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Katapultierte sich auf den fünften Platz der der deutschen Jahresbestenliste im 100-Meter-Sprint: Yannick Wolf aus Baierbrunn. Foto: 

Baierbrunner Yannick Wolf sprintet in die deutsche Elite

Vom Weitspringer zum Sprinter: Mit ausgezeichneten Leistungen glänzte der Baierbrunner Leichtathlet Yannick Wolf innerhalb einer Woche bei den nationalen Meetings in Regensburg und Weinheim. Er zählt nun zu den schnellsten Sprintern Deutschlands.

BaierbrunnBei der nationalen Laufnacht und der Sparkassen Gala in Regensburg präsentierte sich der Baierbrunner Yannick Wolf von seiner besten Seite. Bereits bei der Laufnacht arbeitete sich der 20-Jährige im Trikot der LG Stadtwerke München zum Sieg im 100 Meter-Sprint der Männer. Mit 10,58 Sekunden egalisierte er seine letztjährige Bestzeit trotz eines leichten Gegenwindes von 1,1 Meter pro Sekunde. Dem war aber nicht genug, denn bereits einen Tag später präsentierte er sich nochmals in Regensburg in einer ausgezeichneten Verfassung: Im 100 Meter-Vorlauf spurtete er bei einem leichten Rückenwind auf beachtliche 10,47 Sekunden und steigerte seinen Rekord erneut. Als siebtschnellster Athlet verzichtete er später auf das Finale und konzentrierte sich auf den Männer-Weitsprung. Dort gewann er schließlich mit 7,25 Meter klar vor Simon Batz von der LG Landkreis Kehlheim mit 6,99 Meter.

Nun folgte der ganz große Paukenschalg für den Baierbrunner Sport-Polizisten bei der B&S Kurpfalz Gala light in Weinheim: Im 100 Meter-Lauf der Männer kämpfte er sich bereits im Vorlauf auf starke 10,34 Sekunden und stand damit sicher im Endlauf. „Ich bin schon davon ausgegangen, dass ich eine 30er-Zeit laufen kann, sofern alles wirklich passen würde“, sagte Wolf. Im Finale folgte eine weitere Leistungsexplosion: Mit n 10,27 Sekunden verbuchte er innerhalb von einer Woche zum vierten Mal eine neue persönliche Bestzeit und „damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet“. Mit dieser Bayerischen Jahresbestzeit – und so schnell war schon seit acht Jahren kein Bayer mehr – wurde er schließlich überraschender Zweiter hinter Deniz Almas vom VfL Wolfsburg mit 10,08 Sekunden. Hauchdünne zwei Hundertstelsekunden fehlten ihm am Ende nur noch zum Bayerischen Junioren-Rekord aus dem Jahr 1980 des damals legendären Europa-Elite-Sprinters Christian Haas vom LAC Quelle Fürth. Mit dieser Zeit katapultiert er sich nun auf den fünften Platz in der aktuellen Deutschen Jahresbestenliste.

Yannick Wolf selbst sagte über seine Leistungsexplosion im Sprint: „Ich würde sagen, dass es eine gute Mischung aus vielen Faktoren war.“ Dabei hätten seine drei Trainer mit Sprung-Kader-Coach Richard Kick ebenso einen großen Anteil wie sein Sprinttrainer Patrik Saale und sein Krafttrainer Max Mühlbauer. „Aber auch mir spreche ich einen großen Teil zu, dass es am Ende im Sprint alles so schnell geworden ist“, verriet Wolf. Dieses Jahr konnte er endlich mal wieder durchtrainieren ohne eine Verletzungspause und noch dazu stellte er seine Ernährung um. Dazu arbeitete er selbstständig viel an seiner Beweglichkeit und Stabilisierung aller Muskelgruppen. „Vor allem im Rumpf habe ich sehr viel gemacht und nun bin ich aktuell im fittesten Zustand meines Lebens“, erzählte der Landkreis-Athlet sehr zufrieden.

Klar ist ihm auch, dass er der Bayrischen Polizei als seinem Arbeitgeber sehr viel zu verdanken habe, da er nun durch seine Zugehörigkeit zur Sportfördergruppe die Zeit hatte sich voll und ganz auf den Sport zu konzentrieren und viele Veränderungen vorzunehmen. „Das verletzungsfreie Training hat einen sehr großen Einfluss auf die Leistung im Sprint und Sprung gehabt, deshalb konnte ich in meinen Vorbereitungen heuer viele Tempoläufe machen.“

Und eine Überraschung kam noch oben drauf nach seinem „Sprint des Lebens“: Obwohl der Meldeschluss für die Deutschen Meisterschaften bereits vorbei ist, setzte sich der Sprint-Bundestrainer für ihn sein, dass er am kommenden Wochenende bei der DM in Braunschweig an den Start über 100 Meter der Männer gehen darf. „Ich habe jetzt die Möglichkeit zu laufen und mich dort noch mal zu beweisen und vielleicht nochmals schnelle Zeiten zu liefern“, freute sich Wolf.

Der Weitsprung ist trotz seiner großen Weiten für dieses Jahr dennoch vorerst abgehakt. Obwohl er als eigentlicher Weitsprung-Spezialist und Hallen-DM-Achter eigentlich nun auch im Sommer bei der DM starten wollte, klappte dies einfach nicht mit der Qualifikation. „Bei den Deutschen werde ich jedenfalls jetzt nur 100 Meter laufen“, berichtet der ehrgeizige Athlet. Nachdem es heuer Corona bedingt keine Staffel-Wettbewerbe gibt, kann er hier auch seine Bronzemedaille vom Vorjahr nicht verteidigen. Nächstes Jahr soll allerdings der Deutsche U23-Junioren-Rekord angegriffen werden. Zwischen dem 100 Meter-Vor- und Endlauf ging er übrigens noch im Weitsprung der Männer an den Start. Dort feierte er eine neue Saisonbestleistung mit sehr guten 7,47 Meter - und damit die zweitbeste Bayerische Marke in diesem Jahr. Dennoch erreichte er in der internationalen Konkurrenz diesmal nicht das Finale und wurde „nur“ Neunter. Nicht zu bezwingen war hier Julian Howar von der LG Kreis Karlsruhe mit 8,06 Meter vor dem Franzosen Augustine Bey mit 8,03 Meter.

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