Christian Dünnes ist bereits jetzt heiß auf das Pokalfinale am 4. März in Halle/Westfalen. Foto: Robert Brouczek

Hachings unerschütterliches Selbstvertrauen

Unterhaching - Trotz des vierten Pokalfinaleinzugs in Folge war nicht allen Beteiligten bei Generali Haching zum Lachen zumute.

Sportlich gesehen hätte Mihai Paduretu allen Grund zu ungetrübter Freude gehabt: Ganz souverän war seine Mannschaft mit einem 3:0 (25:16, 25:23, 25:23)-Sieg beim TV Bühl zum vierten Mal in Folge ins Endspiel um den deutschen Volleyball-Pokal eingezogen. Doch Generali Hachings Trainer war auch eine halbe Stunde nach Spielschluss noch mächtig verärgert. Denn gegen Ende des dritten Satzes drohte den in den ersten beiden Durchgängen ungefährdeten Hachingern eine unerwünschte Verlängerung der Partie, und zwar nicht durch eigenes Verschulden, sondern durch zwei, seiner Ansicht nach krasse Fehlurteile der Schiedsrichter.

Bühl schaffte es in diesem dritten Satz, dem Pokalverteidiger und ungeschlagenen Bundesliga-Tabellenführer richtig Paroli zu bieten. Und so stand es 18:18, ehe die Unparteiischen laut Paduretu zweimal mächtig daneben lagen: „Erst war der Ball mindestens einen Meter im Aus, und das Ass von Robert Hupka wurde uns auch verweigert. Solche Entscheidungen sind eine Frechheit, das darf in einem Halbfinale nicht passieren!“, schimpfte Hachings Coach, dessen Team sich plötzlich mit 18:20 im Rückstand sah, sich zum 21:21 herankämpfte, dann wieder 21:23 hinten lag, letztlich aber die Nerven behielt und mit vier Punkten am Stück das 25:23 und damit den klaren Dreisatz-Erfolg besiegelte.

Dass sich Paduretu trotz dieses Ausgangs, mit dem seine Spieler einmal mehr ihr unerschütterliches Selbstvertrauen und mentale Stärke in einer schwierigen Situation bewiesen hatten, nicht beruhigen wollte, lag am Verhalten des Bühler Managers Georgios Vlachojannis, der ihm nach der Partie gesagt habe, Haching müsse sich für den Sieg beim Schiedsgericht bedanken. „So eine unfaire Geste der Verantwortlichen des Gastgebers habe ich in vielen Jahren als Trainer noch selten erlebt - vor allem bei so krassen Fehlentscheidungen gegen uns.“ Die Hachinger Verantwortlichen waren sogar so verärgert, dass sie der Pressekonferenz demonstrativ fernblieben.

Um einiges fröhlicher wirkten die Spieler, allen voran Christian Dünnes und Sebastian Prüsener, die nun Gelegenheit haben, im Endspiel am Sonntag, 4. März 2012, in Halle/Westfalen ihr jeweiliges persönliches Pokal-Schicksal zu überwinden. Dünnes bezeichnet seine 2:3-Niederlage nach 2:0-Vorsprung mit Düren im Finale 2010 gegen Haching als seine größte sportliche Niederlage. Klar, dass der 27-Jährige strahlte: „Wir wollten uns für die Entbehrungen der Weihnachtstage mit dem Einzug ins Finale das größte Geschenk überhaupt machen. Das ist geschafft.“ Libero Prüsener (29), der nach zwei Spielen Pause wegen eines Hexenschusses in Bühl aufs Feld zurückkehrte, meinte: „Der Pokal ist fast ein Trauma für mich. Meister war ich schon, aber diesen Wettbewerb habe ich noch nie gewonnen. Das ist schon frustrierend. Nun hoffe ich auf ein gutes Ende.“ Umberto Savignano

Generali Haching: Skladany, Dünnes, Kaliberda, Shafranovich, Günthör, Cedeno, Prüsener (L); Hirsch, Carvalho, Hupka, den Boer

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