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Vorsicht, Eisglätte: Die Strecke durch die Isarauen fordert die 800 Läufer heraus.
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Lächelnder Dritter: Steffen Burkert.
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Siegerinterview: Der Tagesschnellste Sebastian Mahr (r.) im Gespräch mit Moderator Peter Maisenbacher.
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Schnellste Frau: Yvonne Kleiner.

Leichtathletik – Ismaninger Winterlaufserie

Eiskunstläufer in den Isarauen

Die Mettenheimerin Katrin Esefeld humpelte ins Ziel und klagte: „Mein Knie ist kaputt.“ Der Fürther Joseph Katib blutete am Knie und rieb sich den Hinterkopf: „Ich bin mehr gelegen als gelaufen.“ Dass sein Trikot am Rücken zerrissen war, war dem Vorjahreszweiten der vorjährigen Ismaninger Winterlaufserie dabei noch gar nicht bewusst.

Ismaning – Der 21,4-Kilometerlauf des Jahres 2018 hatte es in sich. Nicht etwa wegen der sibirischen Temperaturen, vor denen die fröhlichen Frühstückradiomoderaten noch gewarnt hatten („in zwei Minuten drohen Erfrierungen“), sondern wegen der tückischen Streckenverhältnisse. Der Winterlauforganisator des TSV Ismaning, Thorsten Cammann, hatte die 800-köpfige Läuferschar schon vor dem Start gewarnt: „Draußen ist es glatt und rutschig. Lauft vorsichtig.“

Leichter gesagt als getan. Einige Passagen waren beim samstäglichen Sonnenschein angetaut und hatten sich in der Nacht zu veritablen Schlittschuhflächen verwandelt, andere Abschnitte waren von verharschten Spurrillen durchzogen.

Der Großteil der Athletinnen und Athleten kam dennoch unfallfrei ins Ziel. Esefeld – die das Rennen übrigens als Serien- und Tagesdritte (1:31,41 Stunden) beendete – fragte entgeistert: „Was haben die anderen für Schuhe an?“

Die verblüffende Antwort: Keiner der Spitzenakteure trug Spikes. Der Tagesschnellste Sebastian Mahr (SC Delphin Ingolstadt, 1:15,33 Stunden) bewältigte den Parcours mit profilierten Trekkingschuhen. Der Zweite und Seriensieger Johannes Hillebrand (LG Stadtwerke München, 1:15,47) bewegte sich auf Sohlen, deren Profil man mit der Lupe suchen musste. Ähnlich bei den Frauen: Gesamt- und Sonntagssiegerin Yvonne Kleiner (LG Stadtwerke München, 1:26,20) trug ihre üblichen Waldlauf-Wettkampfschuhe. Auch die Zweite, ihre Teamkollegin Eva-Maria Haas (1:28,09), schien nicht besonders ausgerüstet zu sein. Von den Spitzenläufern verwendete nur der Siebte Thomas Mittag (TSV Jetzendorf, 1:20,49) Treter mit kurzen Zwei-Millimeter-Dornen.

Entscheidend waren wohl die Balancierkünste der Aktiven sowie das Grundvertrauen in die eigene Körperbeherrschung: Könner wie Hillebrand oder sein Stadtwerke-Kamerad Steffen Burkhard (Dritter in 1:16,56) liefen durch das Gelände wie auf festem Untergrund (wenn auch deutlich langsamer). Dass der Sieger Mahr oder auch der Vierte Jan Müller (1:18,13) die Herausforderungen besonders problemlos bewältigten, mag damit zusammenhängen, dass sich beide auch als Triathleten betätigen. Die Siegerin Yvonne Kleiner wiederum ist auf vielen Crossstrecken zu sehen.

Die schwierigen Bedingungen kosteten freilich eine Menge Kraft. Die routinierte Karin Schmid (MTV Pfaffenhofen) stieg bei Kilometer sechs aus und erklärte: „13 Kilometer hätte ich heute geschafft, 21 Kilometer packe ich nicht.“ Weniger als zehn Prozent der Starter erreichten das Ziel nicht – eine höhere Quote als bei anderen Rennen, aber keine ungewöhnliche. Den Veranstaltern machte indes niemand Vorwürfe. „Es hat trotz allem Spaß gemacht“, erklärte Katib mit einem Lächeln. Esefeld meinte: „Es ist ein Winterlauf. Da muss man mit Eis und Schnee rechnen.“     Horst Kramer

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