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Im Frühjahr 2019 holten Kevin Krawietz (.) und Andreas Mies den Doppel-Titel bei den French Open in Paris.

Die Rückkehr an den Ort des größten Erfolges

Kevin Krawietz vom TC Großhesselohe und Andreas Mies aus Köln haben 2019 in Paris den größten Triumph ihrer Karriere gefeiert. Die Erinnerung an den Sensationssieg lässt das Duo noch immer strahlen. Nun steht die Rückkehr bevor.

Großhesselohe – Andreas Mies wird Tag für Tag an den „magischen Moment“ seines Tennislebens erinnert. An den Grand-Slam-Sieg an der Seite von Kevin Krawietz, an den Matchball, der dem deutschen Doppel den historischen Coup bescherte. „Das Shirt hängt bei mir eingerahmt im Wohnzimmer, der Pokal steht da“, sagt der 30-Jährige, seine Augen beginnen zu leuchten: „Es wird schon etwas Besonderes sein, wenn wir in der nächsten Woche wieder an den Ort zurückkehren.“

Der sensationelle Triumph am 8. Juni des vergangenen Jahres hat das Leben des Kölners Mies und des 28 Jahre alten Coburgers Krawietz auf den Kopf gestellt. Seitdem sind sie attraktiver für Sponsoren, stehen im Fokus der Öffentlichkeit. Wie beim ATP-Turnier in Hamburg, bei dem die beiden Profis am Montagabend den Sprung ins Viertelfinale schafften. Paris schwirrt ihnen dabei schon im Hinterkopf herum.

Nach der langen Coronapause, in der Krawietz zeitweise in einem Supermarkt aushalf und den US Open, bei dem das beste deutsche Doppel im Achtelfinale scheiterte, wollen sie bei den French Open wieder angreifen. Auf Sand fühlen sie sich wohl. „Druck verspüren wir gar nicht“, sagt Krawietz. Eher Lust darauf, wieder etwas zu reißen.

Es geht wieder in eine Art „Bubble“, wie bei den US Open, weitgehend abgeschirmt vom Alltag, auch von Zuschauern und Fans. Das notwendige Übel nehmen beide gern in Kauf. „Natürlich ist es anders, natürlich ist es manchmal zäh. Mal sehen, wie es in Paris wird“, sagte Krawietz: „Aber wir freuen uns darauf, dort wieder Matches zu spielen.“ Zuletzt – beim Turnier in Hamburg – lief es für die beiden Grand-Smal-Sieger freilich nicht so gut. Sie sind im Viertelfinale gescheitert. Das Duo aus Coburg/Köln unterlag den US-Open-Finalisten Wesley Koolhof/Nikola Mektic (Niederlande/Kroatien) 3:6, 5:7 und verpasste es damit, vor der Mission Titelverteidigung in Paris frisches Selbstvertrauen zu sammeln. Ob sie als Titelverteidiger ein besonderer Empfang erwartet, wollen beide auf sich zukommen lassen. Und dann wieder loslegen. Am besten wie im Juni 2019. „Es ist immer noch sehr präsent, es war ein magischer Moment“, sagt Mies: „Auf einmal standen wir im Finale auf dem Philippe Chatrier und hatten Matchball. Ich weiß noch genau, wie wir den verwandelt haben.“

Die Buchmacher räumen Krawietz/Mies nicht allzu große Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidung in Paris ein. Bei einem Sieg des deutschen Doppels gäbe es bei einer Wette das zehnfache des Einsatz zurück.  sid

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