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Gold im Einzelrennen: Nico Paufler aus Ismaning. 

Ismaninger gewinnt Gold, Silber und Bronze bei U23 Wildwasser-WM

Langsam wird’s eng in Pauflers Medaillenschrank

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Noch weiß Nico Paufler selbst nicht, wie‘s ausgehen wird, aber eines sei sicher: „Es wird eng.“ Der 21-jährige Kanute aus Ismaning meint damit nicht irgendein Rennen, sondern seinen Medaillenschrank im elterlichen Haus im Ortsteil Fischerhäuser. Dort hängen dicht an dicht bereits rund ein Dutzend Plaketten von internationalen Wettkämpfen. Und nun kommen drei weitere hinzu – in Gold, Silber und Bronze.

Fischerhäuser– Diesen Medaillensatz, der für das Schränkchen womöglich zu viel sein wird, hat Nico Paufler bei der U23-Weltmeisterschaft der Wildwasser-Kanuten in Bosnien und Herzegowina geholt. Bronze und Silber gab‘s mit dem Team über die Sprint- und die längere Classic-Distanz. Letztere ist die Spezialität des Ismaningers, und hier gewann er – wie vor zwei Jahren – Gold im Einzel. „Es ist sehr gut gelaufen“, freut sich Paufler. „Das ist für mich auch ein versöhnlicher Abschluss der Wildwasser-Saison.“

Denn deren Höhepunkt, die Europameisterschaft der Männer Mitte Mai, verlief nicht so, wie Paufler sich das erhofft hatte. Erst kam er im Einzel nicht über Platz sieben hinaus, und dann habe er tags darauf beim Teamrennen „schnell gemerkt, dass ich mich gar nicht gut fühle“. Am Abend musste er sich übergeben, eine Krankheit hatte ihn erwischt. In der Folge fuhr Paufler das Training herunter, ehe er in den vier Wochen vor der U23-WM sein komplettes Jahresprogramm noch mal „im Schnelldurchlauf“ abspulte, sagt Paufler. „Ich  habe quasi von Null angefangen.“

Für Nico Paufler geht‘s direkt aus dem Hörsaal nach Banja Luka

Parallel zu den Einheiten auf dem Wasser standen für den 21-Jährigen, der in Rosenheim Kunststofftechnik studiert, vier wichtige Uniprüfungen an – die letzte davon kurz vor dem WM-Start. Und so ging‘s direkt aus dem Hörsaal nach Banja Luka, wo Paufler nach zwei Trainingstagen auf der WM-Strecke zunächst im Sprint-Wettbewerb antrat und Elfter wurde – „besser als gedacht“, wie er sagt. Als Lohn stand der Langstrecken-Spezialist tags darauf im Sprint-Team, mit dem er zu Bronze fuhr. „Das hat mich zusätzlich motiviert.“

Im Einzel über die Classic-Distanz ging Paufler dann als Titelverteidiger ins Rennen und holte sich mit sechs Sekunden Vorsprung auf den Belgier Leo Montulet die Goldmedaille. Noch knapper ging‘s tags darauf im Team-Wettbewerb zu, bei dem Deutschland und Paufler Zweiter wurden, drei Sekunden hinter den Belgiern. „Klar waren wir erst mal enttäuscht“, sagt er. „Aber wir wussten schon davor, dass die Belgier sehr stark sind.“

Volle Konzentration auf WM im Kanu-Marathon

Für Nico Paufler ist die Wildwasser-Saison nun zu Ende – was freilich nicht heißt, dass er das Paddel in die Ecke stellt. Im Gegenteil: In den kommenden Wochen wird er sich gezielt auf die Deutsche Meisterschaft im olympischen Rennsportkanu vorbereiten, die Ende August in Brandenburg stattfindet. Danach gilt seine Konzentration dem Kanu-Marathon – der zweiten Disziplin, in der er zur Weltspitze gehört. Hier steht im Oktober die Weltmeisterschaft in China an. Und bis dahin sollte sich Nico Paufler auch überlegen, wo er mögliche Medaillen künftig verstauen kann.

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