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Vater der Ismaninger Winterlaufserie: Falko Will gibt 2010 den Startschuss.
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Eiszapfen im Bart: Falko Will beim ersten Rennen im Dezember 1991. 

Ismaninger Winterlaufserie

„Die Sportler haben auf so was gewartet“

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Ismaning – Wintersportler brauchen Skier, Kufen oder Eisstöcke. Oder – zumindest in Ismaning – Laufschuhe. Denn dort findet seit 1991 eine der ältesten Winterlaufserien in Südbayern statt. Die Idee hierzu stammt von Falko Will, einst Top-Marathonläufer (Bestzeit 2:15 Stunden) und Inhaber eines Laufshops in München. Im Interview blickt der 70-Jährige auf die Anfangstage der Ismaninger Winterlaufserie zurück.

Herr Will, am Sonntag werden in den Isarauen wieder gut tausend Läufer durch den Schnee rennen – und schuld daran sind Sie.

Ich hatte damals die Idee zu einer Winterlaufserie. Ich komme ja ursprünglich aus Hessen und von dort kannte ich solche Rennen. Ich habe das dann in meinem Laden mehreren Vereinen vorgeschlagen, unter anderen aus Karlsfeld und Unterhaching. Doch immer hieß es: Das bringt doch nichts, so was im Winter zu machen...

Was durchaus verständlich ist. Wer will sich schon bei Schnee und Eis durch die Kälte quälen?

Es gab etliche Ausdauersportler, die auf so was gewartet haben. Viele haben im Winter Skilanglauf gemacht, doch schon damals fing es damit an, dass erste Rennen wegen Schneemangel ausgefallen sind. Ich sag‘s mal so: Bereits zu dieser Zeit waren die Winter nicht mehr so, wie sie früher mal waren. Also bin ich auf die Idee mit der Winterlaufserie gekommen, um die Zeit zwischen dem Silvesterlauf, den es damals schon gab, und dem Forstenrieder Volkslauf im März zu überbrücken.

Beim ersten Winterlauf 1991 gingen auf Anhieb rund 250 Läufer an den Start…

… was ein großer Erfolg war – schließlich war das Laufen damals bei Weitem nicht so verbreitet wie heute. Schon nach dem ersten Jahr war klar: Wir machen das weiter.

Aktuell läuft die 28. Auflage der Winterlaufserie; beim Auftaktrennen im Dezember sind erneut mehr als 1000 Teilnehmer an den Start gegangen. Was ist das Erfolgsgeheimnis in Ismaning?

Entscheidend war, dass es immer jemanden gegeben hat, der die Sache in die Hand genommen hat. Am Anfang war Ewald Greif die treibende Kraft, der ja heute noch an der Strecke steht. Später kam dann Hubert Weigl, und jetzt kümmert sich Thorsten Cammann schon einigen Jahren um die Organisation. Außerdem gibt es viele Helfer, ohne die du so eine Veranstaltung gar nicht stemmen kannst. Auch die Startgebühr ist nicht zu hoch, und als Läufer fühlt man sich in Ismaning immer gut behandelt.

In den Anfangsjahren sind Sie noch selbst mitgelaufen…

Vor allem an das allererste Rennen erinnere ich mich gut. Da hatten wir massig Schnee und minus zehn Grad oder sogar noch kälter – also richtiges Winterwetter. Später kam‘s aber auch mal vor, dass wir bei Föhn in kurzen Hosen gelaufen sind, weil‘s so mild war.

Wann waren Sie das letzte Mal beim Winterlauf dabei?

Das ist sicher schon zehn Jahre her. Ich bin ja inzwischen 70 Jahre alt und starte nicht mehr bei Wettkämpfen. Aber zum Laufen gehe ich immer noch – und zwar jeden Tag.

Aber doch nicht, wenn‘s so ein Wetter hat wie jetzt?

Doch, natürlich! Ich bin inzwischen im Ruhestand und kann mir meine Zeit frei einteilen. Normalerweise laufe ich im Englischen Garten, aber wenn dort so viel Schnee liegt wie im Moment, dann weiche ich auf geräumte Straßen aus. Heute war ich zum Beispiel schon am Vormittag beim Laufen.

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