Wechselt von der 1. Bundesliga in die 3. Liga: Patrick Steuerwald, neuer Trainer des ASV Dachau.
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Wechselt von der 1. Bundesliga in die 3. Liga: Patrick Steuerwald, neuer Trainer des ASV Dachau.

Volleyball

Steuerwald geht auf Nummer sicher

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Ob die Volleyballer des TSV Unterhaching auch nächste Saison in der Bundesliga mitmischen, wird, abhängig von der Finanzierbarkeit, wohl erst im Juni feststehen. Klar ist allerdings jetzt schon, dass sie sich um einen neuen Trainer bemühen müssen, denn, wie bereits vermeldet, wechselt Patrick Steuerwald zum Drittligisten ASV Dachau.

VON UMBERTO SAVIGNANO

Unterhaching – Für die Hachinger ist das eine traurige Nachricht. Zum einen, weil Steuerwald, obwohl Novize als Chefcoach, mit seinen 125 Länderspielen jede Menge Fachkompetenz aufweist; zum anderen, weil der 35-Jährige einen engen Bezug zum Verein hat, dort als Zuspieler unter anderem dreimal den deutschen Pokal holte.

Eine böse Überraschung sei der Abschied des früheren Weltklasse-Volleyballers allerdings nicht, betont Mihai Paduretu. „Das war alles abgesprochen und es ist sehr korrekt gelaufen. Ich war von Beginn an informiert“, so der TSV-Geschäftsführer und Kaderplaner, der Steuerwalds Entschluss nachvollziehen kann. „In seiner Situation, er hat zwei kleine Kinder, ist das verständlich. Er hat sich für die Sicherheit entschieden. In Dachau ist zum 1. Juli eine Ganztages-Trainerstelle freigeworden. Die Dachauer hatten eine Deadline bis 15. April. Sie konnten nicht bis Ende Juni warten.“

Zu diesem Zeitpunkt wird aber wohl erst feststehen, ob die Hachinger eine weitere Erstligasaison stemmen können. „Wir hätten uns gefreut, wenn wir jetzt schon gewusst hätten, wie es im Detail bei uns weitergeht“, so Paduretu, der den Steuerwald-Wechsel als „Win-Win-Situation“ für den Coach und seinen neuen Klub bezeichnet: „So viele hauptamtliche Trainerstellen gibt es nicht und so viele Trainer wie Patrick gibt es auch nicht.“ Auf die einjährige Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer-Neuling Steuerwald, der eine junge, unerfahrene Truppe führte, blickt Paduretu trotz des letzten Tabellenplatzes (der wegen Corona-Sonderregel nicht zum Abstieg führte) positiv zurück: „Wir hätten keinen besseren Trainer finden können, waren sehr zufrieden. Alle Jungs und ich haben uns für die Saison bei ihm bedankt.“

Auswirkungen des Steuerwald-Abschieds auf die eigenen Erstliga-Perspektiven sieht Paduretu nicht, auch nicht, was den Kader betrifft. „Ich glaube nicht, dass es die Jungs an Patrick festmachen, ob sie bleiben oder nicht. Sie haben die Chance, 1. Liga zu spielen, das ist selten in Deutschland. Hier in Unterhaching haben sie eine Plattform in einer schöne Halle.“

Bis ein Steuerwald-Nachfolger gefunden ist, leitet Paduretu selbst, gemeinsam mit dem bisherigen Co-Trainer Stan Pochop, die derzeit zwei Übungseinheiten pro Woche. Man werde ohne Hektik nach einem neuen Trainer suchen, versichert Paduretu: „Wir hoffen auf eine gute Lösung, nehmen nicht den ersten, besten, der vorbeigeht. Die Saison beginnt erst Mitte Oktober, wir brauchen also eine Lösung bis September.“

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