Paddeln im Ruhrgebiet: Nico Paufler (links; mit seinem Trainingspartner Tim Dietzler) hat die komplette Vorbereitung im Rennsport absolviert und sich für die U23-EM und -WM qualifiziert.
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Paddeln im Ruhrgebiet: Nico Paufler (links; mit seinem Trainingspartner Tim Dietzler) hat die komplette Vorbereitung im Rennsport absolviert und sich für die U23-EM und -WM qualifiziert.

Der Ismaninger Kanute startet erstmals international im olympischen Rennsport

Nico Paufler qualifiziert sich für U23-EM und -WM

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Fischerhäuser – Wenn es um internationale Wettkämpfe geht, dann kann Nico Paufler auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Seit 2015 hat der Kanute aus dem Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser an fast einem Dutzend Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen und dort einen ganzen Schrank voll Medaillen geholt – sowohl in der Disziplin Wildwasser als auch im Kanu-Marathon.

Im olympischen Kanu-Rennsport dagegen ist der 22-Jährige nie über Deutsche Meisterschaften hinausgekommen – bis jetzt. Doch nun wird Paufler auch in dieser Disziplin erstmals international mitmischen – sofern die Corona-Pandemie es erlaubt. Denn in den zwei Qualifikations-Wettkämpfen in Duisburg Anfang und Mitte April hat der Ismaninger das Ticket für die Europa- und die Weltmeisterschaft der Altersklasse U23 gelöst. Erstere ist Ende Juni in Polen geplant; Zweitere wurde aufgrund der Pandemie bereits von Juli auf September verlegt und soll im portugiesischen Montemor-o-Velho stattfinden.

„Für mich sind die Qualifikationen super gelaufen“, freut sich Nico Paufler, der seit Herbst in Bochum studiert und in Essen lebt, wo er am Stützpunkt trainiert. Dort liegt der Fokus seiner Trainingsgruppe auf dem Kanu-Rennsport, weshalb auch er sich dieser Disziplin vermehrt gewidmet habe, sagt der Ismaninger. Hinzu komme, dass alle Wildwasser- und Marathon-Rennen bislang der Pandemie zum Opfer gefallen seien. Entsprechend habe er die komplette Vorbereitung im Rennsport-Boot absolviert, erzählt Paufler.

Und das ist offensichtlich nicht ohne Folgen geblieben, wie seine starken Resultate in Duisburg zeigen. Dort ging Paufler Seite an Seite mit Europa- und Weltmeistern sowie Olympiasiegern ins Wasser der Wedau – schließlich dienten die Wettkämpfe auch als Qualifikation für Olympia in Tokio. Die Veranstaltung habe unter strengen Hygienevorschriften stattgefunden, berichtet Paufler. Sprich: Abstandsregeln, Maskenpflicht, Tests und ausschließlich Einzelrennen. „Trotzdem war es sehr schön, mal wieder einen Wettkampf zu bestreiten“, sagt der Ismaninger. „Letztes Jahr ist ja schon fast alles ausgefallen. Und in diesem Jahr war es mein allererster Wettkampf.“

Für Paufler ging es vor allem darum, sich gegen die anderen U23-Athleten durchzusetzen. Er startete dabei über 250 und 500 Meter sowie zweimal über 1000 Meter. Als Langstrecken-Spezialist erreichte der 22-Jährige über die beiden längeren Distanzen dreimal den B-Endlauf und wurde dort Sechster (500m) sowie zweimal Zweiter (1000m). Über die Kurzdistanz von 250 Meter reichte es dagegen nur zu Rang acht im C-Endlauf. Das war für Paufler aber nur eine Randnotiz, schließlich wollte er sich auf der Mittelstrecke für die EM und WM der U23 qualifizieren. Und das hat er geschafft: „Nach der zweiten Qualifikation habe ich einen Anruf von meinem Trainer bekommen, dass ich dabei bin“, berichtet Paufler. „Jetzt hoffe ich nur, dass die EM im Juni stattfinden kann.“

Zur Vorbereitung geht es für den Ismaninger nun erst mal mit dem U23-Nationalteam ins Trainingslager, das diesmal an einem Stützpunkt in Deutschland stattfinden wird – auch das eine Folge von Corona. Welche Wettkämpfe neben der Rennsport-EM heuer noch für Paufler anstehen? „Das ist schwer zu sagen“, antwortet er, „weil man dieses Jahr kaum planen kann“. Die WM in Portugal in September sei jedenfalls ein großes Ziel. Darüber hinaus hoffe er auch auf Wettkämpfe im Wildwasser und Kanu-Marathon. Denn obschon seine Konzentration momentan auf dem Rennsport liegt, betont Nico Paufler: „Wenn es geht, will ich weiterhin alle drei Disziplinen fahren.“

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