1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis München

„Man muss sich viele Dinge selbst aneignen“

Erstellt:

Kommentare

null
Christian Wagner ist neuer Fußball-Spielleiter im Kreis München. © BFV

Christian Wagner spricht im Interview mit Merkur-online über sein neues Amt und neue Ideen für den Münchner Amateur-Fußball.

Landkreis – Christian Wagner (52) hat nach dem überraschenden Rücktritt von Münchens Kreisspielleiter Peter Schmid (siehe Kasten unten) das Amt des Fußball-Spielleiters im Kreis München bis auf weiteres übernommen. Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht der gebürtige Münchner über die plötzliche Amtsübernahme, über die Schwierigkeit seines Amtes und über seine Reform-Ideen.

Herr Wagner, wie ist es denn dazu gekommen, dass Sie neuer Münchner Kreisspielleiter geworden sind? 

Ich bin am Mittwoch vom Münchner Kreisvorsitzenden Bernhard Slawinski gefragt worden, ob ich diese Position übernehmen will.

Wie überraschend kam für Sie dieser Anruf und der vorausgegangene Rücktritt Ihre Vorgängers Peter Schmid?

Ich wusste, dass Peter seine Amtszeit demnächst beenden wollte. Dass er es jetzt vorzeitig getan hat, wusste ich nicht. Peter hat in der Vorwoche ein Treffen beim Verband gehabt, wo es zu dieser Entscheidung kam.

Sie sind also ins kalte Wasser geworfen worden? 

Ja. Mit den Aufgaben eines Kreisspielleiters war ich bisher noch nicht vertraut. Das ist aber nicht so schlimm. Für das kommende halbe Jahr sind die Planungen fast überall abgeschlossen. Die Hallen- und der Pokalwettbewerbe sind abgeschlossen. Es bleibt eigentlich nur noch dabei, die laufende Saison abzuschließen.

Was ist Ihre persönliche Motivation, diese Amt zu übernehmen? 

Ich möchte die Vereine unterstützen. Bei unserem geringen Auslagenersatz lohnt sich diese Aufgabe aus finanzieller Sicht nicht. Ich mache diesen Job aus Idealismus.

Wie sieht es nach der laufenden Saison aus? Bleiben Sie dann in dieser Funktion?

Ich werde es auf alle Fälle bis zum Ende der Saison machen. Dann wird man sehen.

Ihren Posten als Spielleiter der acht Münchner Süd-Gruppen haben Sie dennoch behalten. Warum? 

Dass ein kompletter Neuling während der Saison einsteigt, macht keinen Sinn. Ich wollte das weder den Vereinen noch einem potenziellen Nachfolger antun. So haben wir jetzt die Zeit, einen Nachfolger einzuarbeiten. Sollte ich weiterhin Kreisspielleiter bleiben, wird es einen neuen Spielleiter geben.

Als Funktionär muss man flexibel sein... 

In der Regel ist es so, dass die Ämter im BFV langfristig vergeben werden. Aber es ist so wie in den Vereinen auch. Mindestens zwei Drittel sind keine geplanten Übergaben. Am Anfang muss man sich dann viele Dinge selbst aneignen. Es wäre deshalb mein Vorschlag, mal ein ABC für Vereinsfunktionäre zu schaffen, wo das wichtigste für Funktionäre aufgelistet ist.

Haben Sie bereits neue Ideen für den Münchner Kreis?

 Ja, da gibt es ein paar Überlegungen, die wir aber noch im Kreisausschuss besprechen müssen. Vielleicht werden wir den Start der Saison in München im nächsten Jahr um eine Woche nach hinten verlegen. Auch in der Halle kann ich mir Veränderungen vorstellen. Der Zugspitz-Kreis ist da München in Sachen Meldung von Vereinen und Zuschauern weit voraus. Auch den Toto-Pokal werden wir vielleicht wie in der Zugspitze in mehrere lokale Gruppen umstrukturieren. Dann ist es ausgeschlossen, dass die Vereine lange Strecken quer durch die Stadt fahren müssen. Außerdem sind Lokalderbys interessanter für die Zuschauer. Wir wollen diesen Wettbewerb attraktiver machen.

Das Gespräch führte Robert M. Frank

Auch interessant

Kommentare