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Hachinger Löwen gehen mit frischem Mut ins Derby

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Von: Umberto Savignano

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Der Ex-Hachinger und frühere Nationalmannschafts-Libero Ferdinand Tille ist immer noch beim TSV Herrsching aktiv.
Der Ex-Hachinger und frühere Nationalmannschafts-Libero Ferdinand Tille ist immer noch beim TSV Herrsching aktiv. © Andrea Jaksch

VOLLEYBALL-BUNDESLIGA TSV Haching München empfängt am Sonntag den TSV Herrsching.

Unterhaching - So mies die Laune vor zwei Wochen nach dem Pokal-Aus gegen den Zweitligisten Schwaig noch war, so gelöst gehen die Volleyballer des TSV Haching München nun ins Bundesligaderby an diesem Sonntag (17.30 Uhr) zuhause gegen den TSV Herrsching. Das 3:0 beim VCO Berlin am vergangenen Wochenende wirkte wie Balsam auf die geschundenen Löwen-Seelen. „Das Spiel gegen Schwaig tat weh. Umso wichtiger war dieser Sieg auch als Antwort auf diese Niederlage. Darauf können wir jetzt aufbauen“, freute sich Kapitän Philipp Schumann. Und auch TSV-Sportdirektor Mihai Paduretu zeigte sich nach dem Erfolg bei der alle zwei Jahre im Oberhaus mitmischenden deutschen Nachwuchselite zufrieden: „Vor zwei Jahren haben wir gegen VCO noch verloren, auch in eigener Halle. Deshalb war es schon wichtig, dass wir gewinnen, auch mit 3:0. Vor allem hat die Mannschaft nach dem Pokalspiel die richtige Reaktion gezeigt.“

Und der Sieg macht Lust auf mehr. „Mit dem gewonnen Selbstvertrauen wollen wir im Derby natürlich auch was holen“, kündigt Schumann an. Der Blick auf die bisherige Spielzeit lässt zumindest Hoffnungen zu: Herrsching weist bei fast identischem Programm nur einen Sieg mehr auf als Haching, beim VCO gab das Team vom Ammersee gar einen Satz ab. Dennoch liegt die Favoritenrolle bei den Gästen, wie Bogdan Tanase weiß: „Gegen Herrsching wird es schwierig, denn das ist eine starke Mannschaft mit sehr guten, erfahrenen Spielern.“ Gänzlich chancenlos sieht aber auch der Löwen-Coach seine Mannschaft nicht: „Wir können ohne Druck spielen. Mal schauen, was wir da schaffen. Ziel ist, erst einmal einen Satz zu gewinnen.“

Klar ist aber: Grundsätzlich haben sich die Kräfteverhältnisse zwischen beiden Teams im Münchner Raum umgekehrt. Haching, zu Generali-Zeiten ein Titel-Kandidat und später in der Alpenvolleys-Kooperation mit Innsbruck wieder ein Spitzenteam, musste die Herrschinger in der Zwischenzeit nicht nur sportlich vorbeiziehen lassen, sondern auch zusehen, wie sie nach München streben: Die Ammersee-Truppe trägt alle Heimpartien im Audi Dome aus, den auch die Hachinger früher gerne mal bespielt hätten. Trotzdem empfindet Paduretu keinen Neid: „Dass uns Herrsching Konkurrenz macht, kann man nicht sagen. Das sind zwei total verschiedene Vereine. Ich kann nur von uns sprechen. Unsere Abteilung boomt und platzt aus allen Nähten“, sagt der 55-Jährige. „Ich bin froh, dass wir genügend gute, lizensierte Übungsleiter haben. Die Jugendarbeit ist hervorragend, da passt alles. Mit unserer Bundesliga-Mannschaft haben wir eine gute Plattform für junge Spieler.“

Eine Plattform, die Außenangreifer Jonas Sagstetter und Libero Leonard Graven vor der Saison zum Absprung nach Herrsching nutzten. „Es freut mich, dass sie ihre Spielanteile gehabt haben. Bei Lenny Graven lag es sicher daran, dass Ferdinand Tille (früherer Nationalmannschaftslibero und ebenfalls ein Ex-Hachinger - d. Red.) Vater geworden ist und nicht so viel trainiert hat, bei Jonas, dass ein Brasilianer auf seiner Position verletzt war. Aber das ist egal: Beide haben sehr gut gespielt“, so Paduretu, der durchblicken lässt, dass in Haching irgendwann nicht mehr nur junge Spieler abspringen, sondern auch wieder gestandene Volleyballer landen sollen: „Wer weiß: Vielleicht kommen sie eines Tages zurück.“

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