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Wehmut im Gepäck

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Von: Patrik Stäbler

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Einkleidung für Olympia: Patrick Bussler wird mit viel Gepäck nach Südkorea fliegen. © Carola Englert /SVD

Der Snowboarder Patrick Bussler aus Aschheim verpasst bei seinen letzten Olympischen Spielen die Eröffnungsfeier

Aschheim – Mit der Eröffnungsfeier im Olympiastadion von Pyeongchang fällt heute der Startschuss für die Winterspiele – allein der einzige Starter aus dem Landkreis München ist noch rund 8500 Kilometer Luftlinie von Südkorea entfernt. Denn der Aschheimer Patrick Bussler ist mit seinen Kollegen des deutschen Snowboard-Nationalteams bis gestern im Trainingslager in Italien gewesen und wird erst am Montag nach Pyeongchang fliegen. Und so wird der 33-Jährige anders als 2006 in Turin, 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi diesmal die Eröffnungsfeier verpassen – „leider“, wie er betont.

„Von den Trainingsbedingungen ist es in Pyeongchang offenbar sehr schwierig“, erklärt Bussler die verspätete Anreise. So werde das deutsche Team auch in Südkorea erst mal in einem anderen Ressort trainieren, ehe es wenige Tage vor dem Wettkampf auf den Olympiahang geht. Das Rennen, dem Bussler seit fast vier Jahren entgegenfiebert und auf das sein ganzes Winterprogramm abgestimmt ist, steigt dann am 22. Februar: Um 4 Uhr früh deutscher Zeit treten die Alpin-Snowboarder zur Qualifikation im Riesenslalom an. Für sie ist es der einzige Wettkampf, da anders als noch in Sotschi der Slalom diesmal nicht olympisch ist. Zwei Tage nach der Qualifikation treten die 16 schnellsten Fahrer am 24. Februar im Finale an und kämpfen um olympisches Edelmetall.

„Mit einer Medaille könnte ich meine Karriere gut abschließen“, hat Patrick Bussler im Vorfeld gesagt. Allein es müsste schon optimal für ihn laufen, damit er um die vordersten Plätze mitfährt. Einerseits ist der Aschheimer in Sotschi als Vierter und Sechster nur haarscharf an einer Medaille vorbeigeschrammt. Andererseits ist sein letzter Stockerlplatz im Weltcup schon zwei Jahre her; und zuletzt scheiterte Bussler in Bulgarien gar zweimal in der Qualifikation. „Ich habe trotzdem ein gutes Gefühl“, betont er. „Im Training läuft es gut. Jetzt muss ich das nur noch im Rennen umsetzen.“

Den letzten Schliff holt sich der Routinier nun also in Italien, wo noch keine rechte Olympia-Stimmung aufkommen mag. Vielmehr verspüre er dieser Tage wachsende Wehmut, sagt Bussler. „Die wird jeden Tag größer, je näher Olympia rückt.“ Schließlich werden es mit Sicherheit seine letzten Spiele sein, und „zu achtzig bis neunzig Prozent“ wartet nach diesem Winter das Karriereende. Zuvor jedoch will Patrick Bussler in Südkorea noch für ein Déjà-vu sorgen: 2009, vor fast zehn Jahren, holte er hier völlig überraschend Bronze bei der Weltmeisterschaft.

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