+
Läuft ausgezeichnet: Nico Paufler (vorne) und sein Cousin Marcel Paufler liefern sich bei der Marathon-DM ein Kopf-an-Kopf-Rennen (hier bei einer Portage), das Nico Paufler nach 32 Kilometern und gut zwei Stunden hauchdünn gewinnt.

Kanu 

Nico Paufler gewinnt Familienduell

  • schließen

Gleich in drei Kanu-Disziplinen gehört Nico Paufler aus Ismaning zur deutschen Spitze. Im Wildwasser und im Marathon hat der 19-Jährige die Qualifikation für EM und WM geschafft. Im Rennsport lief‘s dagegen nicht nach Plan.

Ismaning – Nach gut zwei Stunden auf der Fulda steht fest, dass ein Kanute namens Paufler die Deutsche Marathon-Meisterschaft gewinnen wird. Nur wer? Nico Paufler, 19, aus Ismaning und sein drei Jahre älterer Cousin Marcel Paufler aus Bremen sind bis hierhin fast 32 Kilometer Seite an Seite gepaddelt. Inzwischen haben sie ganze drei Minuten Vorsprung auf den Rest des Feldes; die Entscheidung über den Sieg wird also im Zielsprint fallen.

Für Nico Paufler bietet dieses Fotofinish die Chance zur Revanche: Keine 24 Stunden zuvor hat er 600 Kilometer weiter südlich im ersten Duell mit seinem Cousin den Kürzeren gezogen. Bei der nationalen Meisterschaft im Wildwasser – neben Marathon die zweite von drei Kanu-Disziplinen, in denen der Ismaninger zur deutschen Spitze gehört – ist Nico Paufler am Vortag Dritter geworden. Den Sieg im österreichischen Lofer holte sich sein Cousin Marcel Paufler. „Mein Rennen war nicht perfekt“, hat der 19-Jährige hinterher gesagt. „Aber mit dem Ergebnis bin ich auf jeden Fall zufrieden.“

Sogar noch etwas zufriedener darf Nico Paufler tags darauf sein. Denn diesmal behält er im Familienduell die Oberhand und holt sich mit der Winzigkeit von 33 Hundertstelsekunden Vorsprung den Sieg. „Marcel und ich wissen natürlich genau, wo der jeweils andere seine Stärken hat“, sagt Nico Paufler. Schon während des Rennens habe er sämtliche Zwischenspurts gewonnen, „die ich gewinnen wollte“, sagte er. „Deshalb hatte ich auch am Ende ein ganz gutes Gefühl.“

Bereit für das Wildwasser: Anfang Juni steht für Nico Paufler die Weltmeisterschaft in dieser Disziplin an.

Durch den Erfolg bei den nationalen Titelkämpfen hat sich der Ismaninger für die Europa- und die Weltmeisterschaft im Kanu-Marathon qualifiziert – Erstere ist Anfang Juli in Kroatien, Zweitere im September in Portugal. Anders als bei den Deutschen Titelkämpfen wird er dann womöglich nicht bei den Männern, sondern im U23-Rennen an den Start gehen, wo seine Medaillenchancen noch etwas größer sein dürften.

Die laufende Saison ist für Nico Paufler erst die zweite überhaupt im Herren-Bereich – wobei er in seinem Premierenjahr bereits für Furore gesorgt hat: Unter anderem wurde der Neuling 2017 Herren-Europameister und U23-Weltmeister im Wildwasser-Kanu. In dieser Disziplin hat Nico Paufler auch heuer Chancen auf internationales Edelmetall: Anfang Juni startet er bei der Männer-WM in der Schweiz; danach wartet im August noch die U23-EM.

Im Kanu-Marathon und im Kanu-Wildwasser ist es bislang also ganz nach Nico Pauflers Vorstellungen gelaufen. Anders in der dritten Disziplin, dem Kanu-Rennsport, den man von Olympia kennt. Hier hat der 19-Jährige aus dem Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser, der unter der Woche in Rosenheim studiert, das Ticket für die U23-WM verpasst. Bei der Qualifikation in Duisburg fehlte ihm in der Endabrechnung ein Platz – vor allem, weil der Langstreckenspezialist auf den kurzen Distanzen schwächelte.

Und dennoch kann sich Nico Paufler über mangelnde Beschäftigung in den kommenden Wochen und Monaten nicht beklagen. Neben all den Wettkämpfen und Trainingseinheiten stehen Anfang Juli auch noch die Uni-Prüfungen an. Zuvor aber geht es am 31. Mai zur Männer-WM im Wildwasser-Kanu in die Schweiz. Eine dritte Runde im Familienduell wird es dort aber nicht geben. Denn bloß Nico Paufler, nicht aber sein Cousin, hat sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert.

Eigene Webseite

Nico Paufler schreibt neuerdings auf www.nico-paufler.de regelmäßig über seine Rennen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fabian Olbert: „Ich weiß, dass es auch noch schneller geht“
Julian Reus ist seit Jahren das Nonplusultra bei den deutschen Sprintern. Neben vier EM-Medaillen hat der 31-Jährige fast zwei Dutzend nationale Titel mit der Staffel …
Fabian Olbert: „Ich weiß, dass es auch noch schneller geht“
Tobias Potye richtet Blick auf Olympia
An diesem Wochenende findet in Halle die Deutsche Hallenmeisterschaft der Leichtathleten statt. Die Wettkämpfe sind für Hochspringer Tobias Potye „ein Aufwärmprogramm“. …
Tobias Potye richtet Blick auf Olympia
Zum perfekten Glück fehlt nur ein Dach
Zum perfekten Glück fehlt dem ERSC Ottobrunn nur ein Dach über dem Eisstadion am Haidgraben
Zum perfekten Glück fehlt nur ein Dach
Erdinger Meister-Cup: „Champions League der Amateure“
Der Start in die Rückrunde steht bevor und schon jetzt lohnt sich ein Blick in Richtung Saisonfinale. Der Erdinger Meister-Cup geht 2020 in die 16. Runde
Erdinger Meister-Cup: „Champions League der Amateure“

Kommentare