1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis München

Das Herz des Brunnthaler Fußballs

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Marco Pasiciel fühlt sich als Spielertrainer des TSV Brunnthal rundum wohl. Foto: hh
Marco Pasiciel fühlt sich als Spielertrainer des TSV Brunnthal rundum wohl. Foto: hh

Brunnthal - Marco Pasiciel ist Trainer des Fußball-Kreisklassisten TSV Brunnthal - mit erst 22 Jahren.

„Ohne Marco Pasiciel geht gar nichts - der ist unser Herzstück!“ Das Kompliment für den als Spielertrainer beim TSV Brunnthal agierenden Ex-Profi der SpVgg Unterhaching kam aus dem Mund von TSV-Abteilungsleiter Englbert Fürst mit dem Brustton der Überzeugung und einem Mix aus Wertschätzung und tiefer Sympathie. Dabei hatten die Brunnthaler am Sonntag gerade gegen den SV Eurasburg in einer einseitigen Kreisklassenpartie 1:8 verloren (wir berichteten) - Pasiciel hatte beim Aufsteiger wegen fiebriger Erkältung passen müssen.

Das alles wäre noch keine große Nachricht - doch der seit Saisonbeginn für die Brunnthaler wirkende und wirbelnde Ex-Hachinger ist erst 22 Jahre alt - für den Trainer einer gestandenen Fußballmannschaft also auf den ersten Blick noch reichlich grün hinter den Ohren. „Stimmt - am Anfang hatte ich schon so einige Bedenken, ob mich die Jungs hier alle voll akzeptieren“, so Pasiciel. Doch fehlendes Lebensalter macht der junge Mann mit enormer Energie, genauen Zielvorstellungen, viel Fußballfachverstand und einer guten Portion Charme wett. „Der Marco hat hier bereits großen Eindruck hinterlassen“, weiß sein stolzer Abteilungsleiter. „Allein die Trainingsbeteiligung ist enorm in die Höhe geschnellt - die Jungs nehmen ihn voll an!“

Das abwechslungsreiche Coaching mit vielen Essenzen aus dem eigenen Fußballerleben in den Eliteklassen hinterlässt positive Spuren in Brunnthal. Wenn Pasiciel die neu formierte Viererkette ruhig und sachlich einschwört, Ballstafetten ähnlich wie filmische Einstellungen immer wieder üben lässt oder aber den eigenen Mittelstürmer mit einem sanften Lächeln belohnt, obwohl der beim Schusstraining gerade das runde Leder gerade zehn Meter über den Querbalken des Tores gejagt hatte - immer wirkt der junge Mann aus Ottobrunn im Leisen - braucht kein Geplärre und Gekreische, um seine exakten Anweisungen lautmalerisch zu untermauern.

Ebenso wirkt er auch auf dem Platz. Als „6er“ steht er mitten im zentralen Geschehen und ordnet auch auf dem Rasen die Dinge. Seine hervorragende fußballerische Ausbildung merkt man seinen Bewegungen und seinem glänzend strukturierten Spiel an.

Nach ersten Jahren in der Jugend des TSV Ottobrunn wechselte Pasiciel für vier Jahre zum FC Bayern, wo er in der C- und B-Jugend im Mittelfeld wirbelte. Als A-Jugendlicher ging es nach Unterhaching, dort avancierte er später zum Kapitän der Bayernliga-Mannschaft und brachte es sogar auf einige Drittliga-Einsätze. Doch die Chemie stimmte offenbar nicht mehr im Sportpark. Als es in der abgelaufenen Saison schlecht lief, versetzte der damalige Hachinger Drittliga-Trainer Klaus Augenthaler den hoffnungsvollen jungen Mann wieder in die Reserve. „Aber mich hat das ganze Profigeschäft ohnehin angekotzt, zudem hat mich auch mein Vertragsangebot in Haching nicht begeistert“, findet Pasiciel deutliche Worte. „Ich will nicht mit Mitte 30 auf eine Zweitligakarriere zurückblicken - sondern wichtigere Dinge forcieren!“ Wichtiger ist für ihn sein Lehramtsstudium an der Münchner TU - Fachrichtung Mathematik und Sport. „Doch dem Fußball wollte ich unbedingt verbunden bleiben.“

Der Kontakt nach Brunnthal war schnell hergestellt: Der eigene Großvater Edi Pscheid ist schließlich ein TSV-Gründungsmitglied. „Den Schritt habe ich nicht bereut - es gefällt mir in Brunnthal sehr gut!“ Ein Ball, den Fürst sofort zurückspielt. „Hoffentlich bleibt er uns lange erhalten.“ Zu tun hat Pasiciel ja auch reichlich. Zurzeit wird sowohl an technischen als auch an Fitness-Defiziten beim TSV Brunnthal gearbeitet.

Pasiciel wird plötzlich unruhig, er will das Interview beenden und auf den Platz. Schließlich steht Taktikschulung und Schusstraining an. Mit ihm mittendrin - als Herz des Brunnhaler Fußballs.

Harald Hettich

Auch interessant

Kommentare