Der Kirchheimer Sprinter Fabian Olbert (LG Stadtwerke) liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Tartanbahn in Regensburg. Beim Rekordlauf hat er sich bei einem Sturz kurz vor dem Ziel das Schlüsselbein gebrochen
+
„Ich habe nur gemerkt, dass da irgendwas raussteht.“ Fabian Olbert liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht in Regensburg auf der Tartanbahn.

Kirchheimer Sprinter stürzt im Ziel nach Rekordlauf über 100 Meter und ist bereits operiert

Saisonende für Fabian Olbert nach Schlüsselbeinbruch

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
    schließen

Der Kirchheimer Fabian Olbert verbessert einen 14 Jahre alten Rekord, kommt aber im Ziel ins Straucheln und stürzt. Wenig später kommt die niederschmetternde Diagnose vom Arzt: Schlüsselbeinbruch – und damit das Saisonende.

Kirchheim – Breit grinsend guckt Fabian Olbert wenige Augenblicke vor dem Start in die Kamera – und dazu hat der Sprinter aus Kirchheim ja auch allen Grund. Denn schon seit Längerem zeigt die Leistungskurve des 19-Jährigen steil nach oben; mit zuletzt 10,42 Sekunden auf 100 Metern ist er endgültig in der nationalen Spitze angekommen. Nun gilt seine Konzentration in dieser Corona-geplagten Freiluftsaison der Deutschen Meisterschaft am 8. und 9. August. Und auf dem Weg zu diesem Saisonhöhepunkt startet Olbert bei der Sparkassen-Gala in Regensburg, wo ihm vor dem Vorlauf die gute Laune ins Gesicht geschrieben steht.

Keine halbe Minute später hätte der Kirchheimer, der für die LG Stadtwerke München antritt, noch mehr Grund zur Freude – eigentlich. Denn in einer Zeit von 10,38 Sekunden gewinnt er nicht nur das Rennen und schraubt seine persönliche Bestmarke weiter nach oben. Sondern der 19-Jährige knackt auch den bayerischen U20-Rekord, den vor 14 Jahren niemand Geringeres als Christian Blum aufgestellt hat, ein mehrfacher Medaillengewinner bei Deutschen Titelkämpfen.

Und doch sieht man Fabian Olbert im Ziel nicht mehr lächeln – vielmehr liegt er mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Der Grund: Auf den letzten Metern ist er ins Straucheln geraten und gestürzt. Wenig später kommt die niederschmetternde Diagnose vom Arzt: Schlüsselbeinbruch – und damit das Saisonende. „Ich habe hinten raus die Kontrolle verloren“, sagt Olbert über den Sturz. „Ich habe mich irgendwie zu sehr nach vorne gelehnt. Und dann bin ich auf die Schnauze gefallen.“

Im Ziel habe er anfangs „gar nichts gespürt“, sagt Olbert. „Da war ich noch voll auf Adrenalin. Ich habe nur gemerkt, dass da irgendwas raussteht.“ Was da hervorragt, ist sein Schlüsselbein, das bereits zwei Tage nach dem Rennen operiert worden ist. „Die OP ist ganz gut gelaufen“, berichtet der Sprinter per Telefon aus dem Krankenhaus. Für ihn ist es die erste schlimme Verletzung in seiner Karriere. „Allerdings bin ich zuversichtlich, dass das relativ schnell wieder auskuriert ist“, sagt Olbert, der nun voraussichtlich sechs Wochen nicht trainieren darf.

Auch die Deutsche Meisterschaft wird somit ohne den Shootingstar über die Bühne gehen. „Das ist natürlich bitter, weil ich im Training gemerkt habe, dass ich richtig gut drauf bin“, sagt Olbert. Sein Rekord-Rennen in Regensburg sei dabei „noch nicht mal richtig gut“ gewesen. „Die ersten sechzig Meter habe ich ziemlich verpennt.“ Dass es trotzdem zu einer neuen persönlichen Bestzeit reichte, ist ein Fingerzeig auf das Potenzial, das in dem 19-Jährigen schlummert.

Bevor er dieses aber weiter ausschöpfen kann, wird Olbert erst mal seine Verletzung auskurieren müssen, die ihn nicht nur sportlich, sondern auch im Studium zurückwirft. Denn eigentlich hätte der Kirchheimer am Montag seine erste und am Mittwoch seine zweite Prüfung schreiben sollen. „Wahrscheinlich“, sagt Fabian Olbert, der in München Elektrotechnik studiert, „werde ich jetzt noch ein Semester dranhängen müssen“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

BFV-Schiedsrichterobmann Moritz: Der blanke Arm zählt als Handspiel
Für die Saison 2020/21 wurden kleine Regeländerungen vorgenommen. Diese betreffen einmal mehr die Handspiel-Regel aber auch das Elfmeterschießen.
BFV-Schiedsrichterobmann Moritz: Der blanke Arm zählt als Handspiel
1631 Runden für den guten Zweck
Die Eishockey-Familie hält zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten. Dies zeigte sich wieder, als der ESC Holzkirchen einen Spendenlauf für den an Blutkrebs …
1631 Runden für den guten Zweck
Baierbrunner Yannick Wolf sprintet in die deutsche Elite
Vom Weitspringer zum Sprinter: Mit ausgezeichneten Leistungen glänzte der Baierbrunner Leichtathlet Yannick Wolf innerhalb einer Woche bei den nationalen Meetings in …
Baierbrunner Yannick Wolf sprintet in die deutsche Elite
Turner auf der Suche nach Normalität
Exquisa-Oberbayern-Teamchef Jakob Paulicks sprich über  die Schwierigkeiten des Turnen in der Pandemie.
Turner auf der Suche nach Normalität

Kommentare