Sinn macht“.

Martin Mayer, Mittelfeldantreiber beim Bayernligisten FC Deisenhofen, formuliert es noch deutlicher: „Auf den ersten Blick würde ich sagen, das ist unmöglich.“ Er wisse nicht, ob dafür spezielle Masken entwickelt würden, aber mit den FFP2-Masken oder einem anderen normalen Mundschutz „geht das nicht, zumindest bei mir. Ich krieg ja schon einen Vogel, wenn ich zum Einkaufen eine Maske tragen muss.“

Michael Hutterer, Kapitän des Bayernligisten SV Pullach, hofft, dass man Mitte März oder Anfang April sowieso wieder mit dem Training anfangen dürfe und dann Mitte April wieder spielen könne: Seine Einschätzung zum Fußball mit maske: „Ich finde, es ist ein Schmarrn. Er sagt, er ist 30 Kilometer mit dem Rad gefahren (Professor Wackerhage hat im Selbstversuch eine Radtour mit Maske unternommen – d. Red.), aber da hast du keinen Zweikampf, bist immer in einem Tempo.“

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