Lukas Dauser vom TSV Unterhaching am Barren
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Mit einer rundum gelungenen Vorstellung gewinnt Lukas Dauser vom TSV Unterhaching Bronze am Barren.

Kunstturen- 27 Jahre alter Unterhachinger gewinnt Medaille am Barren

Lukas Dauser schnappt sich Bronze

Basel/Unterhaching – Lukas Dauser spannte die Muskeln an, jubelte und umarmte Olympia-Trainer Valeri Belenki herzhaft - wenig später tat es ihm Teamkollege Andreas Toba nach. Mit Silber am Reck und Bronze am Barren hatten sich die deutschen Turner bei den Europameisterschaften in Basel das Beste bis zum Schluss aufgehoben. In seinem ersten Einzelfinale bei einem großen Championat wurde der 30-jährige Toba am Sonntag in Basel Zweiter am Reck und musste nur dem Russen Dawid Beljawski den Vortritt lassen.

Dabei war es für Lukas Dauser vom TSV Unterhaching zunächst nicht sonderlich gut gelaufen.

Dauser hatte mit einer tadellosen Darbietung am Barren gemeinsam mit dem Schweizer Christian Baumann Bronze und zugleich die erste Medaille für die deutsche Mannschaft geholt. „Jetzt mit einer Medaille nach Hause zu kommen, ist richtig geil. Das gibt mir noch mal richtig Schwung“, sagte der 27-Jährige mit Blick auf die Olympia-Vorbereitung. Sieger am Barren wurde der Türke Ferhat Arican mit 15,300 Punkten vor Beljawski (15,133).

Drei Monate vor den Spielen in Tokio haben sich die deutschen Turner und Turnerinnen in der Schweiz tüchtig Motivation für die verbleibende Vorbereitungszeit geholt. „Die Ergebnisse spielen eine wichtige Rolle für uns vor den Olympischen Spielen, weil die Jungs selbstbewusster geworden sind“, sagte Belenki.

Im Schatten der beiden Männer-Medaillen wurde Elisabeth Seitz Siebte am Stufenbarren und ihre Stuttgarter Vereinskollegin Kim Bui belegte Rang sechs im Boden-Finale. Das Duo glänzte zudem im Mehrkampf mit den Plätzen fünf und sieben. „Beide sind sehr gut hier aufgetreten“, lobte Cheftrainerin Ulla Koch. Ihr Team will nun „Vollgas geben“ für Tokio.

Für die Sommerspiele in Japan hat sich der Deutsche Turner-Bund (DTB) ambitionierte Ziele gesetzt. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen soll es je eine Medaille geben, zudem sollen beide Riegen ins Mannschaftsfinale kommen. Die EM habe mit Blick auf Tokio gezeigt, „dass wir nicht chancenlos sind“, befand Sportdirektor Wolfgang Willam.

„Das heißt, dass wir in der Qualifikation mindestens Platz acht belegen müssen, um in das Team-Finale einzuziehen. Und die Gerätespezialisten an der einen oder anderen Stelle wollen wir natürlich entsprechend platzieren“, sagte Willam, der nach Tokio an seinen Nachfolger Thomas Gutekunst übergibt, der bereits am 1. Juli beim DTB anfängt.

Nach der Absage von „Turnen21“ in Leipzig haben die EM-Teilnehmer erstmal eine kurze Verschnaufpause. Die deutsche Mehrkampf-Meisterschaft findet nun wie die Einzelentscheidungen erst im Rahmen der Multisportveranstaltung „Die Finals“ vom 3. bis 6. Juni in Dortmund statt. Das Event ist zugleich die erste Olympia-Qualifikation. „Im Sinne der Olympia-Qualifikation kommt uns das entgegen“, sagte Willam.

Die Athleten könnten nach der EM noch einmal eine Woche herunterfahren, um sich dann wieder gezielt vorzubereiten. Die zweite und abschließende Qualifikation folgt dann am 12. und 13. Juni in München.  

Gemeinsam auf Rang drei: Lukas Dauser (l.) und Christian Baumann aus der Schweiz.

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