+
Lautstarker Anhang: die Fans der HSG Dietmannsried/Altusried in Ismaning.  

Handball

Isis finden erst spät das Gaspedal

  • schließen

50 Minuten naja, zehn Minuten super - das reicht den Handballern vom TSV Ismaning zum Sieg. Und dies vor ungewöhnlicher Kulisse.

Ismaning – Die Handballer des TSV Ismaning bezeichnen ihre Heimspielstätte als „Hölle Süd“, weshalb man eigentlich nicht überrascht sein dürfte, dort rote Wesen anzutreffen. Doch was die Gäste-Fans der HSG Dietmannsried/Altusried im Landesligaduell der zwei Klubs in der Realschulhalle veranstaltet haben, ist dann doch erstaunlich gewesen: Eine Busladung voll Schlachtenbummler saß auf der Tribüne, allesamt rot gekleidet, viele mit Masken auf dem Kopf – und in der Summe so laut, dass die auch nicht für ihre Zurückhaltung bekannten Isis-Anhänger durchaus Mühe hatten mitzuhalten.

Vielleicht ist es ja diese rote Wand aus Gäste-Fans gewesen, die die Ismaninger Spieler nachhaltig verunsichert hat. Jedenfalls habe seine Mannschaft bloß zehn Minuten lang das abgerufen, wozu sie imstande sei, kritisiert Christoph Ilg. Der Trainer spricht in dem Zusammenhang von „unseren klassischen zehn Minuten“, denn dass die Leistung der Isis in einem Spiel derart wankelmütig ist, kommt nicht zum ersten Mal in dieser Saison vor.

Diesmal freilich reichen zehn guten Minuten zum Sieg: Mit 33:29 gewinnen die Ismaninger, deren Trainer hinterher dennoch mehr kritisiert denn lobt. „Mit der Leistung heute kann ich nicht zufrieden sein, denn wir haben fünfzig Minuten lang unter unseren Verhältnissen gespielt“, betont Ilg. „Unser Ziel ist es, in den nächsten ein, zwei Saisons eine Spitzenmannschaft zu werden. Doch dann sollten wir endlich auch mal so auftreten und mehr Souveränität zeigen.“

Doch vor allem in der ersten Hälfte finden die Isis nie recht ins Spiel und haben es offensiv vor allem einem gut aufgelegten Tom Notz zu verdanken, dass zur Pause beim Stand von 12:12 noch alles offen ist. In der Kabine habe er an seine Spieler appelliert, in den Zweikämpfen engagierter zur Sache zu gehen, sagt Ilg. Doch zunächst ändert sich auch im zweiten Durchgang wenig am Bild – bis zur 39. Minute. Da geht plötzlich ein Ruck durch das Team: Als hätten die Isis endlich das Gaspedal gefunden, legen sie einen 5:0-Zwischensprint aufs Parkett – teilweise sogar in Unterzahl. Und auch danach wirbeln die Gastgeber munter weiter, bis die Partie beim Stand von 27:22 so gut wie entschieden ist.

„In diesen zehn Minuten haben wir gefühlt mit 110 Prozent gespielt“, lobt Christoph Ilg, ehe er auf dieses Zuckerbrot sogleich die verbale Peitsche folgen lässt: „Aber in den restlichen fünfzig Minuten haben die Jungs offenbar gedacht, dass achtzig Prozent auch reichen. Und diese Einstellung sollten wir so bald wie möglich abstellen.“

TSV Ismaning – HSG Dietmannsried/Altusried 33:29 (12:12)

Isis: Hertel, F. Deimel – Teschner (6), Lang (6), Notz (6/4), Baierlein (5), Elsinger (4), Stoiber (3), Zobel (1), Mannel (1), Nickel (1), Mansaré, Lattner, Herrmann.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Aufruf zum Merkur CUP: Fotos der Teams einsenden
Der Merkur CUP 2020 muss zwar wegen der Corona-Krise ausfallen. Trotzdem möchte der Münchner Merkur mit seinen Heimatzeitungen über die Veranstaltung für …
Aufruf zum Merkur CUP: Fotos der Teams einsenden
So gut wie sicher: HT-Damen steigen auf
Für die Handball-Teams unterhalb der 3. Liga ist die Saison wohl vorbei. Sollte der Bayerische Handball-Verband (BHV) einer entsprechenden Empfehlung des Deutschen …
So gut wie sicher: HT-Damen steigen auf
Hausaufgaben statt Playoffs
Corona-Krise: Sportreporter Umberto Savignano berichtet von seiner Arbeit auf Sparflamme.
Hausaufgaben statt Playoffs

Kommentare