Premiere im Kanurennsport: Nico Paufler (2.v.l) startet im Vierer über 500 Meter bei der U23-EM in Polen. Foto: Paufler
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Premiere im Kanurennsport: Nico Paufler (2.v.l) startet im Vierer über 500 Meter bei der U23-EM in Polen.

Studienortbedingt konzentriert sich der Ismaninger Kanute vorerst auf die Disziplin Rennsport

Pauflers neue Liebe

  • Patrik Stäbler
    VonPatrik Stäbler
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Wenn Nico Paufler von den diversen Deutschen Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften erzählt, die bei ihm im Wettkampfkalender stehen, dann ist das für Außenstehende nicht immer leicht zu durchblicken. Denn der 23-jährige Kanute aus dem Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser gehört gleich in drei Disziplinen zu den besten Fahrern des Landes.

Fischerhäuser – Erstens ist da der Kanu-Marathon, also Rennen über bis zu 42 Kilometer auf Flüssen und Kanälen, bei denen die Boote mitunter auch über Land getragen werden. Hier ist Paufler mehrfacher Deutscher Meister bei den Männern und wurde 2018 auch U23-Europameister. Zweitens gibt es den Wildwasserrennsport, bei dem die Kanuten vier bis acht Kilometer auf rauen Gewässern zurücklegen und dabei mit Strömung und Wellen zurechtkommen müssen. Es ist dies Pauflers Paradedisziplin: Mehr als ein halbes Dutzend Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften nennt er sein Eigen.

Und dann gibt es noch – drittens – den Kanu-Rennsport, den man von Olympia kennt. Diese Disziplin hatte bei Nico Paufler lange Zeit nicht die höchste Priorität, bis er Ende 2020 ins Ruhrgebiet umzog, wo er seither an der Uni Bochum Maschinenbau studiert und am Olympiastützpunkt in Essen trainiert. Seine Trainingsgruppe dort konzentriere sich vornehmlich auf dem Rennsport, weshalb er den Schwerpunkt in seinem letzten U23-Jahr ebenfalls auf diese Disziplin gelegt habe, sagt Paufler.

Der Lohn war der erstmalige Start bei einer internationalen Rennsport-Meisterschaft – nämlich der U23-EM in Polen. Dort blieben Paufler und seine Kollegen im deutschen Vierer-Boot nun jedoch hinter den Erwartungen zurück: Über 500 Meter landeten sie im Vorlauf nur auf Rang sieben. Kaum besser lief es tags darauf im Halbfinale, wo das deutsche Team nicht über Platz sechs hinauskam und den Endlauf um gut eine Sekunde verpasste. „Das Finale war schon unser Ziel“, räumt Nico Paufler ein. „Doch leider ist es nicht so gelaufen wie gehofft.“ Vor allem am Start hätten seine Kollegen und er Probleme gehabt. „Und auch die Streckenlänge von nur 500 Metern ist uns nicht entgegengekommen“, sagt Paufler, der ebenso wie seine Mitfahrer eher ein Langstreckenspezialist ist.

Ob er dennoch etwas von seinem internationalen Rennsport-Debüt mitnehmen könne? „Auf jeden Fall viel Erfahrung“, sagt Paufler. Und Motivation. „Mich spornt das Ergebnis an, es bei der WM besser zu machen“, sagt der Ismaninger. Diese U23-Weltmeisterschaft findet Anfang September in Portugal statt; seinen Startplatz hat Paufler schon sicher. Bis dahin warten noch zwei Trainingslager sowie die Deutschen Rennsport-Meisterschaften auf den 23-Jährigen.

Zudem wird Paufler in wenigen Wochen mit Interesse verfolgen, wie sich das deutsche Kanu-Team bei den Olympischen Spielen in Tokio schlägt. Ob seine verstärkte Konzentration auf den Rennsport auch mit dem Traum von den fünf Ringen zu tun habe? „Natürlich will jeder Sportler irgendwann mal zu Olympia“, antwortet Paufler auf diese Frage. Allerdings seien die Sommerspiele in Paris 2024 noch so weit entfernt, „dass man jetzt nicht wirklich darauf hinplanen kann“.

Und unabhängig von seiner Leistungsentwicklung im Rennsport wolle er die anderen zwei Disziplinen keineswegs aufgeben, betont Nico Paufler. So plane er im Herbst sowohl an der Marathon-Weltmeisterschaft teilzunehmen als auch bei den Deutschen Wildwasser-Meisterschaften. Vorerst jedoch, das betont er auch, „wird meine Konzentration bis zu den U23-Weltmeisterschaften erst mal auf dem Rennsport liegen“.

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