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Im Oberhachinger Tennis-Leistungszentrum sind die Corona-Auswirkungen nicht allzu gravierend.

Optimistischer Blick nach vorn

  • vonRobert M. Frank
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Die Verantwortlichen aus dem Bundesstützpunkt des Deutschen Tennis Bund (DTB) in der Oberhachinger TennisBase ziehen eine positive Jahresbilanz und blicken vorsichtig optimistisch voraus.

Oberhaching – Bei der traditionellen Dezember-Presserunde in der TennisBase, die diesmal virtuell in Form einer Videokonferenz stattfand, wurde von den Verantwortlichen diesmal der Satus quo rund um den DTB-Bundesstützpunkt in Oberhaching erläutert. Zuvorderst hatte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard die jüngste Personalie rund um den Rücktritt von Boris Becker Ende November als Head of Men’s Tennis zu kommentieren. „Das kam natürlich überraschend“, gab der ehemalige Bundesligaspieler des TC Großhesselohe zu Protokoll. Mit Michael Kohlmann steht fortan ein Becker-Nachfolger parat, der sein Wohnzimmer in Oberhaching besitzt. Der deutsche Davis-Cup-Teamchef trainiert überwiegend am Bundesstützpunkt in Oberhaching und wird darüber hinaus die Aufgaben der deutschen Tennisikone als Chef des Herren-Bereichs nun in alleiniger Verantwortung übernehmen. „Ich bin guter Dinge, dass ich da einen guten Überblick habe“, zeigte sich der 46-jährige Wahl-Münchner zuversichtlich (siehe auch Bericht unten)..

Die Infrastruktur sowie die aktuellen Trainingsmöglichkeiten in der zuletzt rundum sanierten TennisBase bewertete Lars Uebel positiv. Nachdem das Physio-Zentrum zuletzt bereits eröffnet wurde und ab Januar 2021 eine ärztliche Einrichtung innerhalb des neuen Gebäudes in Betrieb genommen werden soll, wagte der Leiter Leistungssport der TennisBase des Bayerischen Tennis-Verbands (BTV) einen hoffnungsvollen Blick nach vorne. „Wir können jetzt aus dem Vollen schöpfen und sind bei der Infrastruktur in Deutschland die Nummer eins“, so Uebel. An dem 40-jährigen Trainer waren die Auswirkungen der coronabedingten Trainingspausen für die Base-Talente nicht vorbeigegangen. „Das war eine schwierige Situation, aber wir haben sie gut genutzt. Wir hatten bei den Jugendlichen gute Chancen, im Athletikbereich Trainingsblöcke zu setzen“, erklärte der Oberhachinger Cheftrainer. Gravierende Folgen erwarte er wegen des erneuten Lockdowns für den Nachwuchs und den insgesamt knapp 400 Kaderspielern in ganz Bayern im Allgemeinen nicht. „Der Kader ist sehr groß. Mit den Trainingsspielen waren wir zufrieden und die Einschränkungen im Trainingsbereich waren in der Base nicht so groß. Deswegen sehe ich da keine große Beeinflussung“, sagt Uebel.

Dennoch bleibt offen, wie es im Tennissport in der Spitze sowie im Breitensport weitergeht. Aktuell dürfen laut Gesetzeslage nur Kaderspieler trainieren. Zu dem vom BTV unterstützten Gerichtsverfahren gegen das von der Bayerischen Staatsregierung ausgesprochene pauschale Tennisverbot konnte Base-Geschäftsführer Hans Hauska keine Neuigkeiten mitteilen. Da sich die eingereichte Klage auf die am 30. November 2020 vorgelegte neunte Infektionsschutzmaßnahmenverordnung berief und nicht auf die Änderungen in der mittlerweile aktuellen Version der zehnten Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 8. Dezember 2020 eingegangen werden konnte, musste ein neuer Antrag formuliert werden. Unabhängig vom Ausgang ist Hauska von der Notwendigkeit einer Aufhebung des Tennisverbots überzeugt. „Es ging uns darum, ein Statement zu setzen.“

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