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Wildwasserspezialist: Nico Paufler hat zahlreiche internationale Medaillen abgeräumt.
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Mütze auf und los: Nico Paufler geht auch im Winter früh morgens aufs Wasser.
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„Die Konkurrenz schläft nicht“: Nico Paufler beim Krafttraining.

Kanu

„Ich trainiere im Winter mehr als im Sommer“

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Geschenke, Völlerei und Faulenzen – das ist für viele der weihnachtliche Dreiklang. Bei Nico Paufler lautet er hingegen: Training, Training und Training. Denn der Ismaninger Kanute legt im Winter die Grundlagen dafür, damit er nächstes Jahr weitere internationale Medaillen holt. Im Interview verrät der 20-Jährige, wieso seine Silvesterparty eher verhalten ausfallen wird.

Herr Paufler, wann sind Sie das letzte Mal im Kanu gesessen?

Das war erst gestern Nachmittag.

Es ist also eine falsche Vorstellung, dass Kanuten im Winter ihr Boot in die Ecke stellen und wochenlang nur Gewichte stemmen und Ausdauer bolzen?

Bei mir zumindest schon. Ich komme im Winter sogar auf mehr Trainingskilometer als im Sommer.

Und was ist mit Schnee, Eis und Kälte?

Klar ist das Moment nicht so angenehm wie im Sommer. Schon gar nicht früh morgens, wenn ich noch im Dunkeln auf der Regattastrecke paddele.

Früh morgens?

Ich bin in meinem Studium momentan im Praxissemester und arbeite bei einer Firma in Garching-Hochbrück. Dreimal die Woche stehe ich morgens um fünf Uhr auf und gehe vor der Arbeit zum Paddeln – und dann noch einmal nach der Arbeit für eine zweite Einheit. Einen Tag mache ich trainingsfrei, und am fünften Tag gehe ich zum Laufen.

Klingt nicht gerade entspannt…

Nein, aber zum einen ist das Kanufahren ja immer noch das, was mir Spaß macht. Und zum anderen musst du im Winter an dir arbeiten, wenn du im Sommer Erfolge feiern willst. Auch die Konkurrenz schläft ja nicht. Und viele der anderen Sportler leben in südlicheren Ländern, wo man das ganze Jahr paddeln kann.

In Ihrem ersten Jahr bei den Herren sind Sie 2017 Europameister und zweifacher U23-Weltmeister im Wildwasser-Kanu geworden. 2018 folgten dann der U23-Europameistertitel im Kanu-Marathon und Silber bei der U23-EM im Wildwasser. Was kommt 2019?

Es gibt wieder eine U23- und eine Herren-WM im Wildwasser, außerdem werde ich wohl bei der U23-WM im Kanu-Marathon teilnehmen. Klar will ich da wieder um die Medaillen mitfahren, allerdings sind die Voraussetzungen inzwischen ganz andere. In den vergangenen zwei Jahren kannte mich erst mal kaum jemand, und ich konnte völlig unbekümmert in die Rennen reingehen. Inzwischen gehe ich oft als Titelverteidiger an den Start. Das ist eine ganz andere Perspektive und eine besondere Herausforderung.

Eine Herausforderung ist es sicher auch, den Sport und Ihr Studium der Kunststofftechnik in Rosenheim unter einen Hut zu bekommen?

Bisher klappt das recht gut – auch wenn gerade das letzte Jahr ziemlich stressig war. Ich will mein Studium aber auf jeden Fall so schnell wie möglich durchziehen – und nebenher so oft im Kanu sitzen, wie‘s geht.

Aber zwischen den Jahren gönnen Sie sich schon mal eine Pause?

Nein, im Gegenteil. Ich habe nach Weihnachten zwei Wochen frei, und die will ich dazu nutzen, um möglichst viel zu trainieren.

Und die Silvesterparty?

Die wird deshalb in diesem Jahr wahrscheinlich eher ruhig ausfallen.

Nico Paufler (20) stammt aus dem Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser und fährt seit etwa zehn Jahren ambitioniert Kanu. Angefangen hat er mit dem olympischen Kanu-Rennsport, wo er heute noch bei nationalen Titelkämpfen mitmischt. Noch erfolgreicher ist er inzwischen aber in den Disziplinen Wildwasser und Marathon: Hier räumte der Ismaninger, der von seinem Vater Marco Paufler trainiert wird, in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche internationale Medaillen ab. (ps)

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