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Novakovic-Team ist Weltmeister

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Von: Guido Verstegen

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Außer Rand und Band in Griechenland: Das deutsche Team schreit nach dem Abpfiff im Finale gegen Spanien seine Freude heraus.
Außer Rand und Band in Griechenland: Das deutsche Team schreit nach dem Abpfiff im Finale gegen Spanien seine Freude heraus. © Jörg Gettwart

Die deutschen Beachhandballerinnen sind zum ersten Mal Weltmeister. Das Team um Kapitänin Kirsten Walter (Brüder Ismaning/HCD Gröbenzell) spielte auf Kreta ein sensationelles Turnier und bewies im dramatischen Finale gegen Spanien starke Nerven.

Ismaning/Oberschleißheim – Die deutsche Beachhandball-Nationalmannschaft der Frauen hat ihre Erfolgsgeschichte fortgeschrieben: Ein Jahr nach ihrem überraschenden EM-Triumph krönte sie sich im griechischen Heraklion auch zum Weltmeister. „Das ist nicht zu greifen“, brauchte auch Bundestrainer Alexander Novakovic (TSV Ismaning) eine Weile, um das ganze Ausmaß des Coups zu erfassen.

Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gelang es einem Team, ein WM-Turnier ohne Satzverlust abzuschließen: Beim 2:0 (15:14, 22:20) im Finale gegen den EM-Dritten Spanien endeten beide Sätze mit einem Remis, Golden Goals machten den Triumph perfekt. Zunächst sorgte Isabel Kattner (Beach Bazis Schleißheim/HCD Gröbenzell) für den Satzerfolg, dann entfachte der Treffer der 18-jährigen Michelle Schäfer (Brüder Ismaning/TSV Haunstetten) einen einzigen deutschen Jubelsturm. „Die jüngste Spielerin des Turniers wirft das entscheidende Tor!“, freute sich Novakovic. Ihm war bewusst, dass seine Mannschaft gegen Spanien „auch das Quäntchen Glück“ hatte – und sich auf eine herausragende Katharina Filter im Tor verlassen konnte.

Die deutsche Auswahl war gleich auf Betriebstemperatur und hielt sich in ihrer prominent besetzten Vorrunden-Gruppe schadlos. Dem Auftaktsieg gegen Titelverteidiger Brasilien (26:14, 16:4) folgten Erfolge über Ungarn (18:14, 20:17) und Norwegen (19:14, 27:20), in der Hauptrunde waren dann Uruguay (22:12, 24:14), Argentinien (18:16, 19:15) und die Niederlande (23:14, 26:14) unterlegen.

„Das einzige Spiel, an dem wir nicht an unsere Leistung herangekommen sind, war das Viertelfinale gegen Portugal“, sagte Novakovic, der genau aus dieser so schwierigen Partie (20:12, 10:8) die Gewissheit mitnahm, dass seine Schützlinge noch Großes schaffen können auf Kreta. „Da hat die Mannschaft Charakter gezeigt, da war Vertrauen gefragt, und wir sind zurückgekommen.“

So skandierten die deutschen Spielerinnen denn auch jenen Song, der sie durch das ganze Turnier begleitet hatte und so treffend ist: „Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremse!“ Belen Gettwart (Beach Bazis Schleißheim/HCD Gröbenzell) brachte es auf den Punkt: „Wir haben nie aufgehört und immer alles gegeben. Wir sind einfach ein geiles Team!“ Mit dem Halbfinalsieg gegen die Niederlande (18:10, 25:16) gelang der Einzug ins Endspiel.

„Wir hatten vor diesem Turnier ein paar mehr Fragezeichen als vor der EM, aber es ist bemerkenswert, wie die Mannschaft gereift ist und innerhalb unseres Matchplans eigenständig entscheidet“, analysierte Novakovic am Montag das Turnier. Der „Matchplan“ ist das, was aufgrund der akribischen Videoanalysen von Co-Trainer Hendrik Sander im Diskurs mit Novakovic entsteht. „Hendrik spielt selbst aktiv, er hat noch einmal eine andere Perspektive“, lobte der Chefcoach seinen Assistenten.

Nach dem größten Erfolg für den deutschen Beachhandball in der Historie wartet bereits das nächste Highlight auf den Weltmeister – die World Games in Birmingham/USA (7. bis 17. Juli).

Aus dem Landkreis dabei: Belen Gettwart (Beach Bazis Schleißheim/HCD Gröbenzell), Sarah Irmler (Brüder Ismaning/TSV Haunstetten), Isabel Kattner (Beach Bazis Schleißheim/HCD Gröbenzell), Michelle Schäfer (Brüder Ismaning/TSV Haunstetten), Kirsten Walter (Brüder Ismaning/HCD Gröbenzell). Stand-By: Magdalena Frey (Brüder Ismaning/TSV Haunstetten).

(Guido Verstegen)

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