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Krisenstimmung statt weihnachtliche Vorfreude

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Oberhaching - „Oh du fröhliche“ sieht anders aus. Zum Abschluss der Punktspiel-Serie 2011 mussten sich die Basketballer des TSV Oberhaching am vierten Adventssonntag in der 1. Regionalliga Südost vor eigener Kulisse im Derby gegen München Basket mit 76:80 (38:40) geschlagen geben. Nach der schwachen Partie der Gelbhemden war von Weihnachtsstimmung in Team und Umfeld nichts zu spüren.

„Dieses Spiel verlangt eine Aufarbeitung bei einem Krisengespräch - bei fünf Siegen Rückstand auf die Tabellenspitze haben wir unsere Saisonziele bereits jetzt klar verfehlt“, schimpfte Oberhachings Basketball-Vorstand Gunther Wünsche wie Knecht Rupprecht. Auch bei Trainer Misel Lazarevics Nerven lagen blank. Noch Minuten nach dem Abpfiff diskutierte er auf dem Feld gestenreich mit den Schiedsrichtern der Partie. So viel Bewegungsdrang hatten die 200 Zuschauer von seinem Team in den vorangegangenen vierzig Spielminuten selten zu sehen bekommen.

Nur in den Anfangsminuten und in der Schlussphase, als die Tropics bereits mit regelmäßig über 15 Punkten zurücklagen, zeigten die Hausherren jene Spielkultur, die sie zu einem zeitweiligen Spitzenteam der Regionalliga hatte aufsteigen lassen. Doch das war zu wenig gegen wacker kämpfende, mannschaftlich geschlossener auftretende und intelligenter agierende Gäste.

Die Baskets aus München präsentierten sich im Oberhachinger Gymnasium keineswegs als unschlagbar - profitierten aber enorm von den Malaisen der Hausherren. 15 Turnover leisteten sich die Gastgeber, dazu zehn Steals und eine in weiten Phasen der ersten Halbzeit und des dritten Viertels desaströse Trefferausbeute von nur insgesamt 40 Prozent. Schlechte Basiswerte, zu denen sich eine übergroße Nervosität und viele Unzulänglichkeiten gesellten. Zug um Zug enteilten die mit solidem Pick-and-Roll sowie sicherem Passspiel agierenden Gäste. Im Duo Börstler (22 Punkte) und Grube (14) präsentierte sich das taktgebende Gespann der Baskets in guter Form. Die Tropics dagegen wirkten trotz ihres starken Forwards Kamillo Rosenthal, der stolze 28 Punkte erzielte, und des gut aufgelegten Centers Moritz Wohlers (23) zu statisch und durchschaubar in der Offense. In der Verteidigung offenbarten die Gelbhemden viele Abstimmungsschwierigkeiten.

Auch das kreative Moment im Spielaufbau kam zu kurz. Dem fast durchgängig spielenden Point Guard Philipp Först fehlte es an Unterstützung und mit sechs Punkten letztlich an Durchschlagskraft - vor allem weil Kapitän und Lenker Felix Pankow einen schlechten Tag erwischt hatte und Shooting Guard Stavros Tsoraklidis nach Grippe und Trainingspause unter der Woche nur wenige Minuten agierte. Zudem zeigten sich die Baskets von jenseits der Dreierlinie in toller Form und verwandelten über 40 Prozent ihrer Dreierversuche. Lazarevic sah aber einen anderen Hauptgrund. „Ich beschwere mich normalerweise nie über die Schiedsrichter. Aber heute haben sie uns mit vielen fragwürdigen Entscheidungen schon in der Startphase aus dem Konzept gebracht.“ Kein Wunder, dass auf die freudlose Adventspartie nach dem Schlusspfiff noch eine ganz spezielle Overtime zwischen Tropics-Coach und Schiedsrichterduo folgte. Wohl nicht der einzige Krisendialog des TSV an diesem Abend. Die Punkte dagegen legte sich der Tabellenvierte aus München auf den Gabentisch. Harald Hettich

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