+
Bleibt optimistisch: Bernd Schubert, Vorsitzender des TSV Oberhaching.

Große Sorgen im Nachwuchsbereich

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
    schließen
  • Harald Hettich
    schließen

Der erneute Lockdown im Freizeitbereich trifft den Amateursport in der Region wie ein Keulenschlag. Wir haben bei den Vereinen nachgefragt, wie es vorerst weitergeht.

VON UMBERTO SAVIGNANO,
HARALD HETTICH
UND NICO BAUER

Landkreis – Der erneute Lockdown im Freizeitbereich trifft den Amateursport in der Region wie ein Keulenschlag. Wir haben bei den Vereinen nachgefragt, wie es vorerst weitergeht.

Julian Blaumoser, Spieler des Badminton-Zweitligisten TSV Neubiberg: „Die Hinrunde (die bis 20. Dezember gelaufen wäre; die Red.) wurde schon abgesagt. So viel ich gehört habe, das ist aber noch unter Vorbehalt, werden diese Spiele auch nicht nachgeholt. Die Rückrunde, die am 16. Januar beginnt, soll dann komplett ausgetragen werden. Wir hatten einen schlechten Start in die Saison, aber wir haben jetzt auch keine bessere Expertise, wie es weitergehen könnte. Wir haben schon erwartet, dass nicht mehr lange gespielt werden kann. Das ist natürlich schade. Dass man jetzt auch nicht mehr trainieren kann, trifft alle Mannschaften gleich.“

Robert Bäumel, Manager des Fußball-Bayernligisten SV Pullach: „Wir würden am Wochenende gerne noch einmal spielen, zumal bei uns bis auf Leon Ritter wieder alle Spieler voll im Trainingsbetrieb sind. Ich gehe davon aus, dass wir dann ab Anfang November in die Winterpause gehen. Es ist zwar noch ein Spiel am 5. Dezember in Kirchanschöring angesetzt, aber ob man das nach vier Wochen Pause, auch im Trainingsbetrieb, spielen kann, halte ich für sehr fraglich. Sicher fällt jetzt unser Nachholspiel gegen Dachau aus, das für den 7. November statt eines Ligapokalspiels angesetzt wurde. Der Ligapokal wird wohl ohnehin nicht zu Ende gespielt werden können, so wie es momentan aussieht. Da wird einfach die Zeit zu knapp. Die Entscheidung des Bayerischen Fußballverbands die Saison auf zwei Jahre auszudehnen, war nicht verkehrt. Anders wären gleich zwei Spielzeiten in Mitleidenschaft gezogen worden, so ist es nur die eine alte. Und es ist nicht unrealistisch, dass diese im Frühjahr zu Ende gespielt werden kann.“

Franz Perneker, Manager des Fußball-Bayernligisten FC Deisenhofen: „Wir hätten am Samstag gerne noch einmal gespielt, aber unser Gegner Schwaben Augsburg hat uns bereits abgesagt. Die Augsburger haben das nicht begründet, aber das müssen sie nach der neuen Regelung ja auch nicht, der BFV akzeptiert das so. Natürlich, wenn man drei, vier oder fünf Corona-Verdachtsfälle hat, gilt ganz klar: Die Gesundheit geht vor. Aber für uns ist es maximal ärgerlich. Das wäre ein superschöner Abschluss gewesen. Wir haben eine gute Runde nach dem Re-Start gespielt, auch wenn sie kurz war. Nach den drei Siegen aus vier Spielen gehen wir auf der anderen Seite auch so mit einem guten Gefühl in die Winterpause. Denn wir gehen davon aus, dass ab jetzt Winterpause ist, auch wenn der Verband erst am Montag darüber befindet. Theoretisch könnte der ja noch Spiele im Dezember ansetzen, aber das darf nach einer vierwöchigen Trainingspause nicht sein. Das wäre ja ebenfalls gesundheitsgefährdend. Rückblickend muss man so fair sein, zu sagen, dass der Verband mit seiner Entscheidung, die alte Saison auf zwei Jahre zu strecken, richtig lag. Denn ich denke, im Frühjahr wird man den Rest der Spielzeit durchziehen. Dafür wird der Ligapokal, zumindest in den höheren Ligen, gekürzt werden oder ganz wegfallen. Was mir an der nun beschlossenen Pause am meisten weh tut, ist allerdings, dass wir wieder 500 Kids und Jugendliche heimschicken müssen, die nun keinen Sport machen können.“

Bernd Schubert, Vorsitzender des TSV Oberhaching und Verantwortlicher für die Zweitliga-Basketballer des TSV Oberhaching in der 2. Liga ProB: „Die Spielansetzung für das Wochenende steht. Wir werden gegen Gießen antreten allerdings unvermeidlicherweise ohne Zuschauer. Auch für die kommenden November-Woche ist für unsere Profiliga ein „normaler“ Trainings- und Spielbetrieb geplant. Natürlich muss die Situation abhängig vom Pandemiegeschehen immer wieder kurzfristig bewertet werden. Aber noch haben wir unsere Zuversicht nicht verloren.

Sven Rumswinkel. Abteilungsleiter Eishockey beim Bezirksligisten ERSC Ottobrunn: „Das Auftaktspiel unserer Herren am Sonntag gegen Bad Aibling 1b steht. Planmäßig wird dann für uns ab Montag der sportliche Lockdown vorerst für den gesamten November erfolgen. Schwierig ist die Situation nicht nur hinsichtlich der massiven Spielausfälle. Auch der Trainingsbetrieb für die Erste und den Nachwuchs wird gestrichen. Es ist insgesamt eine sehr schwierige Situation.“

Rainer Gerhard,Vorsitzender des TC Ismaning, bringt einen weiteres Aspekt ins Spiel: „Derzeit wird noch geprüft, ob Tennis ein Individualsport ist und auch in den kommenden Wochen unter bestimmten Auflagen betrieben werden kann.“

Auch interessant

Kommentare