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Im Angriff Akzente gesetzt: Christopher Schmalz (l.) & Co. kassieren dennoch eine 25:37-Schlappe.

Handball - Bayernliga

Mit „Stand-Handball“ auf verlorenem Posten

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Eine Minute vor Schluss bebt die Realschulhalle endgültig. Auf der Haupttribüne ist das Gros der Zuschauer aufgestanden, mit Trommeln und Klatschpappen machen sie Radau, und aus dem Pulk ragen mehrere Handys hervor, um den Jubel der Fans auf Video festzuhalten – während ihrer Mannschaft unten auf dem Feld der Sieg nicht mehr zu nehmen ist.

Ismaning – So eine prächtige Stimmung hat man in Ismaning schon lange nicht mehr erlebt – allein zwei Haken gibt es aus Sicht der Gastgeber. Erstens sind die, die jubeln, nicht etwa Heimfans. Und zweitens, sind die, die bejubelt werden, nicht die Bayernliga-Handballer des TSV Ismaning. Vielmehr sind es die Gäste aus Unterhaching, für die sich dieses Derby dank der gut 100 lautstarken Schlachtenbummler wie ein Heimspiel anfühlt, und die den Isis am Ende eine 25:37-Abreibung verpassen.

Für die Ismaninger ist es derweil ein Déjà-vu: Schon in der Vorwoche hatte der designierte Absteiger eine 22:33-Klatsche gegen den anderen Nachbarclub kassiert, den SV Anzing, der wie die Hachinger noch ums Überleben in der Bayernliga kämpft. Und damals wie heute hört sich die Analyse der Ismaninger Trainer Rudi Heiss und Christoph Ilg fast wortgleich an. „Man hat von Anfang an gemerkt, dass es bei Haching noch um was geht – anders als bei uns“, räumt Ilg offen ein. „Gerade in der ersten Halbzeit haben wir Stand-Handball gespielt, vor allem im Angriff.“

Überdies habe sich die dünne Personaldecke besonders im Rückraum bemerkbar gemacht, sagt der Coach, bei dessen Isis neben den Langzeitverletzten Fabian Stoiber, Jan Geserer und Florian Nortz auch Olaf Neumann und Yannick Teschner fehlen. Wobei Christoph Ilg auch anmerkt: „Ich hätte eher gedacht, dass uns vielleicht am Ende des Spiels die Luft ausgeht.“

Tatsächlich ist es jedoch die erste Halbzeit, in der sich die Hausherren über weite Strecken völlig indisponiert präsentieren. Zwar kommen die Isis nach einem frühen 1:5-Rückstand noch mal auf 5:6 heran, doch danach tritt Haching aufs Gas – während Ismaning im Leerlauf rollt. Die Folge: Zur Pause liegen die Gastgeber sage und schreibe mit 9:19 hinten. „Wir haben innerlich gekocht“, sagt Ilg. „Aber wir haben in der Kabine trotzdem ganz ruhig mit den Jungs gesprochen und gesagt, dass sie diese Halbzeit abhaken müssen – und dass es jetzt von vorne losgeht.“

Diese Ansage zeigt Wirkung, wobei die Hachinger es ob des Vorsprungs nach dem Wechsel auch spürbar lockerer angehen lassen. Spannend wird die Partie aber zu keinem Zeitpunkt mehr – auch nicht, als Ismaning zwischenzeitlich bis auf sechs Tore verkürzt, vor allem dank Markus Neubauer, Christopher Schmalz und Kapitän Markus Mundl, die im Angriff Akzente setzen. Letztlich bleibt den Hausherren aber auch ihr Minimalziel verwehrt, nämlich zumindest den zweiten Durchgang für sich zu entscheiden. Denn am Ende drehen die Unterhachinger, die durch den Sieg den Klassenerhalt fix machen, wieder auf und erzielen sechs Tore am Stück – unter dem lautstarken Jubel ihrer Anhänger auf der Tribüne.

TSV Ismaning – TSV Unterhaching 25:37 (9:19)

Ismaning: Zimmermann, F. Deimel, Anschütz – Schmalz (6), Mundl (6/2), Neubauer (5), Elsinger (3), Donaubauer (3), Langer (1), Rehnert (1/1), T. Stoiber, Dietrich, Kämpfe, Lang.

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