Kristin Schröder bezahlt selbstlosen Einsatz mit Fingerbruch

Ottobrunn - Trotz Schulterverletzung schleppt sich die Ottobrunner Handballspielerin Kristin Schröder nochmal aufs Feld, um ihrem dezimierten Team zu helfen

Ottobrunn - Am Ende war es weniger als das letzte Aufgebot: Nach der Roten Karte für Claudia Renn in der 52. Minute raffte sich Kristin Schröder, die trotz starker Schulterbeschwerden zuvor lange durchgehalten hatte, nun aber von Schmerzen geplagt auf der Bank lag, noch einmal auf. Zwei Minuten später bezahlte Schröder ihren selbstlosen Einsatz mit einem gebrochenen Finger. Die Handballerinnen des TSV Ottobrunn mussten die Schlussminuten der Partie beim TSV Aichach also doch in Unterzahl über die Bühne bringen. An der Niederlage bestand da ohnehin schon kein Zweifel mehr. Letztlich unterlag das gebeutelte Team vom Haidgraben mit 18:30 (9:12).

Mit sechs Feldspielerinnen und drei Torhüterinnen hatte Co-Trainer Kai Götzelmann vor der Abfahrt gerechnet. Weil Lena Schmidt kurzfristig krank wurde, blieben dann aber nur zwei Anwärterinnen auf den Platz zwischen den Pfosten übrig. Die eine, Janet Pritzel, stellte sich in den Kasten, die andere Helena Mertig, half draußen aus, warf sogar drei Tore. Mit Mertig als Aushilfs-Feldspielerin, der angeschlagenen Schröder und nur einer Alternative auf der Bank hielten die Ottobrunnerinnen bis zur Pause tapfer dagegen. „In der ersten Halbzeit war es gar nicht schlecht, die Abwehr stand sogar richtig gut“, machte Götzelmann seiner Rumpftruppe ein Kompliment. Doch der erträgliche 9:12-Pausenrückstand wuchs nach dem Wechsel schnell an. „Da hatten wir dann konditionelle Schwierigkeiten, und es ging zügig dahin.“

Als Kristin Schröder sich von der Bank aufs Feld schleppte, war das Spiel längst entschieden. Als sie dann mit der Fingerfraktur wieder weichen musste, war der personelle Tiefpunkt aber noch nicht erreicht: Sarah Köhler und Simone Renner kassierten noch Zeitstrafen, sodass die Ottobrunnerinnen die Partie mit drei gegen sechs Feldspielerinnen, darunter eben Torhüterin Mertig, beendeten. Dem TSV gelang in dieser Konstellation aber sogar ein Tor durch Cindy Pannu-Kreuzer, die insgesamt fünf Treffer erzielte und von Götzelmann ein Sonderlob erhielt: „Sie hat sich in den letzten zwei, drei Spielen sehr gut entwickelt.“ Wenigstens ein Lichtblick an einem ansonsten recht trüben letzten Advent-Wochenende. um

TSV Ottobrunn: Pritzel; Mertig (3), Köhler (1), Renn (3/1), Pannu-Kreuzer (5), Renner (3), Schröder (2), Groman (1)

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