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Stolz auf seine Jungs: Trainer Richard Hörle mit den Spitzenturnern (v.l.) Marcel Nguyen, Felix Remuta und Lukas Dauser vom TSV Unterhaching.

Turnen

Der Turnsport trauert um eine Trainer-Legende

  • vonRobert Gasser
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Der Turnsport und insbesondere der TSV Unterhaching trauert um eine Trainer-Legende: Richard Hörle ist nach schwerer Krankheit in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gestorben. Im Dezember wäre Hörle 79 Jahre alt geworden. Mit ihm verliert der Bayerische und Deutsche Turnsport eine der herausragendsten Trainerpersönlichkeiten im Nachwuchsleistungssport.

Unterhaching

Hörle pflegte zu seinen Athleten stets ein sehr herzliches Verhältnis. Und er ließ auf sie nichts kommen. Immer wieder kam Hörle in die Unterhachinger Merkur-Redaktion und berichtete von den Erfolgen und sportlichen Fortschritten seiner Schützlinge. Dabei war es ihm immer wichtig, den Fleiß, seiner Athleten, der gerade im Spitzenturnen neben Talent unabdingbar ist, hervorzuheben. „Die Buben trainieren jeden Tag viele Stunden. Dagegen ist das Training im Fußball gar nix“, pflegte der leidenschaftliche Trainer immer zu sagen. Umgekehrt war Hörle für seine Athleten nicht einfach nur ein Trainer, er galt als Turnvater des TSV Unterhaching.

Sein jahrzehntelanges, unermüdliches Wirken hat den Grundstein dafür gelegt, dass der TSV Unterhaching sowie der Turnsport in Bayern und auch in Deutschland größte Erfolge verzeichnen konnten. Dass heute mit Marcel Nguyen, Lukas Dauser und Felix Remuta drei seiner ehemaligen Schützlinge der Nationalmannschaft angehören, ist das Ergebnis jahrelanger akribischer Arbeit in der Turnhalle.

Hörle wurde im Schwäbischen geboren und wurde schnell ein guter Turner. Er holte sich den Titel des baden-württembergischen Meister. Krönung für den Trainer Richard Hörle und wohl auch seine größte Freude war der Gewinn der beiden Silbermedaillen von Marcel Nguyen bei den Olympischen Spielen in London 2012.

„Wobei ihn auch die anderen, unzähligen Medaillen seiner Turner auf allen Ebenen immer größte Glücksgefühle bereiteten und ihn mit Stolz auf seine Jungs erfüllten“, wie Oskar Paulicks anmerkt, als Abteilungsleiter der Turnabteilung des TSV Unterhachinger jahrelang Wegbegleiter Hörles.

Hörle war 45 Jahre Mitglied und seit 2019 Ehrenmitglied des TSV Unterhaching. „In diesen langen Jahren ist es dank seines Wirkens gelungen, den Verein zu einer der führenden Adressen im Nachwuchsleistungssport im männlichen Gerätturnen in Deutschland zu machen. Richard hatte ein absolut sicheres, untrügliches Gespür für Talente und eine außergewöhnliche Begabung, diese entsprechend zu fördern und zu formen. Er hat dabei immer den jungen Menschen in seiner Gesamtheit gesehen und nie ausschließlich die Leistung in den Vordergrund gestellt. Neben konsequentem Training gehörte auch Spaß und Freude für die Kinder dazu. Und er betreute die Kinder auch, wenn es einmal nicht so lief. Er vermittelte ihnen stets seine Wertschätzung und gab die oft so wichtige psychologische Hilfestellung“, erzählt Paulicks.

Richard Hörle hinterlässt im Turnsport eine sehr große Lücke. „Wir werden versuchen“, so Oskar Paulicks, „sein Werk fortzusetzen und in seinem Sinne weiter zu wirken.“

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