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Markus Mundl: „Mein Bein hat ausgesehen wie ein Golfschläger“

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Von: Patrik Stäbler

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Zurück im Team: Markus Mundl (schwarz) hat nach langer Verletzungspause wieder das Trikot übergezogen. © Dieter Michalek

Markus Mundl hat das ja schon zigmal mitgemacht: Erst ertönt die Musik, dann traben die Ismaninger Handballer unter dem Jubel ihrer Fans zur Mittellinie, und dort wird dann jeder Spieler einzeln vorgestellt. Diesmal aber, vor der Bayernligapartie gegen Günzburg, sei es „ein besonderer Moment“ gewesen, als der Hallensprecher seinen Namen vorgelesen hat, räumt Mundl ein. „Ich habe mich riesig gefreut.“

Ismaning – Diesen Satz sagt der 27-Jährige freilich mit einer grautristen Miene, die so gar nicht zu seinen Worten passen mag. Zum Grund hierfür später – zunächst zur Ursache seiner Freude. Denn letztmals hat Markus Mundl die Einlaufzeremonie in der Realschulhalle vor fünfzehn Monaten mitgemacht, seinerzeit in der Landesliga gegen Herrsching. Eine Woche später traten die Isis in Dachau an, wo der Linksaußen beim Wurf in den Kreis sprang und dort mit dem Keeper zusammenrasselte.

„Es hat ganz schön geschnackelt im Knie, und ich habe gleich gewusst, dass es was Schlimmeres ist“, erzählt Mundl. Noch am Abend fährt er zum Ismaninger Teamarzt, tags darauf bestätigt eine Ultraschalluntersuchung dessen Verdacht: Kreuzbandriss. Und es kommt noch ärger: Bei der Operation stellt sich heraus, dass auch der Außenmeniskus lädiert ist. „Es wurde überlegt, den ganz rauszunehmen“, sagt Mundl. „Aber dann hat man doch versucht, es zu nähen.“

Für den Münchner, der seit der C-Jugend in Ismaning spielt, bedeutet das: In den ersten sechs Wochen nach der OP darf er sein linkes Bein gar nicht belasten. „Ich konnte nichts alleine machen, überall musste ich hingefahren werden.“ Die sechs Wochen fühlen sich an wie eine Ewigkeit – und: „Danach hat mein Bein ausgesehen wie ein Golfschläger“, sagt Mundl und grinst. „Da war gar keine Kraft mehr da.“ Entsprechend langwierig gestaltet sich die Reha: Mehr als ein Jahr lang rackert er für sein Comeback. Dem Handball ganz adieu sagen? „Nein, daran habe ich nie gedacht“, betont Mundl. „Dafür macht es mir zu viel Spaß, und die Mannschaft ist mir zu wichtig.“ Und so ist der dienstälteste Akteur des Bayernligakaders auch im Krankenstand stets bei den Spielen dabei, feuert an, leidet mit und feiert mit – unter anderem den Aufstieg im Vorjahr.

455 Tage nach dem Dachau-Spiel streift Markus Mundl vor gut einer Woche in Waldbüttelbrunn erstmals wieder das Isis-Trikot über. Allein richtig freuen kann er sich nicht nach seinem Comeback, denn die Isis gehen mit 20:39 unter. Am vergangenen Samstag folgt dann sein Heimspieldebüt gegen Günzburg – und wieder blickt der Rückkehrer hinterher bedröppelt drein. Denn durch das 25:28 rutscht der TSV auf den letzten Tabellenplatz ab; aktuell stehen die Zeichen auf Landesliga.

Doch wenn Markus Mundl in den vergangenen 455 Tagen eines gelernt hat, dann ist es kämpfen – und so bekräftigt er schon Minuten nach der bitteren Niederlage: „Wir sind immer noch alle überzeugt, dass wir den Klassenerhalt packen.“ Und er selbst will ohnehin noch „ein paar Jahre“ in Ismaning spielen – möglichst in der Bayernliga. 

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