Große Ehrung für den Isaria-Wiedergründer (von links): Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, Vorsitzender Georg Daimer, Franz Walter mit seiner Frau Anna; auf dem Tisch ein Plakat von 1980.
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Große Ehrung für den Isaria-Wiedergründer (von links): Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, Vorsitzender Georg Daimer, Franz Walter mit seiner Frau Anna; auf dem Tisch ein Plakat von 1980.

Ismaninger hat zusammen mit sieben anderen 1950 den SCI Unterföhring wiederbelebt

Franz Walter (89) ist seit 70 Jahren Isaria-Ringer

  • vonNico Bauer
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„Danke, dass du den Mut hattest, vor 70 Jahren unseren Verein wiederzugründen.“ Das hat Georg Daimer, der Präsident des Ringervereins SC Isaria Unterföhring, gesagt, als er zusammen mit dem Unterföhringer Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer Franz Walter besuchte, der seit 70 Jahren dem Verein angehört. Er ist das letzte noch lebende Mitglied der Wiedergründung nach dem Krieg.

Ismaning/Unterföhring – Franz Walter ist nicht nur das letzte Mitglied der Vereinswiedergründung von 1950, sondern auch Alterspräsident des Walter-Clans. Sein Bruder Andi ist die Vereinslegende, nach der das Andi-Walter-Gedächtnisturnier benannt wurde. Dessen Sohn Andreas Walter ist einer der besten Ringertrainer Bayerns und eine Generation weiter ist Andreas Walter jun. aktuell Bundesligaringer in Nürnberg, der schon international für Deutschland im Einsatz war.

Gründungsmitglied Franz Walter war einst eine von acht Personen, die mit dem Vorsitzenden Martin Weichselbaumer den SC Isaria Unterföhring wiederbelebten. Man erinnerte sich an den in Südbayern bekannten Ringerverein, der mit Beginn des Zweiten Weltkrieges seinen Sportbetrieb einstellen musste. Er wurde Zehnter bei der Deutschen Meisterschaft und kämpfte in der Ersten Mannschaft in der Bezirksliga.

Der in Ismaning lebende Franz Walter hatte nicht vergessen, dass es damals auch einen Ringerverein in Ismaning gab. Gekämpft wurde in der ehemaligen Gemeindehalle. „Das war dort schon eine ganz besondere Stimmung mit vielen Zuschauern“, sagt er. Und er weiß noch, dass die weiblichen Fans durchaus gefürchtet waren: „Bei denen hatten die Schiedsrichter immer einen ganz schweren Stand.“ Walter hat in der ersten Saison nach der Neugründung sportlich ein Glanzlicht gesetzt, als er die gesamte Runde über ungeschlagen blieb. Stolz erzählte seine Frau Anni, der linke Kopfzug sei gefürchtet gewesen. Mit diesem Griff habe er die meisten Kämpfe gewonnen.

Den 89-jährigen Jubilar hat das Ringen jung gehalten, denn mit 85 Jahren hat er noch immer gearbeitet. Und heute drückt er als Fan noch Andreas Walter jun. die Daumen und gehört zu einem halben Dutzend Walters, die Mitglieder beim SC Isaria sind. Vorsitzender Georg Daimer kann sich den Verein ohne diese Familie nicht vorstellen: „Der Name Walter hat unseren Verein immer geprägt und er wird auch in 50 Jahren noch präsent sein.“ Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer war der Ehrungstermin in der Nachbargemeinde eine Herzenssache. Und er hätte zu gerne das Geheimnis der Gesundheit von Franz Walter fahren: „Sie müssen mir irgendwann einmal verraten, wie man bis ins hohe Alter so fit bleiben kann.“

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