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Das Gesicht der Hachinger Katastrophensaison: Arie van Lent wird wohl auch in der Regionalliga weitermachen. 

Haching auf Abschiedstour

  • vonChristian Amberg
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SpVgg Unterhaching: Selbst Trainer Arie van Lent glaubt nicht mehr an den Klassenerhalt.

Unterhaching – Den entscheidenden Satz wiederholte Arie van Lent gestern gleich zweimal: „Die Tabelle lügt nicht.“ Und für den Cheftrainer der SpVgg Unterhaching heißt das nach einem Wochenende Liga-Pause, dass am Ostermontag (19 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei Viktoria Köln wohl die Abschiedstour seiner Mannschaft aus der Dritten Liga beginnt. Eine realistische Chance einzuräumen, den Klassenerhalt an den letzten neun Spieltagen noch zu schaffen, wäre Träumerei. Zu eindeutig zeigt der Trend seit Jahresbeginn schon abwärts und zu deutlich ist die Zahlen- und Faktenlage mit neun Punkten Rückstand zu rettenden Ufer und vier Teams, die noch überholt werden müssten – die Tabelle lügt nicht. Die SpVgg muss sich auf Regionalliga-Fußball zumindest in der kommenden Spielzeit einstellen.

Nichtsdestotrotz ist die laufende Saison nicht beendet und ein Aufgeben, solange eine theoretische Chance auf Rettung besteht, darf für Profis keine Option sein. Die recht lange Drittliga-Pause, die zwischendurch dummerweise mit einem altbekannten Frust-Erlebnis im bayerischen Pokal garniert wurde, war durchaus willkommen. „Zeit zum Durchschnaufen“ und „die Möglichkeit sich nochmal zu sammeln“ gleichermaßen bot sie in der vergangenen Woche, wie van Lent bestätigte. Von möglichen Wundern spricht auch er nicht mehr, aber nach wie vor von „der Hoffnung, gewisse Dinge optimieren zu können“. Wenn sich die Hachinger in sieben Wochen nach vier Jahren wieder aus der Dritten Liga verabschieden, dann bitteschön mit einem positiven Endspurt und auf keinen Fall mit einem so großen Rückstand. 39 Punkte waren beim letzten Abstieg 2015 übrigens die bisher schwächste Punkteausbeute, auch das wäre noch ein Ziel. Mit einem Negativrekord abzusteigen, würde das Grablicht auf die aktuelle Mannschaft noch mehr flackern lassen.

Dass die SpVgg längst am Szenario Regionalliga bastelt, ist inzwischen klar. Erfahrene Spieler wie der derzeit verletzte Kapitän Josef Welzmüller haben schon klargestellt, dass sie auch in der vierten Liga bleiben. Gleiches ist von Stephan Hain und Dominik Stahl zu erwarten. Auch van Lent wird wohl in Unterhaching weitermachen. „Wir sind in Gesprächen“, sagte er gestern, „und es wird bald etwas dazu zu sagen geben. Ich schließe das auf jeden Fall nicht aus.“

Vorerst sind aber noch neun Spiele in der Dritten Liga zu absolvieren, das erste auf der Zielgeraden in Köln. Die Viktoria, vergangene Saison als Aufsteiger punktgleich mit der SpVgg auf Platz zwölf der Endabrechnung notiert und aktuell Zehnter, kann mit einem Sieg in der Partie am Montag schon einen sehr großen Schritt Richtung ein weiteres Jahr Dritte Liga machen. „Die werden versuchen, die letzten Punkte zu holen, um nicht mehr unten reinrutschen zu können“, so van Lents Vorausblick. Und während Haching einen desaströsen Negativlauf hat, schwimmt sich Köln gerade nachhaltig frei. Zuletzt gelangen vier Siege in Folge, zudem ein 3:3 im Freundschaftsspiel bei Zweitligist Osnabrück.

Mit Lucas Cueto haben die Kölner außerdem einen der besten Torjäger der Liga (mit elf Treffern auf Platz sechs der Liste). Er war in drei der vier vergangenen siegreichen Partien unter den Torschützen.

Bei der SpVgg bereiten derzeit einige Verletzungen Sorgen. Moritz Heinrich (muskuläre Probleme) und Lucas Hufnagel (Schulter) fallen weiterhin aus, nun meldete sich auch Max Dombrowka mit einem Faserriss für zwei bis drei Wochen ab. Patrick Hasenhüttl hat nach längerer Pause immer noch Rückstand, Stephan Hain ist zwar „auf einem richtig guten Weg“, so van Lent, im Vollbesitz seiner Kräfte ist aber auch er noch längst nicht.

SpVgg Unterhaching:Coppens – Schwabl, Göttlicher, Greger, Turtschan – Fuchs, R. Müller – Anspach, Marseiler – Hain, Hasenhüttl.

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