+
Auf der Stelle treten: Maxi Maier trainiert daheim in Garching auf der Rolle.

Maxi Maier aus Garching hat die Saison noch nicht abgeschrieben und hält sich auch daheim fit

Maxi Maier radelt auf der Terrasse

  • schließen

In diesen Tagen kann es sein, dass sich der Mountainbiker Maxi Maier auf sein Fahrrad schwingt und ein paar Stunden nur auf der Stelle tritt.

Garching – Allenfalls der eiskalte Ostwind bläst ihm dabei um die Nase und täuscht ein Gefühl von Geschwindigkeit vor. Trainingsort ist für den 27-Jährigen dann die heimische Terrasse in Garching auf der Rolle. Dafür wird das Hinterrad in ein Gestell eingespannt, um den Rollwiderstand auf der Straße zu simulieren.

Fit bleiben heißt in den Zeiten der Corona-Krise das Programm für Maier, der unter normalen Umständen bereits das erste Bundesligarennen in den Beinen gehabt hätte. Der Saisonstart am vergangenen Wochenende in Obergessertshausen ist ebenso abgesagt worden wie alle anderen Sportveranstaltungen auch. „Das ist eine schwierige Situation“, sagt Maier, der für das Team Fujibike Rockets fährt. Das angesetzte Gruppentraining hat der Verband abgesagt und es gebe klare Vorgaben, alleine zu trainieren.

Unterdessen ist unklar, wann und ob die Saison überhaupt weitergeht. Der internationale Verband UCI hat alle Veranstaltungen vorerst bis zum 19. April offiziell abgesagt. Inoffiziell höre man von einer Verlängerung bis Mai. „Wir Sportler glauben allerdings, dass vor Ende Juni nichts stattfindet“, sagt Elektromeister Maier, der beim Bayerischen Rundfunk arbeitet und sich derzeit quasi im Homeoffice befindet. „Der BR hat alle Elektriker heimgeschickt in die Arbeitsbereitschaft.“

Maier hat sich mit seinem Trainer Robert Gorgos abgesprochen, von einem Start im Juni auszugehen und das Training entsprechend auszurichten. Bedeutet konkret: „Ich mache viel Grundlagentraining auf dem Renner, da sitze ich etwa vier Stunden im Sattel.“ Bei einem Schnitt von 30 Stundenkilometer kommen da also um die 120 Kilometer zusammen.

Dass Maier derzeit auch daheim auf der Rolle trainiert hat Vernunftsgründe. Normalerweise zieht es ihn raus auf die Straße oder ins Gelände – ab Temperaturen von Minus drei Grad aufwärts. „Derzeit sind also perfekte Bedingungen, sagt der Garchinger.“

Allerdings nicht für das Intervalltraining. „Da habe ich beschlossen, dass ich das aktuell nur noch Zuhause auf der Rolle mache.“ Da sei das Risiko, dass ihm auf der Straße bei den Sprints etwas passiert, aktuell einfach zu hoch. „Und bei der derzeitigen Lage möchte ich den Ärzten nicht auch noch eine Sportverletzung zumuten.“

Nach einem Trainingslager in Mallorca in Vor-Corona-Zeiten bei perfekten Bedingungen hat er in zehn Tagen mit seiner Trainingsgruppe 1400 Kilometer abgespult. „Ich wäre jetzt bereit gewesen. Jetzt könnten die Rennen kommen“, sagt der Mountainbiker, der in diesem Jahr darauf aus war, den Landestitel zu holen und bei den Deutschen Meisterschaften unter die Top Ten zu fahren. Dazu hätten Bundesliga-Rennen auf dem Programm gestanden. „Dort wäre es heuer heftig geworden, weil in der Bundesliga Punkte für die Olympiaqualifikation vergeben und alle Europäer am Start gewesen wären.“ Sätze im Konjunktiv.

Es ändert sich in diesem Jahr alles und ist auch für Maier ungewohnt. Man bereite sich normalerweise exakt auf den Saisonhöhepunkt und die Rennen vor, „jetzt weiß man nicht, wann geht‘s los? Wann ist der Zeitpunkt X?“. Alles sei reine Spekulation. „Es ist ja noch nicht vom Tisch, vielleicht verschiebt sich die Saison nur nach hinten“, hofft Maier. Was ihm nicht ungelegen käme. „Ich bin ein Fahrer, der sich bei kaltem Temperaturen oder schlechten Wetter wohlfühlt.“ Bis dahin gilt es für Maier zu pokern, wann der mögliche Saisonhöhepunkt stattfindet. „Wer am besten pokert, der gewinnt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Ein Abbruch wäre am vernünftigsten“
Fußballer aus dem südlichen Landkreis München rätseln über den weiteren Saiusonverlauf
„Ein Abbruch wäre am vernünftigsten“
Turner Valentin Zapf hält sich im heimischen Garten fit
Was sich wohl die Nachbarn denken, wenn sie dieser Tage hinter der Hecke zwei nackte Füße in der Luft schweben sehen?
Turner Valentin Zapf hält sich im heimischen Garten fit

Kommentare