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Gegen den Deutschen Meister Berlin sind die Hachinger Fans außen vor

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Von: Umberto Savignano

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Voller Vorfreude auf das Spiel gegen den Deutschen Meister aus Berlin: Mohamed Chefai und Simeon Topuzliev. Echte Siegchancen hat der TSV Unterhaching freilich nicht. © TSV Unterhaching

Was für eine wunderbare Heimpremiere hätte das werden können: Am Sonntag (16 Uhr) empfängt Volleyball-Bundesligist TSV Unterhaching den Serienmeister aus Berlin. Doch die Fans müssen draußen bleiben.

Unterhaching – Je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens bleiben die Ränge der Bayernwerk Sportarena ganz oder fast leer. „Es dürfen null oder zehn Prozent der Hallenkapazität genutzt werden“, erläutert TSV-Geschäftsführer Mihai Paduretu, der derzeit in täglichem Kontakt mit dem Gesundheitsamt steht. Die Entscheidung werde in Abhängigkeit der Inzidenzwerte kurzfristig fallen, aber selbst im günstigsten Fall dürfen allenfalls akkreditierte Familienangehörige oder Sponsoren dem Spiel beiwohnen. „Das ist natürlich nicht nur wegen der fehlenden Einnahmen, sondern auch wegen der fehlenden Stimmung ernüchternd“, so Paduretu. „Aber wir müssen es so nehmen, wie es kommt.“

Auch Paduretus Sohn Eric, Zuspieler des TSV, bedauert die Situation: „Es ist natürlich schade, dass unsere Zuschauer nicht dabei sein können, um die Superstars aus Berlin zu sehen. Die Fans sind für jeden Sportler eine Riesenmotivation, sein Bestes zu geben.“ Dass eine große Kulisse die jungen Hachinger, von denen die meisten am Sonntag ihr Erstligadebüt feiern, nervlich über Gebühr belasten könnte, ein Geisterspiel sogar günstiger ist, glaubt er nicht: „Als junger Spieler genießt man jeden Punkt gegen so einen Gegner. Was die Nervosität angeht, glaube ich, sobald der Ball am Sonntag fliegt, ist da kein Unterschied zu spüren. Wir haben auch nichts zu verlieren.“

Sein Trainer Patrick Steuerwald antwortet auf die Frage nach den Auswirkungen der Geisterkulisse auf die Psyche der Spieler mit einem originellen: „Jein und jein. Es kann ein Vorteil sein. Andererseits können einen die Fans auch hochpushen und es ist in jedem Fall schöner, wenn sie dabei sind.“ Generell, so der Ex-Nationalspieler, sei im Team „eine gewisse Nervosität spürbar, aber das gehört ja auch dazu, wenn man zum ersten Mal so ein Spiel bestreiten darf.“

Seine Erwartungen will Steuerwald nicht in Zahlen ausdrücken: „Es zählt kein Ergebnis, es zählt nur, das Beste zu spielen, was wir in der Lage sind zu spielen. Ob das dann bedeutet 13 Punkte, 23 oder gar einen Satzgewinn, hängt vom Gegner ab.“ Dabei betont der 34-Jährige: „Unser Bestes ist nicht das Gleiche wie vor drei Wochen.“

Denn da mussten die Hachinger ja bekanntlich wegen eines Coronafalles in ihrem Umfeld in Quarantäne gehen. „Das war schon ein Rückschlag“, findet auch Eric Paduretu. „Nach zwei Wochen ohne Bewegung und ohne Ball muss man fast wieder bei Adam und Eva anfangen. Bis man auf den Stand kommt, den man vor der Pause hatte, vergehen dann nochmal zwei Wochen. Und durch die Steigerung von null auf 100 kommen dann auch einige körperliche Wehwehchen wieder, die man davor eigentlich auskuriert hatte.“

Trotz dieser Erschwernis und der Übermacht des Gegners hat Paduretu junior, der, weil Benedikt Sagstetter Bänderprobleme im Sprunggelenk plagen, wohl als Zuspieler beginnen wird, durchaus eine Zielsetzung: „Das Ziel ist immer, das Maximale rauszuholen, uns auf uns selbst zu fokussieren, die Dinge, die wir uns vorgenommen haben umzusetzen und die Chancen zu nutzen, die wir bekommen.“

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