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Eck ist weg: Der Trainer verschwindet unter einer Ladung Bier, die ihm Dominik Langer verpasst; links: Torhüter Joachim Murgg.
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Bayernliga wir kommen: Ismanings Handballer feiern daheim den Aufstieg.
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Proppenvoll: 600 Zuschauer kommen zum Landesligaspiel des TSV Ismaning
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Privater Fanclub: Der Ismaninger Keeper Joachim Murgg wird vom Ingolstädter Team seiner Freundin angefeuert.

Handball – Landesliga

Meisterstück vor 600 Zuschauern

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Kaum ist die Schlusssirene ertönt, jagen all die Langzeitverletzten bei den Ismaninger Handballern aufs Feld: Florian Nortz, Markus Mundl, Alexander Deimel und wie sie alle heißen. Ja sogar Stephan Weißenberger humpelt auf Krücken in Richtung des gelben Jubelknäuels, das kurz darauf so heftig auf und nieder hüpft, dass man Angst um all die lädierten Schultern und Knie haben muss.

Ismaning – Das echte Wunder aber ist, dass Thomas Eck die Festivitäten auf dem Feld nach dem 29:26-Sieg über den TSV Ottobeuren heil übersteht. Denn allen voran Fabian Stoiber drückt den Trainer des Landesligisten so, sagen wir mal, herzlich an sich, dass man die knacksenden Rippen zu hören glaubt. Dabei ist der Routinier einer der wenigen, die etwas Vergleichbares schon mal erlebt haben: 2013 stieg Stoiber mit dem TSV in die Bayernliga auf – und selbiges hat der Klub nun auch durch den Sieg über den Verfolger ein Spiel vor Saisonende fix gemacht.

„Ich habe ja zu denen gehört, die nicht unbedingt nach oben wollten“, sagt Thomas Eck etwas später, vor Weißbier triefend, wie es sich für einen Meister-Trainer gehört. „Aber so, wie die Jungs all die Rückschläge weggesteckt haben, und nach dieser Rückrunde, haben sie sich den Aufstieg verdient.“ Dabei hatten die Isis ihren ersten Matchball noch vergeben, als sie in der Vorwoche überraschend beim Kellerkind Würm-Mitte verloren. Doch immerhin einen positiven Aspekt hatte die Niederlage: „Jetzt können wir daheim feiern“, sagt Eck, „und das ist natürlich schöner“.

Vor allem, weil die Handballer nicht alleine jubeln – sondern in einer proppenvollen Halle mit locker 600 Zuschauern. Sie sehen anfangs ein dominantes Heimteam, das auf 7:3 davonzieht. In der Folge aber tun sich die Isis im Angriff immer schwerer, auch weil ihr Spielmacher Lukas Donaubauer infolge einer Knieblessur nur mehr bedingt einsetzbar ist. Und so kommen die Gäste auf 10:10 heran und haben später beim Pausenstand von 15:16 die Nase vorne. Dabei hätte der Ismaninger Rückstand sogar noch deutlicher ausfallen können, wäre bei ihnen nicht Joachim Murgg im Tor gestanden. „Er hat uns im Spiel gehalten“, lobt Thomas Eck seinen Keeper, der an diesem Tag von einem privaten Fanclub der HG Ingolstadt angefeuert wird, für die seine Freundin aufläuft.

Sie und ihre Kolleginnen sehen im zweiten Durchgang einen weiter starken Keeper, und dazu findet auch die Ismaninger Offensive wieder in die Spur – vor allem dank Fabian Stoiber, Dominik Langer und Yannick Teschner, die zusammen 22 Tore erzielen. Das Trio führt die Isis von 21:23 auf 23:23 heran und bis zur 56. Minute auf 28:25 davon – die Vorentscheidung. Wenig später hüpft eine gelbe Jubeltraube durch die Halle, ehe sich literweise Weißbier über das Haupt von Thomas Eck ergießt. Dass dabei das Glas zu Bruch geht, bleibt eine Randnotiz dieses denkwürdigen Abends. Wobei: Scherben bringen ja Glück – vielleicht auch für die Bayernliga.

TSV Ismaning – TSV Ottobeuren 29:26 (15:16)

Ismaning: Murgg, F. Deimel – Langer (9), F. Stoiber (7/1), Teschner (6), Donaubauer (3), T. Stoiber (1), Lauer (1), Pohl (1), Geserer (1/1), Bamberger, Dietrich, Prottung.

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