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Nicht aufzuhalten: Daniel Thie (mit Ball) und der RC Unterföhring spielen künftig in der 2. Bundesliga.  

Rugby

Aufstieg als Sahnehäubchen

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Eigentlich hatte der Rugby Club Unterföhring den Aufstieg verpasst. Im Endklassement der Regionalliga war der Club hauchdünn hinter Nürnberg Zweiter geworden. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse.

Unterföhring – Die Boom-Gemeinde Unterföhring erhält einen Sportplatz der Superlative: Vom Regionalliga-tauglichen Stadion über Stockschützenbahnen bis zum Hallenbad ist so fast alles vorhanden, was zur Leibesertüchtigung taugt. Einen Haken aber gibt es: Der XXL-Sportpark auf 100 000 Quadratmetern wird frühestens 2020 fertig sein – zu spät für einige Vereine.

So sind die Fußballer des FCU bereits heuer in die Regionalliga aufgestiegen und müssen ihre Heimspiele in Ermangelung einer geeigneten Spielstätte fortan in Heimstetten austragen. Auch ein neuer Schwimmverein wurde gegründet, der ohne ein Hallenbad im Ort jedoch nur bedingt schlagkräftig ist. Und nun hat der Rugby Club Unterföhring – er soll im Sportpark ein Feld plus Kunstrasenplatz bekommen – ebenfalls den Sprung in die nächsthöhere Klasse geschafft: Nächste Saison spielt der RCU in der 2. Bundesliga.

Doch weil Rugby anders als Fußball hierzulande ein Nischensport ist, können die Unterföhringer ihre Heimspiele auch weiterhin auf ihrem angestammten Platz am Etzweg austragen. „Es gibt Lizensierungsauflagen, aber die sind halb so wild“, sagt Präsident Stephan Unfried. Die viel größere Herausforderung sei sportlicher Natur: „Wir hoffen, dass wir die Klasse halten können, aber das wird natürlich sehr schwer.“

Zumal der RCU den Aufstieg eigentlich verpasst zu haben schien: Im Endklassement der Regionalliga war der Club hauchdünn hinter Nürnberg Zweiter geworden. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Erst verzichtete Nürnberg auf die Aufstiegsrelegation, worauf Unterföhring nachrückte. Und weil dann auch noch kurzfristig ein Platz in der Süd-Gruppe der 2. Liga frei wurde, musste der RCU nicht mal mehr ins Entscheidungsspiel – sondern stieg direkt auf. „Wir haben die Spieler dann sofort in die Pause geschickt“, sagt Stephan Unfried. Schließlich beginnt schon nächste Woche die Vorbereitung auf die neue Saison, die Anfang September startet.

Der Aufstieg in die 2. Liga ist gewissermaßen das Sahnehäubchen für den Verein, der erst vor fünf Jahren gegründet wurde. Inzwischen zählt der RCU fast 200 Mitglieder, in der Jugend hat man heuer die ersten beiden Bayerischen Meistertitel geholt, und sogar eine Frauen-Mannschaft gibt es seit voriger Saison. Nun müsse der stetig wachsende Club daran gehen, „die Strukturen zu professionalisieren“, sagt der Präsident. Will heißen: „Wir wollen die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Und wir wollen uns mehr um Sponsoren bemühen.“

Einen Schub verspricht sich der RCU von zwei Argentiniern, die der Verein im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs im Sport an sich binden will. Das Duo soll vermehrt in Schulen gehen, und natürlich sind die beiden, die in ihrer Heimat höherklassig Rugby gespielt haben, auch als Verstärkung für die Mannschaft von Trainer José Holgado eingeplant, ihrem Landsmann. „Außerdem suchen wir weitere Neuverpflichtungen, die uns auf drei, vier Positionen verstärken“, sagt Unfried. Der Präsident räumt ein, dass es in der Mannschaft anfangs noch Bedenken gegeben habe: „Einige waren skeptisch, ob wir wirklich aufsteigen sollen.“ Inzwischen jedoch habe sich die Stimmung gedreht, so Unfried: „Mittlerweile sind fast alle Feuer und Flamme für die neue Herausforderung.“

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