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Mit Schwung auf die Rampe: Leo (11) lernt vier Stunden lang mit 30 anderen Kindern, was man alles Skatepark machen kann.
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Mann der ersten Stunde: Ex-Weltmeister Thomas Stellwag.
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Fingerzeig: Michael Gerber (links) gibt beim Workshop in Lohhof wertvolle Tipps.
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Kleine Sprünge für Fortgeschrittene: Eremias (8) übt mit dem Roller.

Im Blickpunkt: Rolling Wheels des SV Lohhof

Wo die wilden Kerle rollen

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Was die Wasserknappheit in den USA mit dem Lohhofer Skatepark zu tun hat, in dem ein Hausdach und ein Quarter stehen, haben Sportler der Rolling Wheels bei einem Workshop erklärt. 30 Kinder haben große Augen bekommen und spektakuläre Tricks gelernt.

Lohhof – „Wer weiß, wo BMX herkommt?“ Die Einstiegsfrage vom ehemaligen BMX-Weltmeister und mehrfachen Deutschen Meister Thomas Stellwag (48) zu Beginn des Workshops der Rolling Wheels, das ist die BMX- und Skateboard-Abteilung des SV Lohhof, ist keine große Herausforderung. Sofort schnellen gleich mehrere Finger in die Luft, doch melden wie in der Schule und Warten, bis man aufgerufen wird, ist eigentlich viel zu uncool für eine so lässige Location wie den Skatepark.

Merken auch die Kids schnell, und so sprudelt es aus einem Knirps einfach heraus: „Da wollten die Kinder auch mal Motocross fahren. Das durften sie nicht, und da haben sie ihre Fahrräder genommen!“ „Bonanzaräder“, steuert ein anderer bei. Stellwag nickt zufrieden und ergänzt noch, wofür die Buchstaben BMX eigentlich stehen: „Bicycle Motocross, Moto ohne R“.

Auch die Ursprünge des Skatens sind schnell geklärt, obwohl die Skater beim Workshop zahlenmäßig mit gerade mal vier absolut in der Unterzahl sind: „Da wollten die Surfer auch auf dem Land surfen und haben Rollen an ihre Bretter gebaut“, kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort auf Stellwags zweite Frage und das Skatepark-Urgestein muss nur noch schnell die Brücke zwischen BMX-Fahrern und Skatern historisch bauen: „Als in den USA große Wasserknappheit war und die Pools leer geblieben sind, haben die mit ihren Bikes und Skateboards in den Pools ihre ersten Tricks gemacht – das war das erste Mal, dass BMX und Skater zusammen gefahren sind.“

Nachdem die Geschichte also geklärt ist, geht’s auch gleich zur Parkbesichtigung und einer Art „Verkehrserziehung“. Stellwag stellt die verschiedenen Rampen vor und auch, wenn die meisten Jungs sich noch nicht so richtig vorstellen können, was man mit dem „Hausdach“ oder der „Quarter“ so alles anstellen kann, werden die Augen unter den Schutzhelmen immer größer.

Viel wichtiger als die Möglichkeiten ist aber, dass alle verstehen, wo langgefahren wird und wo man auf keinen Fall rumstehen sollte. Bei der Grundregel „Du stehst auf keiner Rampe, auf die du nicht rauffahren kannst“ nicken die vielen bunten Helme eifrig. Genug der Theorie, doch um keines der Kinder zu überfordern, haben die Rolling Wheels noch eine letzte, diesmal praktische, Sicherheitsmaßnahme vor den eigentlichen Workshop gebaut: Alle BMX-Kids, die zum ersten Mal im Park sind, müssen kurz vorfahren, danach werden zwei Gruppen gebildet. Die vier Skater rollen inzwischen in einer Art Halfpipe bereits ganz lässig hin und her und tasten sich an den richtigen Stand und das kräftige Schwungholen heran. Auch drei Rollerfahrer sind mit von der Partie, unter ihnen auch das einzige Mädchen unter den 26 Jungs. Nach der BMX-Gruppeneinteilung kurven die Anfänger fürs richtige Fahrgefühl erst mal an den kleineren Rampen lang, doch am Ende des Tages kommen auch sie schon ganz schön hoch hinaus. Die Fortgeschrittenen tasten sich übers Vorder- und Hinterradanheben an die ersten Sprünge heran.

Nach fast vier Stunden Üben dürfen die Kids dann ihr Können auf einer Contest-Runde ganz allein im Park den anderen und natürlich auch vielen Eltern demonstrieren. Wie bei einem richtigen Contest moderiert Thomas Stellwag das ganze über Mikrofon und man merkt schnell – der Mann hat das schon ein paar Mal gehört und auch gemacht. Die Fach- und Szenebegriffe hören sich mindestens so spektakulär an, wie die Tricks aussehen. Und so mancher der Jungs wird wahrscheinlich gar nicht genau gewusst haben, was das eigentlich Cooles war, das er da gerade zum Besten gegeben hat. Nach seinem Lauf bekommt jeder Teilnehmer eine Urkunde, unterschrieben vom Weltmeister. Und auch die Rolling Wheels sammeln ein paar Unterschriften ein auf den Anträgen für Neumitglieder.

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