+
Schneller als Julian Reus: Fabian Olbert hängt den deutschen Rekordsprinter in Leipzig ab – allerdings nur im Halbfinale mit 6,65 Sekunden.

Kirchheimer sprintet persönliche Bestzeit bei Hallen-DM in Leipzig

Fabian Olbert: „Ich weiß, dass es auch noch schneller geht“

  • schließen

Julian Reus ist seit Jahren das Nonplusultra bei den deutschen Sprintern. Neben vier EM-Medaillen hat der 31-Jährige fast zwei Dutzend nationale Titel mit der Staffel sowie über 60 und 100 Meter geholt; selbstredend hält er auch die zugehörigen Landesrekorde – 6,52 und 10,01 Sekunden. Dieser Julian Reus ist bei der Deutschen Hallenmeisterschaft in Leipzig nun jedoch geschlagen worden von einem zwölf Jahre jüngeren Sprinter. Sein Name: Fabian Olbert.

Kirchheim – Dieses 60-Meter-Rennen, in dem der 19-jährige Kirchheimer in persönlicher Bestzeit von 6,65 Sekunden den großen Favoriten um zwei Hundertstelsekunden abhängte, dürfte Olbert nicht so schnell vergessen. „Das war schon was Schönes, den Deutschen Rekordhalter so zu schlagen“, sagt der Sprinter, der für die LG Stadtwerke München startet. Und doch gab es einen kleinen, nicht ganz unwichtigen Haken: Das betreffende Rennen war bloß das Halbfinale – und nicht etwa der Endlauf. Dort machten Fabian Olbert vielmehr Wadenkrämpfe zu schaffen, weshalb er in 6,74 Sekunden bloß Siebter wurde.

„Insgesamt bin ich trotzdem sehr zufrieden mit dem Wochenende“, betont der 19-Jährige, der nicht nur seinen 60-Meter-Rekord verbesserte, sondern auch mit der Staffel der LG Stadtwerke München Bronze über 4x200 Meter holte – ebenso wie der Kirchheimer Vincente Graiani. Zu seinem Halbfinale und den 6,65 Sekunden sagt Olbert: „Ich habe gewusst, dass ich das laufen kann. Und ich weiß, dass es auch noch schneller geht.“ Im Endlauf hätten ihn dann die lange Wartezeit und die zwei Fehlstarts aus der Bahn geworfen. „Das Anstrengendste am Lauf ist ja der Start“, sagt Olbert. „Und nach dem zweiten Fehlstart habe ich schon gemerkt, dass ich Wadenkrämpfe bekomme.“ Im Rennen habe er dann bei jedem Schritt einen „Schlag auf den Krampf“ gespürt und es daher am Ende nur noch auslaufen lassen. Dass dabei bloß der siebte Platz in einem Lauf heraussprang, in dem er mit seiner Halbfinal-Zeit sogar eine Medaille geholt hätte, bezeichnet der Kirchheimer als „Nebensache“. Viel wichtiger für ihn sei die neue Bestmarke. „Die gibt mir auch noch mal Motivation für die Vorbereitung auf die Sommersaison.“

Zunächst aber wird Fabian Olbert eine einwöchige Pause einlegen – auch weil er am Montag eine Weisheitszahn-OP über sich ergehen lassen musste. Danach geht sein Blick in Richtung Freiluftsaison und die 100-Meter-Distanz, auf der er eine Zeit unter 10,30 Sekunden anpeilt. Angesichts seiner jetzigen Bestmarke von 10,45 Sekunden möge das sehr ambitioniert klingen, sagt Olbert. „Aber ich weiß, dass das drin ist, wenn ich zum Beispiel so laufe wie in Leipzig und das am Ende weiter durchziehe.“

Abgesehen von neuen Bestzeiten will Fabian Olbert im Sommer auch weitere Medaillen sammeln – national wie international. In seinem letzten Jahr in dieser Altersklasse peilt der Kirchheimer Gold bei der Deutschen U20-Meisterschaft an. Und dann ist da noch die U20-Weltmeisterschaft in Kenia, bei der Olbert wohl zum Kreis der Medaillenanwärter zählen wird. Mit seinen 6,65 Sekunden hat er sich zumindest in der U20-Bestenliste über 60 Meter schon mal auf Rang zwei geschoben – weltweit, wohl gemerkt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wenn Himbeereis nach Bratwurst schmeckt
Patrik Stäbler vermisst seine Einsätze als Merkur-Reporter und spürt bereits Entzugserscheinungen
Wenn Himbeereis nach Bratwurst schmeckt
Der BFV fährt in der Corona-Krise auf Sicht
Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) fährt in der Corona-Krise auf Sicht. Der Spielbetrieb bleibt weiter ausgesetzt.
Der BFV fährt in der Corona-Krise auf Sicht
Radfahren und Gymnastik statt Schwimmen
Der TSV Hohenbrunn-Riemerling in der Corona-Krise:  Radfahren und Gymnastik statt Schwimmen.
Radfahren und Gymnastik statt Schwimmen
„Der Sport wird ein Jahr darnieder liegen“
Alpenvolleys-Boss Hannes Kronthaler im Interview: „Der Sport wird ein Jahr darnieder liegen.“
„Der Sport wird ein Jahr darnieder liegen“

Kommentare