Ein Verein für alle: Den MSV Schleißheim gründete (v.l.) Christian Kunz mit Christian Huber, Stefan Krimmer und Dominik Grüttner im Dezember 2016.
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Ein Verein für alle: Den MSV Schleißheim gründete (v.l.) Christian Kunz mit Christian Huber, Stefan Krimmer und Dominik Grüttner im Dezember 2016.
Gefragter Interview-Partner: Christian Kunz wird vor dem Stadion der Blackburn Rovers zu seinem Lieblingsteam und zum MSV befragt.
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Gefragter Interview-Partner: Christian Kunz wird vor dem Stadion der Blackburn Rovers zu seinem Lieblingsteam und zum MSV befragt.
Sportliche Heimat: Christian Kunz im Stadion der Blackburn Rovers in England.
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Sportliche Heimat: Christian Kunz im Stadion der Blackburn Rovers in England.
Mächtig stolz sind die MSV-Schleißheim-Spieler auf ihre neuen Rovers-Trikots, die Christian Kunz (2.v.l.) aus aller Welt erhalten hat.
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Mächtig stolz sind die MSV-Schleißheim-Spieler auf ihre neuen Rovers-Trikots, die Christian Kunz (2.v.l.) aus aller Welt erhalten hat.  

MSV Schleissheim bekommt Trikotspenden aus aller Welt

MSV und Blackburn Rovers: Echte Fußball-Freundschaft

Bei den Blackburn Rovers fand Christian Kunz nicht nur eine sportliche Heimat. Der Gründer des MSV Schleißheim traf in England Menschen, die sich ebenso gern sozial engagieren wie er. Sie sorgten dafür, dass das MSV-Team in Rovers-Trikots aufläuft.

Unterschleißheim – Angefangen hat alles mit Roque Santa Cruz. Als der Stürmer des FC Bayern 2007 zu den Blackburn Rovers in die englische Premier League wechselte, hat auch Christian Kunz seine Liebe zu den Rovers entdeckt. Seit der Weltmeisterschaft 2006 hat sich der Unterschleißheimer, der im Dezember 2016 den Fußballverein MSV Schleißheim gründete, immer mehr für den englischen Fußball interessiert. Zudem „hatte ich immer schon eine anglophile Seite“, sagt der 32-Jährige und lacht. Der Klub aus der englischen Arbeiterstadt nahe Manchester hat es Kunz aber nicht nur wegen seines Bayern-Lieblingsspielers angetan.

„Die Rovers sind ein Familienverein, da gibt es keine Hooligans. Mit der Fankultur bei den Rovers habe ich mich sofort identifizieren können, auch wenn die besten Zeiten schon lange zurückliegen.“

Also hat sich Christian Kunz, Mitglied beim FCB, aber eher „neutral und allen Münchner Vereinen zugetan“, 2008 auf den Weg zu den Rovers gemacht. Zunächst nach Kufstein, wo der englische Meister von 1994/95 eines seiner Vorbereitungsspiele austrug. „Dort habe ich dann ganz blauäugig andere Fans angesprochen“, erinnert er sich. „Alle sind unheimlich offen, richtig herzlich und freuen sich über jeden, der sich engagiert.“

So, wie es Christian Kunz auch tut. Der Unterschleißheimer gründete Ende vergangenen Jahres den MSV Schleißheim. Dort spielen Flüchtlinge, Einheimische, Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Fußball. Die soziale Idee dahinter kam bei den weltweit gut vernetzten Rovers-Fans sehr gut an. Als Kunz über die Facebook-Seite der von ihm gegründeten „Bavarian Rovers“ um Trikotspenden für die MSV-Spieler bat, war die Unterstützung groß. Aus aller Welt hat Kunz insgesamt 15 Rovers-Trikots bekommen und damit seine afghanischen Mitspieler „richtig glücklich“ – und zu Rovers-Fans – gemacht. „Sie sind total stolz.“

Kurz bevor er im Januar dieses Jahres zu einem Heimspiel der Rovers flog, hatte er ein Bild des MSV-Teams in den Rovers-Shirts an den Verein gemailt, versehen mit dem Hinweis: „Falls es Euch interessiert: Ich bin beim Heimspiel da.“ Spontan wurde er zu seinen beiden Herzensangelegenheiten, dem MSV und den Rovers, interviewt. „Da drüben gibt es eine große Affinität für die Arbeit mit Behinderten und Flüchtlingen“, sagt der 32-Jährige und ist ganz zuversichtlich, „dass sich da in Zukunft noch viel entwickelt.“

Denn das soziale Engagement ist auch unter den Roversfans in England groß. „Das hat dort einen ganz anderen Stellenwert“, sagt er. So gibt es beispielsweise eine eigene Fangruppe, die Älteren oder Behinderten bei den Spielen im Stadion der Blackburns zur Seite steht. Ganz zu schweigen von der großen Gastfreundschaft: Als der Unterschleißheimer 2008 zu den ersten Spielen der Rovers nach Blackburn fuhr, bekam er sogar eine private Stadionführung.

Silke Nörenberg

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