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Stefan Schimmer hat sich bei der SpVgg Unterhaching durchgesetzt.

SpVgg Unterhaching 

SpVgg Unterhaching und Schimmer haben enormen Sprung gemacht

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Vor einigen Wochen trat Seppi Welzmüller bei Manfred Schwabl mit einer ungewöhnlichen Anfrage vor. Ob der Präsident dem Stürmer Stefan Schimmer eine neue Lederhose besorgen könne.

Schimmer passt in seine alte nicht mehr rein. Schwabl sagte natürlich nicht Nein, denn der Hintergrund der Anfrage war nicht, dass der Träger für seine Tracht aus dem Leim gegangen ist (was kein Problem wäre, eine Lederhose wächst ja bekanntlich mit). Sondern weil er so abgenommen hat, dass er eine neue braucht.

Schimmer hat sich seine zweite Garnitur verdient, findet Claus Schromm, der seine Hachinger heute um 13 Uhr zum Vorbereitungsstart bittet. „Normal geht es mit der Figur ja in die andere Richtung, in dem Fall nicht“, sagt der Coach. Generell ging es bei Schimmer in die richtige Richtung. Der 24-Jährige hat eine imposante Entwicklung genommen – wie die SpVgg.

Vor einem Jahr setzte sich Schromm mit Schimmers Berater zur Manöverkritik an einen Tisch. „Ich sage dir gleich – der spielt mal Zweite Liga“, so eröffnete der Coach das Gespräch, „er weiß es zwar noch nicht, aber das ist so“. Damals stand Schimmer an einer T-Kreuzung, schildert Schromm: Links wäre es zurück nach Memmingen gegangen, „da wäre er der King gewesen und hätte den Gegnern die Bude vollgeschossen“. Rechts aber tat sich der Pfad für Höheres auf, er benötigte nur Vertrauen in sich und die Trainer – und musste seinen Körper stählen. „Dass er rechts wie links Tore schießen kann, wussten wir schon aus seiner Regionalligazeit“, so Schromm, „aber wenn er es vom Kopf her schafft und damit auch seinen Körper auf Linie bringt, ist da alles drin“. In Haching nennen sie ihn längst den „Bomber“.

Acht Tore und vier Vorlagen hat Schimmer auf seinem Konto, auch, weil es nach dem Gespräch vor einem guten Jahr bei ihm klick gemacht hat, wie Schromm findet. Damals war ein Platz in der Startelf fern, das kannte er aus seiner Memminger Zeit nicht. Er war verunsichert, dazu kam die ungewohnte Trainingsintensität. „Aber jetzt hat er sein Glück gefunden“, sagt Schromm.

Einen gewissen Anteil daran hat auch Michael Gurski. Ausgerechnet der Ersatzersatz-Torwart, der nie spielt. In den Trainingseinheiten stichelte er gegen Schimmer, Woche für Woche, und seine Provokationen machten den Stürmer nur noch entschlossener. Nach der Hinrunde sagte Schromm vor versammeltem Team, Gurski sei der wichtigste Neuzugang. Weil er die Fähigkeit mitbringt, den Gegner zu schwächen. Schimmer hat da am meisten gelernt. Vielleicht spendiert der „Bomber“ dem Torwart mal eine Mass auf der Wiesn, als Dank. In seiner neuen Lederhose. 

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