Blitzsauberes Debüt: Ex-Profi Zac Treece, Werfer der Bundesliga-Baseballer Haar Disciples,  hält die gefürchtete Regensburger Offensive über sieben Innings in Schach.	Fotos: Gerald Förtsch
+
Blitzsauberes Debüt: Ex-Profi Zac Treece hält die gefürchtete Regensburger Offensive über sieben Innings in Schach.

Disciples schlagen bislang unbesiegten Tabellenführer Regensburg nach 0:10-Pleite tags zuvor

Haar gelingt der große Wurf

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
    schließen

Haar – Als alles vorbei und dieser unverhoffte Zwischenstand tatsächlich zum Endresultat geworden ist, steuert William Thorp stracks auf seinen Teamkollegen Sean Cowan zu und umarmt ihn derart stürmisch, dass man fast Angst um die Gesundheit des jungen Werfers der Haar Disciples haben muss. Der Gefühlsausbruch des Kanadiers kommt indes nicht von ungefähr.

Denn durch zwei beeindruckend souveräne Schlussinnings ohne einen gegnerischen Run hat der 23-jährige Cowan seine Disciples zu einem 5:4-Sieg geführt – und das gegen die Regensburg Legionäre.

Dazu muss man wissen: Das Team aus der Oberpfalz ist bis dato noch unbesiegt gewesen in dieser Bundesligasaison. Und erst am Vorabend hatte der Außenseiter aus Haar im ersten Duell in Regensburg eine 0:10-Klatsche kassiert, bei der selbst das Wort chancenlos noch eine freundliche Umschreibung für den Auftritt der Gäste war. Umso erstaunlicher ist, wie sich 18 Stunden später das zweite Spiel dieser beiden Klubs im Ballpark Eglfing entwickelt – nämlich in eine umkämpfte und spannende Partie, inklusive Happy End für die Platzherren.

„Dieser Sieg wird uns sehr viel Selbstvertrauen geben“, ist Trainer Alex Tufts überzeugt. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie gegen ein Top-Team wie Regensburg gewinnen können – wenn sie das machen, wozu sie in der Lage sind.“ Neben Sean Cowan, der in der Schlussphase den Sieg nach Hause wirft, avanciert vor allem ein Spieler zum Matchwinner: Starting Pitcher Zac Treece zeigt bei seinem ersten Auftritt im Disciples-Trikot eine blitzsaubere Leistung und hält die gefürchtete Regensburger Offensive über sieben Innings in Schach – und das, nachdem er zuvor bloß eine einzige Trainingseinheit mit seinem neuen Team absolviert hatte. „Zac hat genau das gemacht, was ich von ihm erwarte“, lobt Tufts. „Mit seinen zehn Jahren Profi-Erfahrung soll er bei uns auf und neben dem Platz ein Anführer sein.“

So gerne und so ausführlich der Coach über das zweite Spiel und über die Vorstellung seines neuen Pitchers spricht – so schmallippig fällt seine Analyse des ersten Duells aus. „Regensburg hat stark gespielt, und wir haben uns offensiv schwergetan“, sagt Tufts – wobei ihn jedes einzelne Wort offenbar Überwindung kostet. Tatsächlich muss Startwerfer Titus von Kapff schon im Auftaktinning vier Runs hinnehmen; nach dem dritten Abschnitt heißt es gar 0:7 aus Sicht der Gäste. Deren Schlagmänner wiederum bleiben in der kompletten Partie so harmlos wie Schoßhündchen – allein Simon Lechner und William Thorp gelingt je ein Treffer. Und als wäre das nicht bitter genug, beenden die Regensburger diese einseitige Partie auch noch vorzeitig, indem sie ihren Vorsprung im siebten Inning auf 0:10 ausbauen.

Doch dieser rabenschwarze Auftritt ist tags darauf schon wieder vergessen – dank einer Leistungssteigerung des gesamten Teams und dank eines starken Bundesligadebüts von Zac Treece. Und dank Sean Cowan, der auch die letzte Prüfung des Tages souverän meistert, indem er William Thorps herzhafter Umarmung nach einigen Sekunden wieder entkommt – heil und unversehrt.

Regensburg Legionäre – Haar Disciples 10:0, Haar – Regensburg 5:4

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare