1 von 2
Strahlender Sieger: Maxi Maier aus Garching gewinnt das Bayernliga-Rennen in Altenstadt.
2 von 2
Über rutschige Stufen aufs Treppchen: Maxi Maier liebt es, wenn es regnet und matschig ist, wie beim Mountainbike-Jura-Cup in Altenstadt.

Mountainbike

Maxi Maiers Schwäche für Sauwetter

  • schließen

Man kann sich bei Dauerregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt gemütlich bei einer heißen Tasse Tee vor den Kamin setzen und im Warmen ein gutes Buch lesen. Oder man schwingt sich in kurzer Hose und Trikot für einen Wettkampf auf den Sattel eines Mountainbikes. Wie Maxi Maier aus Garching.

Garching – Maier hat nämlich eine Schwäche für Sauwetter: „Ich fahre tatsächlich am liebsten, wenn es duscht und matschig ist. Weil dann ist so richtig Kraft und Zähigkeit gefragt.“

Bei diesen Bedingungen also hat der 26-Jährige, der für den MTB-Club München und das Team Fuji Bike Rockets fährt, jetzt das Bayernliga-Rennen in Altenstadt im Rahmen des Jura-Cup gewonnen. Nach heftigen Regengüssen sei die Strecke extrem aufgeweicht und die Steinpassagen ziemlich rutschig und gefährlich gewesen, sagt Maier. „Zwischenzeitlich musste die Veranstaltung auch unterbrochen werden, da ein heftiges Unwetter aufzog.“

Nach der Startphase setzte er sich mit einem Mitstreiter vom Feld ab. Es sei schwierig gewesen, ihn abzuschütteln oder auch sich nicht abschütteln zu lassen. In den technischen Passagen hatte Maier meist das Nachsehen und musste oft die verlorenen Meter auf den flacheren Sektionen wieder gutmachen. „In der letzten Runde ging es dann noch mal richtig zur Sache. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Zielgeraden.“ Auf der profitierte Maier nach sieben Runden mit je drei Kilometern nach 1:15 Stunden Renndauer von seinen Sprinterfähigkeiten und gewann.

Maier, der in den vergangenen zwei Jahren privat- und berufsbedingt etwas kürzer getreten war, hat sich heuer wieder akribischer vorbereiten können und legt seinen Fokus auf Cross-Country-Rennen mit dem Ziel bei den Bayerischen und Deutschen Meisterschaften nicht nur Teilnehmer zu sein. Er konzentriert sich vornehmlich auf Prestigerennen und Wettkämpfe in Bayern. Maier ist Elektromeister und arbeitet beim Bayerischen Rundfunk in München. Da ist die Freizeit begrenzt.

Nach einem siebentägigen Trainingslager auf Mallorca hatte er 1000 Kilometer in den Beinen, aber noch nicht die gewohnte Wettkampfform. Das zeigte sich beim Saisonauftakt im tschechischen Asch beim Cube Cup. Dort landete er im Gesamtklassement auf dem vierten Rang. „Da hab ich mich ganz schön abgeplagt. Es dauert, bis sich der Körper wieder an die Rennen gewöhnt hat.“ Es folgte Rang vier beim Obi-Cup in Abensberg, auf einem extrem schnellen, flachen Kurs. „Eigentlich war das wie ein Straßenrennen, nur auf Forstwegen.“ Man kann heraushören, dass es für Maier gerne etwas selektiver sein darf.

So wie beim Bike Festival Anfang Mai in Riva am Gardasee, einer prestigeträchtigen Veranstaltung. Der Garchinger reiste mit dem klaren Ziel an, den Vorjahreserfolg auf der sogenannten Ronda Piccola (42 Kilometer, 1700 Höhenmeter) zu wiederholen. Erneut bei Regenwetter habe er vor dem letzten Anstieg zusammen mit Oliver Fritsch aus Offenburg einsam an der Spitze gelegen. „Ich wusste, der ist schlechter im Abfahren und hab auf den fünf Kilometern runter bis Varignano alles riskiert.“

Dieser Plan ging für Maier auf. Nicht aber der, sich keinen Platten einzufangen. Auf der drei Kilometer langen Flachstrecke zum Ziel in Riva, entwich Luft aus dem Hinterreifen. Maier entschied sich, anzuhalten, um mit der Kartusche aufzufüllen. Fritsch nutzte dies für einen Vorsprung von 500 Metern. Quasi auf der Ziellinie fing der Garchinger den Kontrahenten nach zwei Stunden Fahrzeit im Sprint noch ab und verteidigte den Titel mit einer Sekunde Vorsprung. Die nächste Herausforderung wartet auf Maier am Sonntag, 26. Mai, beim Achensee-Marathon. Man möchte ihm dafür fast Schmuddel-Wetter wünschen.

Auch interessant

Mehr zum Thema