Zwölf Stürze kosten Föhring den ersten Saisonsieg

Gelungene Turn-Party vor 500 Zuschauern

Unterföhring - Als Marta Pihan-Kulesza um 14.27 Uhr ihre Bodenübung beendet hatte, stand die Unterföhringer Halle an der Jahnstraße endgültig Kopf. Kinder, Teenies, Erwachsene - 500 begeisterte Zuschauer bejubelten den Star der heimischen Mannschaft.

Die polnische Gastturnerin hatte zum Abschluss des dritten Wettkampftages der Zweiten Bundesliga mit ihrer beeindruckenden Choreographie alle in ihren Bann gerissen, aber vor allem den Grundstein für den Unterföhringer Erfolg gelegt: Durch den zweiten Platz vor heimischer Kulisse qualifizierte sich die TSV-Mannschaft für die Relegation, in der Anfang Dezember in Bühl um den Aufstieg in die erste Bundesliga geturnt wird.

„Wir haben uns da eingereiht, wo wir hingehören, und können sehr zufrieden sein“, sagt Trainer Siegfried Fülle. Nach Platz zwei und vier an den ersten beiden Wettkampftagen im Frühjahr steht in der Addition der zweite Platz im deutschen Turn-Unterhaus zu Buche: „Und dass, obwohl heute eigentlich nicht wirklich unser Tag war“, sagt Fülle und lacht. Immerhin zwölf Stürze musste die Mannschaft um Pihan-Kulesza, Nicole Miller, Toska Markgraf, Lina Weinmann, Katharina Roche und die beiden Föhringer Eigengewächse Thea Fellhauer und Jessica Wanner hinnehmen.

Diese zwölf Punkte mehr, und es hätte wohl zum ersten Saisonsieg gereicht. So mussten die TSV-Frauen wie bereits zweimal zuvor dem SSV Ulm den Vortritt lassen, der verdient direkt in die Erste Liga aufsteigt. „Sie gehören nach oben. Wir müssen noch stabiler werden. Aber der Wettkampf heute hat gezeigt: Es tut sich was in Unterföhring“, sagt Trainer Magid Saghafi. Zum Stamm der erfahrenen Turnerinnen mischen sich nach und nach Nachwuchstalente. Zwar mussten Wanner und Fellhauer am Samstagnachmittag ein wenig Lehrgeld bezahlen, „aber das ist normal. Sie sind auf einem sehr guten Weg“, sagt Saghafi.

Die zwölf Jahre alte Fellhauer startete immerhin zum ersten Mal in der Liga schon an zwei Geräten. Trotz augenscheinlicher Nervosität erwischten die Föhringerinnen angefeuert vom eigenen Nachwuchs einen guten Start am Sprung. 51,05 Punkte zeigte das Konto nach dem ersten Gerät - keine andere Mannschaft konnte im Verlauf des Wettkampfes mehr erturnen. An Stufenbarren, Schwebebalken und Boden allerdings folgten die Stürze, die sich im Wettkampf ohne Streichresultat direkt im Mannschaftsergebnis niederschlagen. „Das passiert einfach. Wir trainieren jetzt weiter und hoffen, dass es in Bühl weniger Patzer werden“, sagt Fülle.

Wie im vergangenen Jahr geht es in der Vorweihnachtszeit um den Aufstieg. Ohne Pihan-Kulesza, die sich in Polen auf die Olympia-Qualifikation Anfang Januar vorbereiten wird, ist die Aufgabe gegen die Erstligisten Eintracht Frankfurt und TS Großburgwedel keineswegs leicht zu meistern. „Wir versuchen alles, aber es ist auch kein Beinbruch, wenn es nicht klappt“, sagt Fülle. Die Zweite Liga sei die beste Plattform, Nachwuchstalente an das hohe Niveau heranzuführen: „Dann nutzen wir das einfach noch weiter aus.“

Auch der dritte Platz der TSV-Mannschaft im Landesliga-Finale am Sonntag zeigt, dass Turnen made in Unterföhring pünktlich zur Fertigstellung des Hallen-Neubaus auf dem höchsten Niveau angekommen ist. Für Pihan-Kulesza Grund genug, im kommenden Jahr wieder für den TSV turnen „Es ist eine große Ehre für mich und es macht Riesenspaß“, sagte die 24-Jährige schon am Samstag, bevor sie schnell weg musste. Feiern mit ihren Mannschafts-Kolleginnen - die WM-Turnerin fühlt sich wohl in Unterföhring.

Hanna Schmalenbach

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