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Haching siegt auch beim Serienmeister

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Unterhaching - Unaufhaltsam marschiert Generali Haching in der Volleyball-Bundesliga vorneweg. Nach einem dramatischen Schlussakt siegte der ungeschlagene Spitzenreiter auch beim Serienmeister VfB Friedrichshafen mit 3:2 (20:25, 25:18, 18:25, 25:19, 16:14).

Diese Saison ist für die Hachinger ganz gewiss nicht arm an Höhepunkten, doch der Erfolg bei den Häflern war noch einmal ein ganz besonderer. Zunächst einmal grundsätzlich: „Das war erst das zweite Mal in zwölf Jahren, dass wir in Friedrichshafen gewinnen konnten“, verwies Generali-Coach Mihai Paduretu auf die Historie dieses Duells. Dann aber auch aufgrund der personellen Umstände: Zwar waren die Stamm-Außenangreifer Denis Kaliberda und Alexander Shafranovich wieder mit von der Partie, doch Sebastian Prüsener fiel kurzfristig wegen Rückenbeschwerden aus. So musste Paduretu wieder umstellen: Robert Hupka, der normalerweise auf Außen angefangen hätte, um Kaliberdas Knie noch Schonung zu gewähren, rückte auf die Libero-Position. „Er hat sensationell verteidigt“, schwärmte Paduretu vom Slowaken. „Er ist unsere Wunderwaffe. Wenn wir ihn brauchen, ist er da.“

Mit seiner gewohnten Zuverlässigkeit trug Hupka wesentlich dazu bei, dass die Hachinger am Bodensee ein Spiel herumrissen, dessen Verlauf in einigen Phasen gegen sie sprach. So im mit 20:25 abgegebenen ersten Satz, der Paduretu überhaupt nicht gefiel: „Das war unsere schlechteste Saisonleistung, allein von der Körpersprache her.“ Über den schwachen Start wollte er trotz des späteren Triumphs nicht einfach hinweggehen: „Das war unerklärlich, und darüber werden wir intern noch sprechen.“

Haching fing sich aber, dominierte seinerseits den zweiten Durchgang mit 25:18, um den dritten mit dem gleichen Ergebnis zu verlieren. Im vierten, bis zum 17:17 engen Satz behielt das Paduretu-Team die Nerven und erreichte durch ein 25:19 letztlich souverän den Tie Break. Der hatte es dann in sich, der VfB führte 10:6, 13:10 und 14:12. „Da hat man dann schon andere Gedanken. Du weißt genau, dass das jetzt schwierig wird“, gewährte Kaliberda anschließend Einblick in sein Innenleben, als das Team mit dem Rücken zur Wand stand. Doch hier zeigte sich einmal mehr eine Qualität, die die Hachinger in dieser Saison auszeichnet, und die Christian Dünnes, mit 20 Punkten erfolgreichster Generali-Angreifer, so beschreibt: „Wir sind als Mannschaft ruhig geblieben.“ Und in dieser Ruhe liegt offenbar tatsächlich einiges an Kraft: Der Tabellenführer wehrte die zwei VfB-Matchbälle ab, Kapitän Max Günthör, der gebürtige Friedrichshafener, machte mit Hachings erster Chanc e nach 117 Minuten den Sack zum 16:14 zu.

„Das hätte auch anders ausgehen können, es war schon Glück dabei“, gab Paduretu nach dem spannenden Finish zu, das seine Mannschaft in eine sehr komfortable Ausgangslage gebracht hat: Bei sechs Punkten Vorsprung auf die Häfler dürften die Hachinger, trotz neun ausstehender Partien, in der Normalrunde kaum mehr von Rang eins zu verdrängen sein. „Wir denken nicht so weit“, betonte Paduretu allerdings. Er genoss lieber die spezielle Atmosphäre vor 3600 Fans. „Eine sehr schöne und faire Stimmung, wie es sich für ein Spiel Zweiter gegen Erster gehört.“ Nur eines trübte seine Freude über diesen besonderen Volleyball-Abend, nämlich dass er nicht über die ZF-Arena hinausstrahlte: „Schade, dass kein Fernsehen da war.“ Umbeto Savignano

Generali Haching: Skladany, Dünnes, Kaliberda, Shafranovich, Günthör, Cedeno, Hupka (L); Carvalho, Hirsch, Friedrich, Strohbach, den Boer

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